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Wie Sie als attraktiver Arbeitgeber beim Recruiting punkten können

Veröffentlicht am 06.09.2016 in Marketing & Management

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Vielen Unternehmen nutzen im Rahmen ihrer Rekrutierungsstrategie klassische Stellenanzeigen (egal ob im Printsegment oder als Onlineanzeige) um freie Vakanzen besetzen zu können. Gehört Ihr Unternehmen auch dazu?

Stellenanzeigen haben einen großen Vorteil:

Einmal erstellt, lassen sie sich in PDF-Format über mehrere Kanäle hinweg nutzen, also als Prinzanzeige oder auch als Online-Stellenanzeige für die Unternehmenswebseite, Karriereseite, Onlinestellenportale, Facebook etc. Außerdem kann man eine einmal erstellte Stellenanzeige immer wieder verwenden. Somit spart man Geld und Zeit.

Im Gegensatz zu anderen Rekrutierungsmitteln haben sich die Stellenanzeigen in den letzten Jahren kaum verändert. Schlägt man den Stellenmarkt einer Tageszeitung auf, so ist feststellbar, dass sich sowohl inhaltlich als auch optisch die diversen Stellenanzeigen gleichen.

Optisch fallen die Anzeigen kaum auf und inhaltlich sieht es leider genauso aus. In der Regel findet man folgende Merkmale vor:

  • Klassische schwarz / weiß Komponenten
  • Wenig bis gar keine Bilder
  • Viel Text, aber wenig emotionale Ansprache
  • Wenig Informationen über den Arbeitgeber (und wenn, dann nur klassische Hard-Facts wie Mitarbeiteranzahl, Unternehmensalter, Jahresumsatz, Produktportfolio u. ä.)

Somit ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn solche Stellenanzeigenkampagnen nicht die erhoffte Wirkung bzw. Erfolg bringen! Entweder bewirbt sich die falsche Zielgruppe (die wenig mit dem gesuchten Profil gemeinsam haben) oder die Anzahl der Bewerbungen ist unterdurchschnittlich.

Haben Sie auch solche Erfahrungen gemacht?

An der Stelle lässt sich sagen, wenn man eine Außenkommunikation wie ein C-Klasse-Unternehmen betreibt, darf man sich nicht wundern, wenn man auch nur Bewerber der Klasse C anzieht.

Was können Unternehmen nun tun, um mit einer Stellenanzeige eine höhere Reichweite zu generieren?

  • Eine farbige Stellenanzeige erzeugt mehr Aufmerksamkeit als klassische schwarz-weiße Anzeigen – achten Sie dabei auf CI-konforme Vorgaben
  • Gestalten Sie den Inhalt der Anzeige emotional! Was macht Ihr Unternehmen einzigartig? Was ist Ihr Arbeitgeberversprechen? Was ist Ihre Arbeitgebermarke? Was kann der Bewerber bei Ihnen erwarten?
  • Beschreiben Sie das Unternehmen und die Position bzw. Aufgaben glaubwürdig und authentisch – denn nichts ist schlimmer, als wenn Sie beim Bewerber falsche Erwartungen wecken, die sich hinterher nicht erfüllen
  • Arbeiten Sie mit authentischem Bildmaterial (nach Möglichkeit aus dem eigenen Unternehmen)
  • Achten Sie auf ausführliche und explizite Kontaktdaten wie Name des Ansprechpartners, E-Mail des Verantwortlichen für den Bewerbungsprozess, Telefondurchwahl u. ä.
  • Machen Sie auf Social Media Kanäle aufmerksam
  • Nutzen Sie kurze, prägnante und verständliche Texte
  • In Zeiten mobilen Internets über Smartphones ist die Implementierung eines QR-Codes (mit gültiger Verlinkung auf die Unternehmenswebseite, Karriereseite oder YouTube Videokanal) durchaus sinnvoll

Bedenken Sie eines – auch eine Stellenanzeige, ob online oder in printform, ist ein Spiegel Ihrer Arbeitgebermarke!

Wie Sie als Arbeitgeber im Web punkten

Egal ob man heutzutage Produkte oder Dienstleistungen vergleichen möchte – der erste Schritt ist für viele Menschen erstmal das Internet. Auch Bewerber nutzen aktiv das Internet, um Informationen über den zukünftigen Arbeitgeber zu sammeln.

Wenn es darum geht, die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen zu präsentieren, so geben sich die meisten Unternehmen sehr viel Mühe sich „ins entsprechende Licht“ zu rücken. Wenn es aber darum geht, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, so sieht die Wirklichkeit ganz anders aus.

Die digitale Transformation im Personalmanagement

Viele Unternehmen haben noch nicht verstanden, dass die digitale Transformation auch im Personalmanagement Einzug gehalten hat. Potenzielle Mitarbeiter wollen sich mit ihren Arbeitgebern identifizieren. Arbeitgeberimage und Online-Reputation spielen gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine sehr große Rolle.

Was bei großen Unternehmen und Konzerne mittlerweile zum Alltag gehört, ist bei vielen KMUs häufig nur unzureichend vorzufinden. Bei vielen mittelständischen Unternehmen fehlen schlichtweg die personellen Ressourcen, um sich des Themas Online-Reputation anzunehmen und ganzheitlich Umzusetzen.

Facebook – das Allheilmittel im Recruiting?

Unternehmen, die online mit der Öffentlichkeit in Kontakt treten wollen, nutzen sehr häufig Facebook als Kommunikationsplattform. Doch ist diese Plattform wirklich zwingend notwendig?

Es ist definitiv nicht sinnvoll, bei Facebook sein zu wollen, nur weil 'alle anderen' dort auch sind." Nur wer strategisch an das Thema Soziale Medien herangeht, kann auch entsprechenden Nutzen daraus ziehen. Wie bei einer Vertriebsstrategie muss sich jedes Unternehmen auch im Bereich der Online-Kommunikation fragen, wo die entsprechende Zielgruppe vorzufinden ist. Mit falschen Maßnahmen oder Kanälen erreicht man dabei eher das Gegenteil – und macht sich vieles kaputt.

Was wollen Bewerber eigentlich über ein Unternehmen wissen?

Bewerbern interessieren sich online für keine Marketingfloskeln und kein
Werbegeschwätz – sie wollen direkte Einblicke in das Unternehmen gewinnen. Fragen wie:

  • Wie ist die Unternehmenskultur?
  • Wofür steht das Unternehmen?
  • Was sind die Unternehmens-Soft-Skills?
  • Worauf lässt man sich als Bewerber ein, wenn man sich bewirbt?

stehen dabei im Vordergrund.

Erfolgsgeheimnis Authentizität

Wichtig ist, dass Unternehmen online authentisch und ehrlich bleiben – und nicht etwas versprechen, was hinterher in der Arbeitsrealität nicht vorzufinden ist.

Denn spätesten, seit es Arbeitgeberbewertungsportale wie KUNUNU und Co. gibt, haben Bewerber und Mitarbeiter die Möglichkeit entsprechende Erfahrungen auch online zu veröffentlichen. Und wenn man bedenkt, dass im Online-Bereich entsprechende durch Erfahrungswerte (z. B. über den Recruitingprozess) durchschnittlich zwanzig Nutzer erreicht werden, kann man sich vorstellen, wie schnell eine Unternehmensreputation beschädigt werden kann.

Abschließen lässt sich folgende festhalten: wenn ein Unternehmen im Bereich der Außenkommunikation wie ein C- oder D-Unternehmen auftritt, darf es nicht verwundern, wenn auch nur Bewerber der Kategorie C oder D angezogen werden.

Und welche Klasse hat Ihr Unternehmen in der Außenkommunikation?

 

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verwendete Bilder: © gustavofrazao - Fotolia.com

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