Storch der mit einem Baby im Schnabel fliegt.

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Tom, Leon oder doch vielleicht Paul? Wenn es darum geht, einen Namen für das eigene Kind zu finden, tun sich viele Eltern schwer. Immerhin wird dieser den Nachwuchs ein Leben lang begleiten. Da muss die Entscheidung gut überlegt sein.

Ganz ähnlich sollte es auch bei der Namensfindung für Ihr Start-up Unternehmen aussehen. Schließlich wollen Sie Ihrem „Baby“ ja auch einen bestmöglichen Start in die Unternehmenswelt ermöglichen.

Deshalb möchte ich heute angehenden Existenzgründern die Bedeutung ihres Firmennamens deutlich machen und Tipps geben, worauf bei der Namensfindung geachtet werden sollte.

Die Relevanz des Namens

Die Zeit drängt und die Liste mit To Do’s wird immer länger. Sicherlich ist es in dieser Situation als angehender Existenzgründer verlockend, Aufgaben, die vermeintlich nicht so wichtig erscheinen, schnell abzuhaken. Leider passiert dies auch bei der Namenswahl häufig.

Doch die Wichtigkeit des Start-up-Namens sollte nicht unterschätzt werden, denn der Name trägt in entscheidendem Maße zum Erfolg Ihres Unternehmens bei. Er ist nicht nur zentraler Bestandteil Ihres Unternehmens und wird Ihnen jeden Tag begegnen. Meist stellt der Name auch den ersten Kontaktpunkt von potenziellen Geldgebern und Kunden mit Ihnen dar. Gründe genug, um sich bei der Namensfindung richtig in’s Zeug zu legen.

7 Tipps für einen gelungenen Start-up-Namen

Doch wie gehen Sie bei der Namensfindung am besten vor? Kreativ brainstormen oder beim Unternehmen nebenan nach Inspiration suchen? Und welche Fallstricke gilt es zu vermeiden? Meine Tipps sollen Ihnen bei diesem Schritt die richtige Richtung weisen.

Tipp #1: Gemeinsam kreativ sein

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – und der perfekte Namen wird dies auch nicht einfach tun. Nehmen Sie sich deshalb Zeit und setzen Sie sich am besten mit Kollegen oder Freunden zusammen. In der Gruppe wird die eigene Kreativität besonders angeregt und beim Brainstorming ergeben sich oftmals die besten Ideen. Auch Mindmaps sind erlaubt!

Tipp #2: Auf Verfügbarkeit achten

Die ganze Mühe hat sich nicht gelohnt, wenn Sie bereits erste Schritte getan haben und dann doch feststellen müssen, dass es Ihren Wunsch-Namen schon gibt. Ob gleiche oder ähnliche Namen bereits von Wettbewerbern belegt sind, können Sie beispielsweise beim Patent- und Markenamt erfragen.

Auch wenn ein bestimmter Name noch nicht verwendet werden sollte, so achten Sie trotzdem darauf, dass sich dieser Name hinreichend von dem der Konkurrenz abhebt. Bei einer zu großen Ähnlichkeit mit einem Namen des Wettbewerbers sind Verwirrungen und Verwechslungen vorprogrammiert. Ein einzigartiger Name fällt schneller auf und bleibt länger im Gedächtnis haften.

Tipp #3: Einfach und prägnant

Auch wenn die Verlockung zum Teil groß ist, mehrere Aspekte Ihrer Geschäftsidee mit dem Namen widergeben zu wollen, so sollten Sie trotzdem darauf achten, dass der Name nicht zu lang und kompliziert wird.

Er sollte zum einen deutlich zum Ausdruck bringen, worum es bei Ihrem Start-up geht und gleichzeitig vergleichsweise leicht zu schreiben sein. Ein kurzer Name wird Ihnen gerade vor dem Hintergrund, dass er auch im Internet schnell eingetippt werden muss, entgegenkommen.

Einfachheit bezieht sich aber auch auf die Aussprache. Im besten Fall wählen Sie einen Namen, der auch in anderen Sprachen gut aussprechbar ist. Das gute alte „ß“ oder auch „ä“ und „ö“ stehen somit nicht sehr weit oben auf der Auswahlliste.

Doch Vorsicht: Sie können es sich auch „zu einfach“ machen! Schränken Sie sich bei der Namenswahl nicht selber schon zu sehr ein, indem Sie einen Namen wählen, der sich zu stark auf einen einzigen Aspekt Ihres Unternehmens bezieht. Denn sollten Sie mit der Zeit feststellen, dass Sie Ihr Geschäftsfeld ausweiten möchten, kann es passieren, dass der von Ihnen zuvor gewählte Name nun nicht mehr passt, weil er einfach zu limitiert ist. Eine Umbenennung wäre die Folge.

Tipp #4: Missverständnissen in anderen Sprachen vorbeugen

Was für deutsche Ohren treffend klingen mag, muss nicht zwangsläufig auch in anderen Sprachen gut ankommen. Häufig haben Wörter in Fremdsprachen eine völlig andere Bedeutung. Als Beispiel ist hier eine Automarke zu nennen, die in Ländern, in denen Spanisch gesprochen wird, ein neues Modell ganz umbenennen mussten, da der Name dort gleichbedeutend mit einem Schimpfwort war.

Damit es Ihnen bei Ihrem Start-up Namen nicht ähnlich ergeht, sollten Sie die Bedeutung Ihres Namens auch für die Sprachen prüfen, in deren Ländern Sie eine Vermarktung als wahrscheinlich einstufen.

Tipp #5: Mit Emotionen punkten

Für Ihr Start-up empfiehlt es sich, auf einen Namen zu setzen, der Emotionen vermittelt. Emotionen sorgen dafür, dass Vertrauen schneller aufgebaut wird – ein Pluspunkt der gerade bei einem noch unbekannten Unternehmen zählt.

Hier sind zum Beispiel Eigennamen im Vergleich zu eher kälteren Kategorienamen zu bevorzugen. Ein Beispiel für einen Kategorienamen wäre „jobxy.de.“ für eine Jobbörse.

Tipp #6: Namen testen

Das Brainstorming war erfolgreich und Sie haben nach vielen kreativen und anstrengenden Stunden den passenden Namen für Ihr Start-Up gefunden, der auch noch nicht belegt ist.

Dann sollten Sie als nächstes prüfen, ob dieser Name auch genauso beim Kunden ankommt wie von Ihnen beabsichtigt. Eine recht simple Methode hierfür ist es, Familie, Freunde oder Bekannte zu befragen, wie einprägsam der Name für sie ist.

Eine andere Alternative stellt die Testung via Online-Umfragen dar. Hier gibt es verschiedene Anbieter, die solche Dienste zur Verfügung stellen.

Tipp #7: Hilfe holen

Sollten Sie bei der Namenssuche einmal in eine Sackgasse geraten, so können Sie auch online Unterstützung bei der Namensfindung erhalten.

Ein Beispiel hierfür ist „namerobot“. Hier stehen dem Anwender verschiedene Namenswerkzeuge zur Verfügung. Zuerst kann man unterschiedliche Stichworte zu seiner Geschäftsidee erstellen lassen. In einem weiteren Schritt kommen dann diverse Tools zum Einsatz, die auf den verschiedensten Wegen Namen generieren.

Fazit:

Sicherlich gibt es für einen gelungenen Namen kein Patentrezept. Ob der Name Ihres Start-ups erfolgreich wird, ist – ähnlich wie der Erfolg des ganzen Vorhabens – von verschiedensten Faktoren wie der Zielgruppe, der dahinter stehenden Marketingstrategie und – nicht zu vergessen – letztendlich auch von Ihnen selber abhängig.

Was aber festgehalten werden kann, ist, dass die Namensfindung bei Start-ups sorgsam und mit Umsicht erfolgen sollte. Auch wenn es möglich ist, den Namen Ihres Unternehmens noch einmal zu wechseln, so sollten Sie diese Option nach Möglichkeit vermeiden – nicht zuletzt, um Zeit und Geld zu sparen und potenzielle Imageschäden zu vermeiden.

 

Rebecca Püttmann

Von Rebecca Püttmann

Rebecca Püttmann arbeitet seit 2015 als Medienmanagement Trainee bei der FUNKE MEDIENGRUPPE.