Warum die Meisten an der Betreffzeile scheitern

Warum die Meisten an der Betreffzeile scheitern

Ein weißer Block auf dem ein Kuli liegt , drum herum liegen zerknüllte Blätter.

Bild: babimu – Fotolia.com

Die Betreffzeile ist eine der wichtigsten Zeilen, sowohl in Briefen als auch in E-Mails. Der Leser entscheidet aufgrund der Betreffzeile, ob er eine E-Mail öffnet und liest.

Die Betreffzeile sollte kurz, knapp und präzise eine Zusammenfassung der Inhalte in Briefen und E-Mails geben. Eine weitere wichtige Funktion der Betreffzeile ist es, den Leser neugierig auf den weiteren Inhalt zu machen. Klingt doch erst einmal recht einfach, diesen beiden Funktionen einer Betreffzeile gerecht zu werden.

Und warum klappt dies in der Praxis so selten?

Viele E-Mail- und Briefe-Schreiber scheitern bereits an der Betreffzeile, weil Sie es versäumen, den Leser neugierig zu machen und ihn so regelrecht in den Brief hineinzuziehen.

Den Begriff „Betreff“ in der Betreffzeile findet man heute in aller Regel nicht mehr. Und das ist auch gut so. Und auch die Formulierung „Ihr Schreiben vom …“ haben viele Unternehmen bereits gestrichen. Und doch benutzen die meisten Unternehmen genauso langweilige Standardformulierungen. Da heißt es dann nichtssagend „Ihr Angebot“, „Ihre Rechnung“ und noch schlimmer „Mahnung“ oder „Zahlungserinnerung“. Auch wenn diese Formulierungen sachlich korrekt wiedergeben, worum es sich handelt, so sprechen diese Formulierungen den Leser nicht an. Und im Fall der Mahnung haben Sie sogar eine negative Botschaft.

Es sind 08/15-Formulierungen, die der Leser bereits von Ihren Wettbewerbern und auch aus anderen Branchen kennt. Jeder benutzt die gleichen Begriffe. Sie erregen damit keine Aufmerksamkeit mehr. Sie sind schlicht langweilig und zeugen von wenig Kreativität. Seien Sie kreativ und anders als Ihre Wettbewerber – naja, außer die, die schon in meinem Webinar waren. 😉 Und seien Sie anders als Ihr Kunde es erwartet.

„Anders sein“ als Pluspunkt

Überraschen Sie Ihre Kunden mit anderen Formulierungen und senden Sie die Botschaft „Wir sind anders!“. Denn alles, was anders ist, fällt auf, wird wahrgenommen und bleibt im Gedächtnis. Und diese Botschaft färbt auch auf Ihre Produkte und Ihre Dienstleistungen ab. Somit sind Sie im übertragenen Sinne auch bei Ihren Leistungen und Problemlösungen anders und kreativer als Ihr Wettbewerb.

Mit „Warum Sie mit uns zusammenarbeiten sollten!“ machen Sie den Kunden neugierig auf den weiteren Text oder das angehängte Angebot. Der Kunde möchte das „Warum“ erfahren, um eine Entscheidung treffen zu können. Und um dieses „Warum“ zu erfahren, wird er Ihren Brief oder Ihr angehängtes Angebot lesen.

Auf Emotionen setzen

Was spricht Sie mehr an: „Angebot Badezimmer“ oder „Ihre Wellness-Oase“? Emotionale Formulierungen sprechen uns Menschen viel mehr an als rationale. Warum ist das so? Weil wir Menschen emotionale Wesen sind. Menschen handeln emotional, auch wenn viele dies nicht wahrhaben wollen.

Überlegen Sie einmal wie Sie entscheiden, ob Sie diese wunderschönen Schuhe kaufen oder diese exklusive Armbanduhr. Wenn Sie rational entscheiden würden, dürften Sie nur ganz wenige Schuhe im Schuhschrank haben. Und eine Uhr benötigen Sie heute gar nicht mehr, wenn Sie ein Handy besitzen. Rational gesehen.

(Fast) alle (Kauf-)Entscheidungen werden emotional getroffen und allenfalls rational begründet. Und deshalb erreichen Sie Ihren Leser, egal ob Kunde oder auch Mitarbeiter, mit einer emotional formulierten Betreffzeile. Emotionale Formulierungen und bildhafte Sprache zeichnen Bilder im Kopf des Lesers, die ihn dieses Bild in seiner Vorstellung erleben lassen. Er sieht sich gedanklich schon in seiner Wellness-Oase. Sie nehmen mit dieser Betreffzeile die Zukunft schon vorweg und geben dem Kunden das Gefühl, er hätte schon gekauft. Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift …

Vielleicht einer der größten Fehler

Viele trauen sich nicht, anders und moderner zu formulieren. Man hat das ja irgendwann mal so gelernt. Und es schreiben ja alle so, dann kann das ja nicht so verkehrt sein. Nur das, was die Masse macht, muss ja nicht zwangsläufig richtig sein.

In Seminaren höre ich dann oft so Sätze wie „Was sagt denn der Kunde, wenn ich anders schreibe?“ Meine Frage ist dann: „Was sagt denn der Kunde heute zu den langweiligen, austauschbaren und immer gleichen Formulierungen?“ Überlegen Sie doch selbst einmal, was Sie mehr anspricht. Langweiliges Einerlei oder Neues, was sich positiv abhebt von dem Altbekannten?

 

Heiko T. Ciesinski

Von Heiko T. Ciesinski

Arbeitet erfolgreich als selbständiger Kommunikations- und Verkaufstrainer.

Von | 2017-07-28T12:01:17+00:00 11. Dezember 2015|Management|0 Kommentare

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