Kleine Fläche, große Wirkung! Visitenkarten gehören zur vollständigen Ausstattung von Unternehmen dazu. Wie Visitenkarten im neuen Jahrzehnt aussehen sollten, erfahren Sie in unserem Experteninterview.

Viele fragen sich womöglich, braucht man im Jahre 2020 ein kleines Stück Pappe überhaupt noch, um erfolgreich Kontakte zu knüpfen? Denn in der heutigen Zeit finden Informationsaustausch sowie Kaufentscheidung oftmals in digitaler Form statt. Doch die analoge Welt wird so manches Mal unterschätzt, denn Kontakte mit potentiellen Kunden und Geschäftspartnern werden nach wie vor in einem persönlichen Austausch gepflegt.

Es gibt also immer noch viele Gelegenheiten in denen die Visitenkarte gezückt wird und so ein erster, offizieller Eindruck des Unternehmens entsteht. Beispielsweise bei Messebesuchen, Vorstellungsgesprächen oder dem ersten Beratungstermin mit einem neuen Kunden. Unsere Expertin Jasmin Schmidt von OvernightPrints verrät uns im Interview, woher die Idee der Visitenkarte stammt, wie Sie heutzutage eingesetzt wird und welche Dinge zu beachten sind, damit diese bei dem Empfänger in positiver Erinnerung bleibt.

Das Stichwort Digitalisierung hat insbesondere in der aktuellen Lage eine neue Bedeutung erlangt. Warum sollten Unternehmen da überhaupt in analoge Visitenkarten investieren?

Jasmin Schmidt: Auch in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts haben Visitenkarten nichts von ihrer Bedeutung verloren. Ganz im Gegenteil, neue, innovative Ideen bieten jetzt bei der Gestaltung ungeahnte Möglichkeiten.

Wo liegt der besondere Mehrwert einer Visitenkarte?

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten.

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei der Online Druckerei OvernightPrints

Jasmin Schmidt: Visitenkarten gehören schon seit dem 18. Jahrhundert zum guten Ton. Aus dem Besucherkärtchen der feinen Gesellschaft wurde im Laufe der Zeit ein unverzichtbares Utensil im Geschäftsleben. Der Stil mag sich geändert haben, die Funktion ist jedoch gleichgeblieben. Noch immer transportieren sie auf kleinstem Raum die wichtigsten Informationen zu einem Gast oder einem Geschäftspartner.

Was sollte beachtet werden, damit die Visitenkarte auch bei den Geschäftspartnern und Kunden im Gedächtnis bleibt?

Jasmin Schmidt: Aufgrund der großen Zahl von Visitenkarten, die jeden Tag überreicht werden, bedarf es besonderer Merkmale bei der Gestaltung, um in der Masse nicht unterzugehen. Visitenkarten, die nach 08/15-Manier daherkommen, finden nur selten die gewünschte Aufmerksamkeit. Sie wandern im günstigsten Fall zwar nicht in den Papierkorb, aber in einen großen Ordner, in dem sie dann ein recht freudloses Dasein fristen. Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die dazu beitragen, Ihren Visitenkarten dieses Schicksal zu ersparen.

Gibt es bestimmte Gestaltungsmerkmale, die Sie empfehlen oder von denen Sie generell abraten?

Jasmin Schmidt: Fehler bei der Gestaltung oder der Produktion von Visitenkarten können schnell recht teuer werden. Während ein falsch geschriebener Name oder ein Rechtschreibfehler im besten Fall nur äußerst peinlich sind, machen unzutreffende Kontaktdaten eine Visitenkarte nahezu unbrauchbar.

Einen Zahlendreher bei der Telefonnummer oder die falsche Adresse jedes Mal mit einem Kugelschreiber berichtigen zu müssen, trägt sicherlich nicht dazu bei, einen professionellen Eindruck zu vermitteln. Die sorgfältige Kontrolle der Druckvorlage durch mehrere Personen ist deshalb unerlässlich. Nur so wird vermieden, dass gerade frisch gedruckte Karten aufgrund von fehlerhaften Angaben eingestampft werden müssen.

Neben der Vermeidung von formalen Fehlern gibt es jedoch noch weitere Dinge, die bei der Gestaltung von Visitenkarten für Unternehmen beachtet werden sollten. Dazu gehören beispielsweise die Beachtung von Mindeststandards, die Auswahl des richtigen Papiers, ein zum Unternehmen passendes Design und die Berücksichtigung innovativer Lösungen.

Welche innovativen Lösungen könnten dies sein?

Jasmin Schmidt: Ich denke da an Visitenkarten, welche eine Verbindungen zwischen analoger und digitaler Welt schaffen. Hierbei helfen Visitenkarten, die auf innovative Techniken setzen. Mit einem QR-Code auf der Karte bieten sie dem Empfänger die Möglichkeit, nicht lange nach weiterführenden Informationen suchen zu müssen. Durch das Scannen des Codes können die gewünschten Informationen ohne großen Aufwand immer wieder schnell abgerufen werden.

Für eine funktionierende Symbiose von analoger und digitaler Welt sorgen auch Visitenkarten mit einem integrierten NFC-Chip. Dieser überträgt die auf dem kleinen elektronischen Bauteil gespeicherten Informationen schnell, bequem und kontaktlos auf das Smartphone des Gegenübers. Das mühselige manuelle Eintippen von Kontaktdaten entfällt. Mit diesem unerwarteten Effekt bleiben Sie bei Ihrem Gesprächspartner ganz sicher in positiver Erinnerung.

Es gibt mittlerweile viele kostenlose Angebote im Netz, um eine Visitenkarte zu gestalten. Ist dies nicht die einfachste Art die eigene Visitenkarte zu kreieren?

Jasmin Schmidt: Kostenlose Angebote aus dem Internet sollten gemieden werden, denn aus Kostengründen wird bei Visitenkarten oftmals auf die günstigste Alternative zurückgegriffen. Dass hier gespart wurde, ist dann jedoch nicht selten schon auf den ersten Blick zu sehen. Dabei ist der erste Eindruck meist der entscheidende! Wer die in einigen Fällen sogar kostenlosen Angebote im Internet nutzt, um Visitenkarten zu produzieren, darf sich über die mangelhafte Qualität nicht wundern. Ein positiver Eindruck ist mit diesen Karten kaum zu machen.

Welches Material ist empfehlenswert, um einen guten Eindruck zu hinterlassen?

Jasmin Schmidt: Die Wahl des richtigen Papiers ist nicht zu vernachlässigen. Es muss nicht gleich der teure Edelkarton sein. Mit besonders günstigen dünnen Alternativen erreichen Sie aber ganz sicher auch nicht den Erfolg, den Sie sich wünschen. Es sollte ein Papier gewählt werden, welches auf den ersten Blick das Niveau des Unternehmens erkennen lässt und auch bei intensiver Betrachtung den eigenen Ansprüchen gerecht wird und zur jeweiligen Firma passt.

Wie können Unternehmer Ihrer Visitenkarte einen Wiedererkennungswert verleihen, damit diese sich möglichst auch vom Wettbewerber abhebt?

Jasmin Schmidt: Mit einem individuellen Design, das zum Charakter des Unternehmens passt! Auch bei der grafischen Gestaltung geht es darum, ein Design zu finden, das authentisch ist. Das Image einer Branche spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Wer mit hochwertigen Antiquitäten handelt, wählt deshalb in der Regel einen anderen Stil als ein Start-up-Unternehmen aus der Tech-Branche. Während alte und traditionsreiche Unternehmen gerne auf eine konservative Vorlage zurückgreifen, dürfen die Newcomer gerne auch mit mutigen Formen und Farben spielen.

Bei der Gestaltung von Visitenkarten sollte auch darauf geachtet werden, diese nicht mit unnötigen Informationen zu überfrachten. Neben dem eigenen Namen und dem des Unternehmens gehören die Kontaktdaten und die URL der Firmenwebseite auf die Visitenkarte. Weitere Informationen können auf anderem – meist digitalem – Weg bereitgestellt werden.

Können Sie abschließend drei Erfolgsfaktoren nennen, die für eine Visitenkarte von besonderer Bedeutung sind?

Jasmin Schmidt: Wer bei der Gestaltung seiner Visitenkarten für das neue Jahrzehnt darauf achtet, authentisch zu bleiben, grundlegende Fehler zu vermeiden und bereit ist, auch einmal neue Wege zu beschreiten, der wird auch weiterhin mit seinen Visitenkarten bei seinen Kunden einen positiven Eindruck hinterlassen.

Vielen Dank für das Interview Frau Schmidt!

Lena Nagarajah

Von Lena Nagarajah

Ist für die FUNKE Mediengruppe als Projektmanagerin im SalesMarketing tätig und zertifizierte Online Marketing Managerin.