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Trotz Google Plus-Pleite: Wie sich Google zur Social Media-Plattform mausert

  • View Larger Image Der Google-Mutterkonzern Alphabet platziert seine Produkte in immer mehr Lebensbereichen. Foto: Pixabay/Marketing im Pott

    Der Google-Mutterkonzern Alphabet platziert seine Produkte in immer mehr Lebensbereichen. Foto: Pixabay/Marketing im Pott

Totgesagte leben länger: Zwar schließt Google sein offizielles Netzwerk „Google+“ im nächsten Jahr. Doch der Mutterkonzern Alphabet bewegt sich stattdessen mit anderen Produkten in Richtung Social Media.

Während das bekannteste soziale Medium Facebook aufgrund diverser Datenskandale hart an seinem Image arbeiten muss, punkten in der jüngeren Zielgruppe Instagram und Snapchat. Einem großer Player wurde dabei wenig Beachtung geschenkt: Dem Google-Mutterkonzern Alphabet.

Google disqualifizierte sich selbst

Schuld daran ist sein gescheitertes Google+, das nach mehr als sechs Jahren weltweitem Betrieb seine Marktposition nicht ausbauen konnte. Es galt seit jeher als Nischenprodukt. Zumal die Zahl von über drei Milliarden weltweiten Usern schöngerechnet sein dürfte. Nahezu automatisch hatte man damals ein Profil bei Google+ – es reichte schon ein Android-Handy, das man mit einem Google-Account eingerichtet hatte oder eine Gmail-Adresse. Nach einem bekannt gewordenen Datenleck verkündete der Konzern im Oktober 2018, die Plattform für Konsumenten zu schließen. Zack, Google und Social Media passt in den Köpfen der User nicht mehr zusammen.

Schleichend zum Social Media-König

Dabei ist das, was der Konzern aktuell ausrollt, mehr als beachtlich: In diversen Produktbereichen platziert Google seine Dienste immer näher an der Social Media-Schiene. Das lässt sich an diversen Zahlen und neuen Features erkennen:

  • Mehr als 1 Milliarden Menschen nutzen Google Maps aktiv. Die Bewegungsdaten dieser User nutzt Google nicht nur für Werbezwecke und genaue Stauinformation, sondern vernetzt jetzt seine User mit Unternehmen.
    Neuerdings rollt Google in Maps einen „Follow“-Button aus, bei dem überzeugte User ihren Lieblingsunternehmen folgen können, ähnlich wie bei Facebook. So könnten auch KMU in Zukunft ihre Kunden über Google Maps mit Angeboten, Updates und Events versorgen.
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  • Mit einem MyBusiness-Profil lässt sich das eigene Unternehmen in den Google-Suchergebnissen und Google Maps platzieren. Künftig werden diese Möglichkeiten ausgebaut. Zum Beispiel kann schon drei Monate vor Öffnung eine Platzierung in Google Maps eingestellt werden. Das spornt potentielle Kunden an, die neue Location frühzeitig zu entdecken. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt, Events direkt in den Google-Kalender übernehmen zu können. Und zack, wieder sozial.
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  • Teilen, teilen, teilen: Jeden Tag werden in Google Fotos 5 Milliarden Bilder angesehen. Dabei kategorisiert Google die Bilder automatisch, sodass hinterher nach Stichworten wie „Hund“ oder „Nudeln“ im kompletten Album gesucht werden kann. Das funktioniert auch mit Gesichtern von Personen – und die Fotos einer vorher definierten Person lassen sich sogar heute schon automatisch mit ihr teilen.
    Auch Maps wird immer mehr aufs Teilen getrimmt. So lässt sich zum Beispiel der aktuelle Routenstatus live mit Freunden teilen. Zusätzlich sind neuerdings Musikdienste wie Apple Music und Spotify direkt in der Navigation eingebunden. Ein Dienst, der auch auf sozialen Aspekten basiert – zum Beispiel bei gemeinsamen Playlists.
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  • Bewertungen: Beim Kaufen von Produkten verlässt sich der Kunde gerne auf Referenzen. In der digitalen Welt wird das u.a. durch Sternebewertungen abgebildet. Über Google lassen sich Unternehmen bewerten und neuerdings auch mit Hashtags verschlagworten. Ein weiterer Schritt in Richtung Social Media.
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  • Nicht zuletzt bringt Google seinen Sprachassistenten auf immer mehr Geräte: Smartphones, intelligente Lautsprecher, Autos, Fernseher, Armbanduhren. Darüber werden zunehmend mehr Dienste vernetzt. Stand heute sind über 5.000 Gerätetypen steuerbar, der Google Assistant steht auf über 500 Millionen Geräten zur Verfügung. Das Licht einschalten, den Wecker stellen und Nachrichten an Freunde diktieren – geht es noch sozialer?

Festzuhalten bleibt: Berührungspunkte mit den Diensten von Google werden immer wahrscheinlicher. Nahezu schleichend breitet sich der Konzern im Alltag aus. Es ist nicht das klassische Social Media im Sinne eines Newsfeeds, den User durchscrollen. Es ist viel mehr: Die Dienste begleiten die Nutzer im Alltag. Unternehmen sollten diese Chance nutzen und sich darüber positionieren.

Hendrik Weyers

Von Hendrik Weyers

Journalismus, Mediendesign und Tech Enthusiast. Arbeitet als Content Manager für das Portal Marketing im Pott.

2018-11-27T14:20:00+00:0028. November 2018|

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