Marketing im Pott – der Marketing-Blog für das Ruhrgebiet

Tradition als Grundlage für eine Unternehmensgründung

Veröffentlicht am 08.06.2016 in Management & Best Practice

Das Ruhrgebiet, durchzogen von Autobahnen und Eisenbahnlinien, Flüssen und Kanälen. Städte dicht aneinander und nur getrennt durch unterschiedliche Autokennzeichen der pendelnden Autos. Ein traditionsbehaftetes Stück deutscher Kultur, welche nicht nur zu Zeiten der Industrialisierung die Malocheridentität versprüht.

GH_Logo.pngViele Unternehmen im Pott haben es sich zur Aufgabe gemacht diese Werte zu bewahren und zu nutzen. Matthias Bohm mit seinem Team gelingt das auf eine einzigartige Weise. Am 31.03.2016 wurde in Gladbeck aus dem Hobby dann schließlich ein Unternehmen. Das Modelabel Grubenhelden war gegründet. An seiner Seite mehr als 10 Freunde aus jeglichen Branchen, die ihn tatkräftig unterstützen. Jedes Teil der hochwertigen Modelinie, ob Hoddie, T-Shirt oder Cap, beinhaltet ein Stück eines original Grubenhemdes.

Mit dieser modernen Auffassung des Malocherimages präsentiert das Unternehmen ihre Verbindung zum Ruhrpott und die damit verbundene Traditionen. Entgegen der eigenen Erwartungen, verbreiteten sich die Produkte auch über die regionalen Grenzen hinaus. Über diesen gelungenen Start, die Idee hinter diesem Projekt und weitere Zukunftsvisionen, habe ich mit dem Gründer Matthias Bohm gesprochen.

Herr Bohm, wie ist die Idee entstanden eine eigene Modelinie zu entwerfen?

Matthias Bohm: "Das war eigentlich eine Verkettung von Zufällen. Zunächst habe ich einen Freund von mir gesehen, der ein T-Shirt trug, auf dessen Brust ganz plakativ das Wort „Ruhrpott“ gedruckt war. Wenige Tage später bin ich selbst unter Tage gewesen. Bevor man einfährt, muss man sich komplett umziehen und die originale Bergmannskleidung anlegen. Daher habe ich mich automatisch mit dem Thema Bergbau, Ruhrgebiet und Kleidung beschäftigt und auf einmal hat es „klick“ gemacht. Die Idee war geboren, ein eigenes Modelabel zu gründen, welches jedoch nicht plakativ arbeitet, sondern eher subtil die Geschichte des Bergbaus erzählt."

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Wie kamen Sie auf die Grubenhemden?

Matthias Bohm: "Wenn man eine wahre Geschichte erzählen möchte, ist es immer gut, einen Zeitzeugen dabei zu haben. Diese Rolle nehmen bei uns die Grubenhemden ein. Grubenhemden wurden von den Kumpeln und Malochern unter Tage getragen. Von denen, die das Ruhrgebiet zu dem gemacht haben, was es heute ist. Die viele hundert Meter unter der Erde geschuftet haben, um das schwarze Gold zutage zu fördern. Dadurch verleihen die Grubenhemden der gesamten Modelinie Authentizität. Außerdem ist durch sie jedes einzelne Stück unserer Kollektion individuell. Keines gleicht zu hundert Prozent dem anderen."

Woher kommt Ihre tiefe Verbundenheit zum Ruhrgebiet?

Matthias Bohm: "Das Ruhrgebiet ist die Heimat aller Mitglieder unseres Teams. Wir sind hier großgeworden. Unter unseren Großvätern, Vätern und Onkeln sind tatsächlich Bergleute gewesen, so dass wir mit deren Kultur und Werten aufgewachsen sind. Daher beschäftigt uns die Schließung der letzten Zeche im Jahr 2018 auch sehr und es ist uns ein Anliegen, das Andenken an die Zeit des Bergbaus zu wahren und dessen Werte auch über 2018 hinaus weiter zu transportieren."

Wie viele Mitarbeiter haben Sie in Ihrem Team?

Matthias Bohm: "Von Mitarbeitern im eigentlichen Sinne kann man gar nicht wirklich sprechen. Vielmehr baue ich auf die Unterstützung von mehr als zehn Freunden, die die Idee der Grubenhelden klasse fanden. Wie für mich, ist es für alle ein Hobby. Alle handeln aus Überzeugung und unterstützen mich mit unfassbar großem Engagement.

Alle haben einen anderen beruflichen Background und bringen daher ganz unterschiedliche Fähigkeiten in unser Team ein. Dadurch ergänzen wir uns hervorragend und ich bin jedem einzelnen Mitglied unheimlich dankbar für die Energie und die Ideen, die mit ins Projekt fließen."

Wo werden die Stücke produziert?

Matthias Bohm: "Wir wollten im Ruhrgebiet produzieren lassen, was sich aber wirtschaftlich leider nicht darstellen ließ. Nun produzieren wir in Portugal. Es war uns sehr wichtig, einen Standort in Europa zu finden, damit die Kollektion auf jeden Fall zu fairen Bedingungen, ohne Kinderhände und Blut hergestellt wird. Ich konnte mir selbst ein Bild vor Ort machen."

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Wie ist der Start am 31.03.2016 verlaufen? Sind Sie zufrieden?

Matthias Bohm: "Der Start ist absolut positiv verlaufen. Was uns ein wenig überrascht hat, war, dass die ersten Bestellungen nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern unter anderem aus Elmshorn, Berlin und München kamen. Das heißt, dass die Grubenhelden nicht nur lokal oder regional Aufmerksamkeit genießen, sondern von Beginn an schon deutschlandweit wahrgenommen wurden.

Hinzu kommt unsere kontinuierlich wachsende Zahl an Followern auf unseren Social-Media-Kanälen. All das freut uns natürlich sehr, zumal wir ja ganz am Anfang stehen und in Zukunft noch viel passieren wird."

Was erhoffen Sie sich in der nächste Zeit?

Matthias Bohm: "Wir freuen uns zunächst einmal darüber, wie positiv die ersten Wochen verlaufen sind. Und wir wünschen uns, dass immer mehr Leute sich für unsere Idee begeistern und diese in die Welt hinaus tragen; dass sie das leben, wofür wir stehen."

Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Matthias Bohm: "Als nächstes eröffnen wir Anfang Juni unseren ersten Grubenhelden-Store in Gladbeck. Nähere Infos wird es demnächst auf unserem Facebook-Account geben. Für diesen Tag haben wir das eine oder andere Highlight geplant. Aber ich kann schon jetzt versprechen, dass die Besucher an diesem Tag sehr gut unterhalten werden.

Außerdem freuen wir uns, dass wir seit ein paar Tagen auch eine Grubenhelden-Cap in unserem Sortiment haben. Sie ist sozusagen ein Vorbote der neuen Kollektion, an der wir derzeit fieberhaft arbeiten. Diese wird voraussichtlich Ende des Jahres auf den Markt kommen."

Vielen Dank für das interessante Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Fazit:

Aus dem Schatten der Fördertürme zu einem interessanten Start-Ups des Potts. Grubenhelden, ein junge Ideenschmiede die mit Geschichte und lokaler Verbundenheit ein Alleinstellungsmerkmal in der Modebranche aufweist. Das ist der Stoff aus dem Geschichten sind.

 

 

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verwendete Bilder: © Felix Rabas/Grubenhelden

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