Marketing im Pott – der Marketing-Blog für das Ruhrgebiet

#thedress geht um die Welt: Die Chancen des Realtime Marketing

Veröffentlicht am 09.03.2015 in Marketing

#thedress – Wenn Sie in den letzten Tagen online aktiv waren, wird dieser Hashtag Ihnen sicherlich das ein oder andere Mal begegnet sein. Dahinter steht die Diskussion, die eine junge Frau über die Blogplattform Tumblr ins Rollen gebracht hat: Und zwar über die Abbildung eines Kleides, welches durch Lichteinfall in unterschiedlichen Farben schimmert.

Der eine sieht das Kleid in weiß-gold erstrahlen – ein anderer ist sich sicher, dass das Kleid in einem satten schwarz-blau daher kommt. Soweit, so gut. „Was hat das Ganze mit Marketing zu tun?“ werden Sie sich jetzt sicher fragen. Dieser Blog liefert die Antwort.

real-time-marketingMarketing in Echtzeit

Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie man sich aktuelle Diskussionen, die die Öffentlichkeit bewegen, zu Eigen machen kann. Denn schnell waren nicht nur die Abbildungen des Kleides überall zu finden, sondern auch Anzeigen kreativer Unternehmen, die sich öffentlich dieser Diskussion anschlossen und sie zu ihren Zwecken nutzten.

Folgende Reaktion von Ferrero Rocher z.B. lässt schnell erahnen, worum es im Realtime Marketing geht:

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens war in kürzester Zeit dieser Eintrag zu finden: „Wir finden, das Kleid ist GOLD-weiß“.

Ein cleverer Schachzug, wenn man so einfach Markenbezug herstellen kann.

Realtime Marketing in Social Networks

Wie funktioniert Realtime Marketing überhaupt und was macht es so besonders?

Schon sind wir inmitten der Diskussion, welche Trends in der nächsten Zeit auf uns zusteuern.

Der nächste große Schritt wird sein, permanent und just in time neue Impulse zu setzen. Die Voraussetzungen hierfür sind alle gegeben. Durch die Entwicklung der Smartphones und der sozialen Netzwerke bekommt man schon jetzt das Gefühl, immer und überall live dabei zu sein.

Doch das ist erst der Anfang und gerade in Deutschland sind die Unternehmen noch sehr zurückhaltend was diese Form des Marketing betrifft. Dabei ergeben sich so viele Möglichkeiten.

Dies zeigt auch das zweite Beispiel, die Ice Bucket Challenge. Diese machte im Sommer 2014 die Runde und war aus den sozialen Netzwerken nicht mehr wegzudenken.

Hier wurden nach und nach Mitglieder des Netzwerkes nominiert, sich einen Kübel Eiswasser über den Kopf zu schütten. Und das alles zu einem guten Zweck – es sollte auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam gemacht und zu Spenden aufgerufen werden. Dieser Contest zog sich wie ein Virus durchs Netz und verschaffte der Krankheit eine Aufmerksamkeit, die sie so sonst nie bekommen hätte.

Vielleicht waren Sie ja sogar auch nominiert und haben sich an der Aktion beteiligt. Ansonsten bekommen Sie hier ein paar Einblicke in die Aktion. 

Sportereignisse  als emotionaler Anker

Die USA (hier wurde auch der Startschuss für die Ice Bucket Challenge gesetzt) zeigen sehr gut, wie man dieses Marketinginstrument umsetzen kann. Dort ist es während großer Sportereignisse inzwischen Gang und Gebe, situativ Werbebotschaften zu platzieren.

Es entbrennt hier zwischen den Unternehmen schon fast ein eigener kleiner Wettkampf, wer am schnellsten und smartesten auf die Geschehnisse vor Ort reagiert.

Ein Beispiel aus diesem Bereich lässt sich bei der Fußball WM 2014 erstmalig von einem deutschen Unternehmen im großen Stil beobachten. Adidas hat sich die WM und die damit verbundenen Emotionen zu Eigen gemacht und unter #allin or nothing eine Echtzeitkommunikation über die genutzten sozialen Kanäle ins Leben gerufen.

Realtime  im Handel - Die Beacon Technik

Doch auch im Handel lässt sich Echtzeitmarketing direkt anwenden. Um auch hier die Begeisterung für Realtime Marketing zu wecken, lässt sich ein Instrument anführen, welches Echtzeitkommunikation im Handel darstellt – die Beacon Technik. Sie beschreibt eine Art Nahfunksystem. Dieses System ist z.B. in der Lage, Einkaufslisten der Kunden in Supermärkten zu erfassen und sie somit bei den kommenden Einkäufen an bevorzugt gekaufte Produkte und Marken zu erinnern.

Der Agenturchef Benedikt Holtappels, geschäftsführender Gesellschafter der Werbeagentur GGH Lowe, fasst die Beacon Technologie passend zusammen: „(…) die Beacon-Technik ist nicht nur für Händler interessant. Auch Branchen wie Versicherungen können sie nutzen, indem sie zum Beispiel auf Flughäfen QR-Codes platzieren, die es kurzfristig noch ermöglichen, ganz unkompliziert eine Reisekrankenversicherung  abzuschließen.

Zur Karnevalszeit hatte die Provinzial-Versicherung ein Angebot in Düsseldorfer Kneipen platziert, um in der Jeckenzeit für alle Fälle abgesichert zu sein. Klar ist: Je relevanter das Angebot zum richtigen Zeitpunkt ist, umso mehr Erfolg wird Echtzeitmarketing haben.“

(Quelle: http://www.wuv.de/agenturen/realtime_marketing_braucht_neue_arbeitsweisen; 02.03.2015)

Fazit –Es braucht Mut

Fakt ist: Beim Realtime Marketing verlassen Sie die konventionellen Wege der klassischen Marketinginstrumente. Hier liegt keine durchgeführte Marktforschung zu Grunde, mit der man den Erfolg der Kampagne einfach messen kann.  Stattdessen geht es um Impulse, Interaktivität und Schnelligkeit. Warum im Marketing also nicht einfach mal etwas wagen und auf das reine Bauchgefühl hören?

Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung.

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