Institutionen tun es. Medienhäuser tun es. Und auch immer mehr Unternehmen tun es: podcasten. Ohrenfreundlich portionierte Audio-Sendungen servieren, mit Unterhaltungs- und Nutzwert für ihre Zielgruppen. Podcasts sind ein Trendmedium.

Was gestern der eigene Blog war, ist heute der eigene Podcast. Wie gut sich ein Podcast im Marketing-Mix macht, ist natürlich von verschiedenen Faktoren, der Zielsetzung und der Ausführung abgängig. Ein pauschales Erfolgsrezept gibt es nicht. Aber es gibt gute Gründe, warum es sich lohnt, über die Produktion eines Podcasts nachzudenken. Hier sind fünf davon.

1. Podcasts sind überall konsumierbar.

Ein Buch während der Hausarbeit lesen? Schwierig. YouTube-Videos während der Autofahrt anschauen? Keine gute Idee. Podcasts hingegen lassen sich immer und überall konsumieren. Ich persönlich habe meine Lieblingspodcasts auf dem Weg zur Arbeit oder beim Sport im Ohr. Tatsächlich hören viele Nutzer laut aktueller YouGov-Analyse zum Thema  „Podcast als Marketingkanal“ ihre Audio-Happen außer Haus. 21 Prozent der befragten Hörerinnen und Hörer lauschen im Bus oder in der Bahn, 19 Prozent im Auto. Spaziergänge, Besorgungen im Stadtteil usw. fallen unter den Sammelbegriff „Unterwegs“, den 21 Prozent der Befragten angaben.

Interessant zu wissen: Podcasts erreichen ihre Zielgruppe „im vertrauten Umfeld“. 73 Prozent hören von Zuhause zu – auf dem Sofa (50 Prozent), im Bett (44 Prozent) und sogar auf dem stillen Örtchen (7 Prozent). Und damit ganz bewusst, nicht als Hintergrundrauschen.

2. Podcasts sind leicht verfügbar.

Es ist kein Zufall, dass die wachsende Beliebtheit von Podcasts mit der steigenden Nutzung von Smartphones einhergeht. Die intelligenten Mobiltelefone sind Alleskönner und zu stetigen Begleitern unseres Alltags geworden, die so manches technische Gadget verdrängt haben. Darunter Media-Player wie den iPod, das dem Medium Podcast zu einem ersten Aufschwung (und auch zu seinem Namen) verhalf.

Dank Podcatcher-Apps, die automatisch die Feeds der abonnierten Podcasts abgreifen und Audiodateien aufs Handy übertragen, und Streaming-Diensten wie Spotify, Amazon Music oder Deezer kann jeder sein persönliches Podcast-Porgramm in der Hosen- oder Handtasche mitführen. Laut YouGov-Analyse tun 55 Prozent der Podcast-Hörer genau das.

3. Podcasts sind mit (verhältnismäßig) kleinen Mitteln zu realisieren.

Wechseln wir von der Seite des Rezipienten auf die des Produzenten. Einen Podcast ist mit verhältnismäßig kleinen Mitteln zu realisieren. Gerade im Vergleich zur Erstellung eines guten Unternehmens- oder Produktvideos. Zwar ist der Aufwand eines regelmäßigen Podcasts keineswegs zu unterschätzen (Konzeption, Aufnahme, Nachbearbeitung, Distribution, Bewerbung etc.), aber was es im Kern braucht, sind letztlich ein aufnahmefähiges Mikrofon und zwei Sprecher (für die Dynamik, einer geht auch, aber Monologe im Podcast gehören eher ins Fach Special Interest – siehe bzw. höre den Einschlaf-Podcast.

Ein professionelles Sendestudio, das von allen Umgebungsgeräuschen abgeschottet ist, ist natürlich die beste Voraussetzung für optimale Ton- und Klangqualität. Ein ordentliches Aufnahmegerät (ein Zoom beispielsweise) und eine ruhige Ecke tun es aber auch – und bieten den Vorteil spontaner Rede-Sessions. Aber Achtung: Die Hörerschaft wird anspruchsvoller – eine gewisse Aufnahmequalität ist unbedingt zu empfehlen, will man Nutzer seines Angebotes dauerhaft binden.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen, im Vergleich zu Videoproduktionen: Nicht jeder fühlt sich vor laufender Kamera wohl. Die Hemmschwelle bei einer reinen Audioaufnahme in ungezwungener Umgebung ist häufig geringer. Das kann gerade dann hilfreich sein, wenn man es nicht mit extrovertierten Medienprofis zu tun hat, sondern seine Arbeitskollegen und Mitarbeiter als Gesprächspartner und Experten gewinnen will.

Lust auf ein paar Beispiele?

Ob S04 oder BVB, VfL Bochum oder MSV Duisburg, RWE oder RWO – im Ruhrgebiet in Fußball mehr als eine Glaubensfrage. In „fußball inside“ geht es um die Themen, über die Fußballfans sprechen. Die Experten von FUNKE Sport und den Lokalradios im Ruhrgebiet geben Einblick hinter die Kulissen der Revier-Vereine und halten nicht mit ihrer Meinung zurück. Jeden Donnerstag aufs Neue.

Ganz frisch auf dem Podcast-Markt ist „nah & direkt“: Hier geht es um die stärksten Themen und wichtigsten News aus NRW – die Redakteure der FUNKE-Tageszeitungen WAZ, NRZ, WP und WR gehen den Geschichten, die die Leserinnen und Leser am meisten bewegen, auf den Grund. Jeden Freitag gibt es eine exklusive Folge auf die Ohren.

4. Podcasts liegen im Trend.

Und das ehrlicherweise nicht erst seit gestern. Im Unterhaltungs- und Mediensektor sind das Angebot und die Konkurrenz groß, auch im Marketingbereich ist das Feld reichlich bestellt. Je nach Branche bzw. Themengebiet jedoch kann ein Podcast noch immer einen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Auch wer eine junge Zielgruppe ansprechen will, sollte über das Thema Podcasting zweimal nachdenken. Während laut ARD/ZDF-Online Studie 2019 28 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich in einen Podcast reinhören, sind es in der Kohorte der 14- bis 29-Jährigen schon 48 Prozent. Die YouGov-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass rund 30 Prozent der 18 bis 30-Jährigen wöchentlich entsprechende Audioformate konsumieren.

5. Podcasts schärfen das Profil und schaffen Vertrauen.

35 Prozent der YouGov-Befragten suchen ihren Podcast nach dem Unterhaltungswert aus. Das heißt nicht, dass Konsumenten allein auf Zerstreuung aus sind. Gleich darauf folgen „Um mich über aktuelle Angelegenheiten zu informieren“ (34 Prozent) und „Um mich zu bilden / etwas Neues zu lernen“ (32 Prozent) als Hörermotivationen. Gut gemachte Formate verbinden beides: Unterhaltungs- und Nutzwert.

Mithilfe eines Podcasts können Produzenten einen Expertenstatus aufbauen, indem sie die Interessen ihrer Zielgruppen aufgreifen, Aha-Momente vermitteln und sogar zur Lösung eines (Alltags-)Problems beitragen. Autohersteller Audi lotet mit „Die Zukunft ist elektrisch“ die Aussichten für die Elektromobilität aus (nicht ohne auf die eigene e-tron Modellserie hinzuweisen), die Telekom bespricht die Chancen der Digitalisierung und Baumarkt Hornbach interviewt Bastler und Hobby-Handwerker zu ihren Projekten.

Wer mit regelmäßigem Output glänzt, positioniert sich nicht nur als Experte. Einmal abonniert und für hörenswert befunden, werden Podcaster zu ständigen Begleitern im Ohr. Der Hörer baut eine Bindung auf, die zu einem Gefühl der Vertrautheit führen kann. Man glaubt, die Person hinter dem Mikro zu kennen. Idealerweise überträgt sich die Verbundenheit zum Testimonial auch auf das Produkt, die Dienstleistung oder das Unternehmen.

Sie haben Interesse an einem eigenen Unternehmenspodcast? Dann melden Sie sich per Mail (podcast-produktion@westfunk.de) bei unserem Podcast-Team und lassen Sie sich professionell beraten.

Patrick Torma

Von Patrick Torma

Ist gebürtiger Essener und Produktmanager bei der FUNKE MEDIA SALES. Bloggt privat – und auch für Marketing im Pott.