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Teambuilding – Die Bühne als emotionaler Anker?

Veröffentlicht am 07.06.2017 in Management

Das Teamgefühl zu fördern kann eine positive Wirkung auf das gesamte Unternehmen haben. Foto: Pixabay

Das große Ensemble der Karl-May-Festspiele in Elspe zeigt in schauspielerischer Höchstleistung jedes Jahr auf neue, wie ein Team zusammen funktionieren muss, damit das Publikum begeistert ist. Winnetou und Old Shatterhand bestreiten seit Jahren Hand in Hand ihre Abenteuer gemeinsam. Doch um auf der Bühne so gut zusammen zu harmonieren, braucht es eine gute Regie und feste Regeln.

Dies gilt genauso für die Zusammenarbeit Ihrer Abteilungen im Unternehmen. Was kann man vom Theater lernen? Wie können Ihre Mitarbeiter gemeinsame Erfahrungen sammeln, und wie bekommen Sie die Information in den Köpfen verankert?

Am besten geht dies mit gemeinsamen Erlebnissen, die zusammenschweißen und positiv besetzt sind. Hierzu und darüber, was seine Arbeit für ihn so besonders macht, habe ich mit Rolf Schauerte gesprochen – dem langjährigen Geschäftsführer der Elspe Event GmbH und heutigem Marketing-Berater von Elspe Festival.

Herr Schauerte, das Elspe Festival und die Karl-May-Spiele sind überregional sehr bekannt. Ein ähnliches Erlebnis wie die Festspiele selbst kann man auch als Firmenevent buchen. Was machen Firmen-Veranstaltungen in Elspe zu einem nachhaltigen Erlebnis?

Rolf Schauerte: „Beim Firmenevent ist es ganz sicher ein riesiger Vorteil, dass wir vom Theater kommen. Wir packen auch eine Firmen-Veranstaltung wie eine Theaterinszenierung an. Das heißt: Es gibt ein Drehbuch und eine Dramaturgie. Anders als bei einer Theaterinszenierung fängt die Konzeption aber von hinten an.

Wenn jemand ein Firmenevent bei uns buchen möchte stellt sich immer zuerst die Frage, was die Teilnehmer aus diesem Event mit nach Hause nehmen sollen? Häufig geht es darum, dass neue Produkte oder Verkaufsstrategien kommuniziert werden sollen. Wer tiefer in ein Thema einsteigt merkt aber bald, dass solche Inhalte besser vermittelt werden können, wenn die Teilnehmer lernen, gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen zu entwickeln und ihren Platz in der „Unternehmens-Inszenierung“ zu finden. Wenn man dann noch diese Informationen in einem Rahmen vermittelt, der positiv in Erinnerung bleibt, dann bleiben auch die Informationen positiv im Gedächtnis verankert und ganz weit oben in den Schubladen im Kopf. Gemeinsame Erlebnisse sind etwas, das im digitalen Zeitalter eine ganz große Rolle spielt. Das, was die Leute am Tag nach einem Besuch in Elspe erzählen, ist der Maßstab, an dem wir uns messen lassen möchten.“

Warum ist diese Art Erlebnis so wichtig?

Rolf Schauerte: „„Es gibt alle möglichen Konferenzen, Online-Konferenzen und Telefon-Konferenzen und außerdem noch den E-Mail-Verkehr. Das ist auch alles sinnvoll und nicht mehr wegzudenken. Aber Unternehmenskultur beinhaltet mehr als eine intakte Organisationsstruktur und den Einsatz von organisatorischen Hilfsmitteln und Techniken. Reibungspunkte entstehen oft, weil die Rollenverteilung nicht klar und eine gemeinsame Zielsetzung nicht verinnerlicht ist. Schlechte Schauspieler lesen und lernen in einem Drehbuch nur ihre eigenen Sätze. Das reicht aber natürlich nicht, um klar zu erkennen, welcher Baustein für sie in der Gesamtinszenierung vorgesehen ist.

Wenn wir diese Form von Teamarbeit, die dann auch noch in einem gemeinsamen Feiererlebnis ihren Höhepunkt findet, so vermitteln können, dass das Erlebte auch nach Wochen, Monaten und Jahren noch im Kopf ist, dann ist das Ziel erreicht. Viele Unternehmen, die uns anfragen, haben verstanden, dass persönliche Kontakte und gegenseitiges Verständnis gerade im digitalen Zeitalter immer wichtiger werden.“

Das Team in Elspe lebt genau das vor, diesen Kontakt zu vermitteln. Vor allen Dingen durch das Hervorrufen von Emotionen, oder?

Rolf Schauerte: „Genau das ist der Punkt. Positive Emotionen können nur entstehen, wenn ein Ambiente - und dazu gehört mehr als nur ein Ambiente bestehend aus Gebäude und Deko, sondern auch ein durch Menschen mit Leben gefülltes Ambiente - so stimmig ist, dass sich dieses positive, angenehme Wohlfühlelement bei jedem einstellt.

Und es ist ganz wichtig zu wissen, dass man eine Emotion bei einem anderen nie direkt hervorrufen kann. Die Emotion muss der andere selbst entwickeln. Ich kann ihm nur helfen, so zu empfinden, wie es sinnvoll ist. Da gibt es verschiedene Tools: Musik spielt eine Rolle, Wärme spielt eine Rolle. Ein Mix aus vielen Dingen spielt eine Rolle, aber letztendlich die Emotion entwickeln und abrufen kann nur der Einzelne selbst.“

Bei Ihnen funktioniert das Team untereinander. Was macht Ihre Arbeit für Sie persönlich so besonders?

Rolf Schauerte: „Ich kann versuchen, das analytisch zu beantworten: Es war all die Jahre eine tolle Mischung aus Büroarbeit und der Arbeit auf der Bühne, in der freien Natur, mit den Pferden und Kollegen. Es ist schön, ein gemeinsames Erlebnis zu haben. Es ist wunderbar dafür am Ende noch den Applaus, oder wie bei den Gangstern üblich, die Buhrufe abzuholen. Aber letztendlich trifft es das auch nicht hundertprozentig.

Warum steigen Menschen auf Berge? Warum verausgaben sich Menschen bis zur totalen Erschöpfung – wie zum Beispiel beim Iron Man auf Hawaii? Und warum spielen Kinder Fußball? Es ist einfach so, dass es bestimmte Dinge gibt, die unabhängig davon, ob man damit sein Geld verdient oder nicht, wichtig für das eigene Leben sind. Wie viele Leute nehmen unendliche Strapazen auf sich, um Dinge zu tun, mit denen sie niemals Geld verdienen.

Es ist, glaube ich, der Anspruch in einem jeden Leben, etwas zu tun, das einem eine tiefe Erfüllung bringt. Zumindest für mich ist das ein wesentlicher Antrieb. Wenn ich etwas tue, dann mache ich es, weil ich das will, weil es die Aufgabe gibt, und dann möchte ich das auch möglichst optimal hinkriegen. Wenn ich vor einem Berg stehe und den ersten Schritt mache, möchte ich auch bis zum Gipfel. Wenn es dein Beruf ist, Menschen schöne Zeiten zu vermitteln, wirst Du das Ziel vielleicht nie zu 100 % erreichen. Das heißt aber auch: Es geht immer irgendwie weiter.“

Vielen Dank für das nette Gespräch.

Diese innere Motivation, über die Herr Schauerte so schön gesprochen hat, kenne ich auch. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass man auf seinen eigenen Antrieb hört. Unterstützung erhält man dabei auch über ein gutes Team. So erhöht sich die gesamte Motivation der Mitarbeiter.

Dieses Teamgefühl sollte man also fördern und gemeinsame Erlebnisse – wie zum Beispiel in Elspe – unternehmen, um das Gefüge zusammenzuhalten. Für solche Ausflüge zum Teambuilding gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Fragen Sie doch Ihre Mitarbeiter, was Sie gerne mal gemeinsam unternehmen würden!

Denn Fakt ist: Ein motiviertes und zufriedenes Team arbeitet effektiver und produktiver zusammen.

verwendete Bilder: Pixabay

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