, Werben im PottStart-up Fafigo: Der Herr der Fliegen sitzt in Bochum
  • View Larger Image Fafigo aus Bochum bietet modern interpretierte Herren-Modeaccessoires.

    Weil Steffen Böttner keine Fliege nach seinen Vorstellungen fand, gründete er kurzerhand ein Start-up. Foto: Fafigo

Start-up Fafigo: Der Herr der Fliegen sitzt in Bochum

BPA-freie Trinkflaschen, Bio-Jeans oder pflanzliches Waschmittel – Nachhaltigkeit wird immer größer geschrieben. Aus diesem Grund lohnt es sich diesen Aspekt auch bei Suche nach der richtigen Geschäftsidee für Start-ups nicht aus den Augen zu lassen.

Steffen Böttner ist Gründer und Geschäftsführer von Fafigo, einem Unternehmen mit Sitz in Bochum, das individuelle Fliegen vertreibt. Neben ihm arbeiten noch zwei weitere Mitarbeiter bei Fafigo, sie sind in den Bereichen Design, Kundenservice, Marketing und Sales beschäftigt. Dem Start-up ist es wichtig, auf Ressourcenschonung und Ressourcenrückführung zu achten. Das bedeutet, wirtschaftliche Prozesse in einen natürlichen Stoffkreislauf einzubetten, um so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen. Deren Entwicklung soll weder zu Lasten anderer Regionen noch künftiger Generationen fallen.

Wie Fafigo entstanden ist und welche Aspekte dem Gründer noch wichtig sind, hat Steffen Böttner mir im Interview erzählt.

Herr Böttner, erläutern Sie doch einmal kurz das Konzept Ihres Unternehmens, was macht dieses besonders?

Fafigo-Gründer Steffen Böttner

Steffen Böttner ist Gründer von Fafigo und stolz auf die Qualität seiner in Deutschland gefertigten Fliegen. Foto: Fafigo

Steffen Böttner: „Die Marke Fafigo steht für moderne, frische, stylishe und neu interpretierte Herren-Modeaccessoires. Wir legen dabei großen Wert auf Individualität und Qualität. Um diese beiden Werte zu gewährleisten, gibt es einen Großteil unserer Produkte nur in limitierter Auflage. Das Design und die Herstellung findet in Handarbeit mit viel Liebe zum Detail ausschließlich in Deutschland statt.“

Hinter dem Vorhaben Fliegen zu designen steht sicher eine Geschichte. Wann und wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Start-up zu gründen und warum gerade Fliegen?

Steffen Böttner: „Ich bin 2014 auf die Idee gekommen, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Wir hatten für eine Hochzeit eine ausgefallene Fliege gesucht, die nicht 08/15 sein sollte, sondern etwas Besonderes womit man einen stylishen Akzent setzt und auffällt. Dies erwies sich allerdings als unlösbare Aufgabe. Weder in diversen Läden in der City noch im Internet konnten wir eine entsprechende Fliege nach unseren Vorstellungen finden. Somit haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, eine eigene Fliege nach unseren Vorstellungen zu entwickeln. Es entstanden erste Prototypen, die immer weiterentwickelt wurden – bis wir schließlich unser finales Produkt hatten. Somit wurde die Fliege zu meiner Passion.“

Diese Passion und Ihr Unternehmen kennzeichnen sich vor allem durch das Wort „Nachhaltigkeit“ – warum ist Ihnen dieser Aspekt so wichtig und wie bringen Sie ihn in Ihrem Start-up ein?

Steffen Böttner: „Wir sind aus Überzeugung für eine Ressourcenschonung sowie Ressourcenrückführung und möchten dazu auch unseren Beitrag leisten. Viele unserer Stoffe sind ökoverifiziert. Unsere Verpackungen wurden aus verantwortungsvollen Quellen hergestellt und sind auch FSC-zertifiziert.“

Außerdem produzieren Sie „handmade“ in Deutschland, wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen organisiert?

Steffen Böttner: „Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit zu einer kleinen Manufaktur in NRW. Durch die geografische Nähe und die damit verbundenen kurzen Wege ist eine sehr gute Abstimmung möglich. Die Zusammenarbeit ist besonders durch eine persönliche und unkomplizierte Verbindung geprägt.“

Macht das Ihre Fliegen so einzigartig oder warum sollten Herren ihre Fliegen ausgerechnet in Ihrem Start-up kaufen?

Steffen Böttner: „Unsere Zielgruppe sind Männer, die Wert auf Individualität legen und sich von der Masse abheben möchten. Unsere Fliegen sind aufgrund ihrer hochwertigen und filigranen Verarbeitung gekennzeichnet. Unsere Fliegen sind aus ausgewählten exklusiven Materialien hergestellt, die man so kein zweites Mal findet. Wenn du eine Fafigo-Fliege trägst, veredelst du dein Outfit und machst deinen Look außergewöhnlich.“

Fafigo Produktfoto

Fafigo mit Sitz in Bochum lässt seine Fliegen in einer Manufaktur in NRW fertigen. Foto: Fafigo

Zurück zum Gründungsvorgang: Wie viel Zeit hat die Planung und Vorbereitung Ihrer Gründung in Anspruch genommen?

Steffen Böttner: „Die Vorlaufzeit von der Idee bis zum Go live des Onlineshops hat ca. ein Jahr in Anspruch genommen.“

Hatten Sie schon Kenntnisse in den Bereichen Marketing und Unternehmensgründung?

Steffen Böttner: „Es war nicht komplettes Neuland für mich, da ich schon mal vor einigen Jahren ein kleines Unternehmen gegründet hatte. Daher hat mir diese Erfahrung die Gründung etwas einfacher gemacht.“

Wie sahen die ersten Schritte in die Unternehmensgründung aus? Zum Beispiel die Namensfindung, die Gewerbeanmeldung, etc.?

Steffen Böttner: „Einer der ersten und wichtigsten Schritte war die Produktentwicklung sowie Findung eines Produktionspartners. Die formelle Gründung an sich (Gewerbeanmeldung, notarielle Beurkundung, etc.) ist da im Vergleich ein eher einfacherer Schritt gewesen.“

Rückblickend: Was war Ihrer Meinung nach das Schwierigste während des Prozesses der Gründung Ihres Start-up?

Steffen Böttner: „Die meiste Zeit und das Schwierigste war ohne Frage die Suche und Findung eines Produktionspartners, der unseren Ansprüchen gerecht wird. Dies stellte sich innerhalb Deutschlands als äußerst schwierig dar, da aufgrund der Massenproduktionen in Billiglohnländern hierzulande viele kleinere Manufakturen aussterben.“

Welche Tipps würden Sie an zukünftige Gründer weitergeben?

Steffen Böttner: „Wichtig ist, dass man aus Überzeugung zu seiner Idee gründet und eine Passion für diese mitbringt. Gründer sollten sich darauf einstellen, dass nicht immer alles glatt läuft, sondern es auch Rückschläge geben wird, auf die man sich einstellen muss.“

Abschließend: Woraus setzt sich der Name „Fafigo“ eigentlich zusammen bzw. was bedeutet er?

Steffen Böttner: „Fafigo setzt sich aus „fa il figo“ zusammen, kommt aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie „mach den coolen Typen“.“

Vielen Dank!

Aus dem eigenen Bedarf heraus zur Geschäftsidee – so schnell kann es mit der Selbstständigkeit manchmal gehen. Außerdem ist Nachhaltigkeit ein Thema, das uns alle beschäftigt. Fafigo zeigt, wie einfach es sein kann, seinen Beitrag zu leisten.

Nina Blumenrath

Von Nina Blumenrath

Ist derzeit Studentin Master Medienkulturwissenschaft.

Von | 2017-05-09T17:16:00+00:00 22. März 2017|Management, Werben im Pott|0 Kommentare

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