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Start-up des Monats: Wunschfutter aus Dortmund

Veröffentlicht am 04.03.2016 in Management & Best Practice

Start-up_des_MonatsDie individuelle Sonderausstattung im Auto, das selbst entworfene Kissen oder das selbst zusammengestellte Müsli. Produkte personalisieren und etwas haben, was sonst keiner hat.

Genau das ist es, was viele Kunden heutzutage wollen. Das Prinzip der Mass Customization führt Individualität und Massenproduktion zusammen.

Diesem Prinzip folgt auch unser Start-up-Unternehmen des Monats, die Firma Wunschfutter aus Dortmund, und folgt damit offensichtlich einem neuen Trend.

Was ist Mass Customization?

„Mass Customization“ – ein Wort, zusammengesetzt aus „mass production“, und „customization“. Die kundenindividuelle Massenproduktion ist marktorientiert. Als Unternehmer genießt man durch dieses Prinzip gleichzeitig die Vorteile der Massenproduktion, muss aber trotzdem nicht auf individuelle Kundenwünsche verzichten.

Als Grundlage gilt ein Basisangebot, welches durch viele verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, meist nach dem sogenannten Baukastensystem, gestaltet werden kann. So besteht für jeden Kunden die Möglichkeit, sich für ein individuelles Produkt zu entscheiden.

Das Einzigartige: Die kundenspezifische Problemlösung bringt gleichzeitig die Kostenvorteile einer prozessorientierten Massenfertigung mit sich.

Verschiedene Arten der Umsetzung

Bei der Mass Customization kann man zwischen vier verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten unterscheiden:

  • Self Customization - Die Individualisierung des Produkts liegt in der Hand des Kunden, zum Beispiel durch eine Software
  • Point of Delivery Customization - Hierbei erfolgt die Individualiserung direkt am Verkaufsort
  • Modularization - Das Angebot wird mit Hilfe eines Baukastensystems auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst
  • Time based Management - Kundenindividuelle Produktion mit massenhafter Vorfertigung unter Nutzung von Zeitvorteilen

Soviel zunächst zur Theorie. Doch nun zu einem Unternehmen, welches mit diesem Prinzip bereits arbeitet.

Für meinen Blogpost habe ich mich mit Tobias Heitmann aus Dortmund unterhalten. Er hat das Start-up-Unternehmen Wunschfutter gegründet.

Herr Heitmann, erläutern Sie doch einmal kurz das Konzept Ihres Unternehmens.

Tobias Heitmann: "Unser Unternehmen Wunschfutter produziert individuelles Hundefutter. Jede Bestellung wird frisch produziert. Zudem beliefern wir Hundefutterläden mit White-Label-Futtermarken. Das bedeutet, dass wir eigene Futtermarken für kleine Fachgeschäfte produzieren – So können diese eine deutlich höhere Kundenbindung erreichen."

Wann und wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Start-up-Unternehmen zu gründen? Und warum gerade im Bereich Hundefutter?

Tobias Heitmann: "Das war aus der eigenen Not heraus! Mein Welpe Oskar hatte schon sehr früh Probleme mit schlechtem Hundefutter und Allergien. Nachts kam mir dann mal der Gedanke etwas gesundes auf dem Gebiet zu machen."

Wie viel Zeit hat die Planung und Vorbereitung in Anspruch genommen? Konnten Sie dabei auf Vorwissen im Bereich Marketing und Unternehmensgründung zurückgreifen?

Tobias Heitmann: "Von der Idee bis zur ersten Produktion hat es ca. sechs Monate gedauert. Im Bereich Marketing und Unternehmensgründung habe ich in der Vergangenheit schon einige Erfahrungen sammeln können. Ich leite neben Wunschfutter noch ein Familienbetrieb. Die Galerie Zimmermann & Heitmann wurde bereits im Jahr 1879 gegründet."

Gab es trotzdem Zweifel oder Bedenken vor der Gründung?

Tobias Heitmann: "Die gibt und gab es natürlich jeden Tag! Eine Gründung ist immer sehr schwer und leider kann man nicht alles im Buch nachlesen und keinen Hellseher befragen."

Wie sahen die ersten Schritte Ihrer Unternehmensgründung aus? 

Tobias Heitmann: "Als erstes haben wir sofort eine GmbH gegründet. Der Name Wunschfutter war sofort klar und die Domain konnten wir recht günstig erwerben. Etwas Widerstand gab es bei der IHK wegen des Namens, aber es hat letztendlich dann doch geklappt."

Für welche Finanzierungsmöglichkeit haben Sie sich entschieden?

Tobias Heitmann: "Wir waren drei Gründer und haben am Anfang jeder 100.000 Euro investiert. Das war sicherlich viel Geld, aber so hatten wir gerade in der Gründungsphase unsere Ruhe vor Investoren.

Zur weiteren Finanzierung haben wir dann ein Family Office gefunden. Die Vermögensverwaltung einer Industriellenfamilie hat bei uns Anteile an Wunschfutter erworben."

Warum haben Sie sich für einen Shop entschieden, der sich auf kundenindividuelle Massenproduktion spezialisiert?

Tobias Heitmann: "Das Prinzip der Mass Costumization hat viele Vorteile. Zum einen ist Hundefutter ist ein Produkt, welches der Kunde immer wieder benötigt, nicht so wie zum Beispiel ein Bild.

Zum anderen ist die Treue der Kunden auf diesem Gebiet sehr hoch. Auch die Tatsache, dass wir Pioniere in diesem Bereich waren, hat uns gereizt."

Was war Ihrer Meinung nach die schwierigste Phase während der Gründung ihres Start-ups?

Tobias Heitmann: "Die größte Herausforderung war eindeutig die Akquise von Kunden. Als anfangs noch unbekannter Produzent bedurfte es einer Menge Überzeugungsarbeit, um uns bekannt zu machen."

Welche Tipps würden Sie an zukünftige Gründer weitergeben?

Tobias Heitmann: "Am Anfang ist es wichtig das Geld zusammen zu halten. Es ist nicht jeder Rocket Internet und man kann jeden Euro nur einmal ausgeben."

Vielen Dank für das nette Gespräch.

Sie haben vor Kurzem auch ein Start-up-Unternehmen im Ruhrgebiet gegründet? Dann melden Sie sich bei uns und erzählen uns Ihre Geschichte. Vielleicht wird Ihr Unternehmen schon das nächstes Start-up des Monats.

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