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Social Media Marketing: Facebook für Existenzgründer, Teil 4

Von Vanessa Lehmkuhl am 05.05.15 08:00

Fotolia_62452339_XSIn den drei vorangegangen Teilen meiner Facebook-Serie habe ich darüber gebloggt, warum sich eine Präsenz auf Facebook für Sie als Existenzgründer lohnt, wie Sie Ihre Unternehmensseite auf diesem Social Media Kanal einrichten und habe mich mit dem richtigen Content auseinandergesetzt.

Nun betreiben Sie bestenfalls schon Social Media Marketing und sind u. a. stolzer Besitzer einer eigenen Unternehmensseite auf Facebook, haben sich perfekt eingerichtet und posten bereits fleißig Inhalte. Die ersten Fans haben Sie auch schon gewonnen.

Wo bleiben die neuen Fans?

Früher oder später stellen Sie aber fest: Wo bleiben Ihre neue Fans? Und bemerkenswerte Reaktionen auf Ihre Beiträge lassen auch vergeblich auf sich warten. Nun stellt sich die Frage, was ist passiert?

Nichts dramatisches, Facebook als profitstrebender Konzern ist passiert. Mittlerweile hat der Großkonzern für sich entdeckt, wie sich mit Unternehmen auf Facebook Umsatz erzielen lässt.

Die Fanzahl stagniert, die Interaktionen gehen zurück – Was dann?

Vor einiger Zeit lief es z. B. noch so: War man Fan einer Unternehmensseite, so zeigte Facebook automatisch deren Beiträge im eigenen News Feed an. Es reichte einfach nur Fan zu sein, um informiert zu bleiben, denn viele Facebook-Mitglieder nutzen das soziale Netzwerk eher passiv. Ich persönlich zähle mich selbst zu dieser Gruppe – Ich folge einigen Seiten, die für mich interessant sind, aber ich verteile selten Likes oder teile Inhalte. Ich bin einfach nur ein Mitleser, so wie viele andere auch.

Doch seit Facebook seinen Algorithmus verändert hat, werden mir einige Neuigkeiten gar nicht mehr angezeigt. Die Meldungen im News Feed werden von meinen jeweiligen Verbindungen und Aktivitäten auf Facebook beeinflusst. Facebook möchte so erreichen, dass mir als Mitglied am ehesten vermutlich relevante Meldungen von Freunden und Seiten, mit denen ich in regelmäßiger Interaktion stehe, angezeigt werden.

Würde ich nun häufig eine bestimmte Seite besuchen und mich dort aktiv einbringen, dann würde der Algorithmus z. B. bestimmen, dass ich von meiner favorisierten Seite nichts mehr verpasse.

Es ist also der sogenannte Facebook-Algorithmus, der darüber entscheidet, welche Inhalte in meinem News Feed auftauchen.

Worauf achtet der Algorithmus?  

Den genauen Algorithmus kennt leider nur Facebook. Es gibt aber einige Faktoren, die mittlerweile bekannt geworden sind, um als Unternehmen im News Feed der Fans stattfinden zu können.

Wie schaffen Sie es im News Feed Ihrer Fans angezeigt zu werden?

Noch mal bezugnehmend auf den dritten Teil meiner Facebook-Serie, möchte ich Ihnen folgende Tipps geben, um im News Feed Ihrer Fans auftauchen zu können:

  • Posten Sie aktuelle und für Ihr Zielpublikum relevante Beiträge, über die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diskutiert wird - ein gutes Beispiel dafür ist die Facebook-Seite eines lokalen Radiosenders - täglich werden hier neue Themen platziert, die wichtig für das Leben im Sendegebiet sind und dementsprehend viele Interaktionen einheimsen
  • Ihre Inhalte sollten glaubwürdig sein und Vertrauen aufbauen, z. B. ernst gemeinte Tipps für Ihre Fans
  • Bevor Sie Inhalte posten, sollten Sie sich fragen, ob der Inhalt so interessant ist, dass Sie diesen selbst mit Ihren Kontakten teilen würden
  • Fragen Sie sich, welchen Inhalt Sie sich für Ihren eigenen News Feed wünschen und richten Sie daran gemessen Ihre Postings aus

Und wenn der Content alleine nicht für genügend Aufmerksamkeit sorgt, unterstützt Sie Facebook-Werbung

Facebook-Werbeanzeigen sind anfänglich mit etwas Mühe verbunden, aber kein Hexenwerk. Die nächsten Zeilen sollen Ihnen Aufschluss darüber geben, wie Sie Ihre erste Werbeanzeige schnell und einfach selbst erstellen können.

Wie funktioniert Werbung bei Facebook?

Schritt 1: Zunächst loggen Sie sich auf Facebook mit Ihrem persönlichen Konto ein und klicken sich zu Ihrer eigenen Unternehmensseite. Voraussetzung für die Erstellung von Werbeanzeigen ist, dass Sie eine der folgenden Rollen für Ihre Unternehmensseite besitzen: Administrator, Verfasser, Moderator oder Werbetreibender.

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Mein Tipp: Noch einfacher ist die Organisation Ihrer Werbeanzeigen, wenn Sie sich den sogenannten Business Manager von Facebook einrichten, der sich mit Ihrer Unternehmensseite verknüpfen lässt.

Unbedingt sollten Sie sich über den Business Manager organisieren, wenn mehrere Personen Ihres Unternehmens Ihre Werbeanzeigen auf Facebook verwalten sollen. Via Business Manager richten Sie ein Werbekonto ein, das niemals alleinstehend existiert. Ein Werbekonto ist immer einem privaten Benutzer- oft Unternehmenskonto angehängt. Im Werbekonto werden u. a. Ihre kaufmännischen Daten für die Rechnungsstellung, Ihre Zahlart wie z. B. Kreditkarte, PayPal, etc. hinterlegt.

Der Vorteil eines Werbekontos: Sie können dem Werbekonto weitere Benutzer mit Administrations- oder Berichtberechtigungen hinzufügen, die dann ebenfalls für Sie Werbeanzeigen aufgeben können. Hier finden Sie noch mehr Infos zur genauen Handhabung des Business Managers.

Schritt 2: Sobald Sie auf "Werbeanzeige erstellen" geklickt haben, werden Sie nach Ihrem Kampagnenziel gefragt. Beispielsweise könnten Sie auswählen, dass Ihre Seite hervorgehoben werden soll. Das ist dann empfehlenswert, wenn Sie neue Fans gewinnen möchten. Die nächsten Schritte richte ich beispielhaft an diesem Kampagnenziel aus. Wie die folgende Abbildung zeigt, haben Sie aber noch viel mehr Optionen zur Auswahl stehen.

Ziel_Kampagne_auswhlen

Schritt 4: Definieren Sie Ihre Zielgruppe - Auf Facebook können Sie Ihre Zielgruppe recht genau eingrenzen, z. B. Wohnort, Geschlecht, Alter, Interessen, Beziehungsstatus, Bildungsgrad etc. festlegen. Ist Ihr Unternehmensstandort beispielsweise Essen und Ihre Zielgruppe befindet sich auch durchaus im Umkreis von 50 km, dann erlaubt Facebook Ihnen diese Eingrenzung vorzunehmen, d. h. Sie treffen dann die Auswahl "Essen, + 50 km", s. untenstehendes Beispielbild.

Ein wichtiges Kriterium zur Eingrenzung Ihrer Zielgruppe ist die Rubrik “Interessen” - Hier können Sie speziell Personen herausfiltern, die durch "Gefällt mir"-Angaben bereits Interesse an ähnlichen Produkten/Dienstleistungen zeigen.

Noch ein Beispiel: Wenn Sie Juwelier sind und beispielsweise speziell Trauringe bewerben möchten, so ist es sogar möglich, dass Sie Facebook-Mitglieder herausfiltern, die seit drei, sechs Monaten oder länger verlobt sind - Werbung auf Facebook kann also in einem gewissen Maß Streuverluste vermeiden.

Erfahrungsgemäß dauert es immer ein paar Anzeigen, bis Sie die richtige Zielgruppendefinition für sich gefunden haben. Zwischendurch zu justieren ist ganz normal und sogar empfehlenswert.

Aus Erfahrung kann ich berichten, dass die eine Kampagne mal mehr als die andere bringt. Bei der nächsten Werbeanzeige fokussiere ich dann die Zielgruppenkombination, die mir bislang den größten Erfolg gebracht hat.

Wichtig bei Ihrer Zielgruppendefinition ist, dass Sie im rechten Bereich (s. folgende Abbildung) darauf achten, dass sich Ihre Zielgruppenauswahl im grünen Bereich befindet und dass Ihre potenzielle Reichweite nicht zu klein ist. Wäre die Zielgruppe zu klein, würde sich die Nadel in den roten Bereich bewegen, d. h. die gewählte Zielgruppe wäre dann zu spezifisch.

Nehmen Sie andersherum zu wenig Einschränkungen vor, dann ist Ihre Zielgruppendefinition zu vage mit der Konsequenz, dass Sie für Werbekontakte bezahlen würden, die keine Verbindung zu Ihrem Angebot haben.

ZG_Definition

Schritt 3: Nachdem Sie Ihre Zielgruppe definiert haben, gibt Facebook an, welche tägliche Reichweite Sie mit Ihrer Anzeige erwarten können. Das ist aber keine Garantie, sondern nur ein von Facebook geschätzter Wert. Wie viele Likes am Ende dabei herauskommen, kann Facebook leider nicht vorhersagen.

Nun können Sie das Budget festlegen. Ich empfehle Ihnen zunächst immer ein Start- und Enddatum festzulegen, da Sie somit nach Ablauf der Werbeanzeige den Kampagnenerfolg kontrollieren können und so die Kosten im Blick behalten. Mir wurde damals empfohlen erst einmal mit kleinen Tagessätzen anzufangen und auszuprobieren, wie viel Resonanz auf die Werbeanzeige mit kleinem Budget erfolgt.

Für die ersten Gehversuche reichen ca. 50 Euro im Monat aus, um erste Erfolge zu feiern. Besser Sie wissen wie genau Sie Ihre Zielgruppe definieren bzw. welche Zielgruppenkombination für Ihr Unternehmen funktioniert, bevor Sie direkt Hunderte von Euro ausgeben.

budgetSchritt 4: Bestimmen Sie, wie Ihre Facebook-Werbeanzeige aussehen soll. Natürlich sollte die Anzeige ansehnlich sein und dazu verleiten Ihre Facebook-Seite zu besuchen und diese bestenfalls mit "Gefällt mir" zu markieren. Wählen Sie zunächst ein passendes Bild, Foto oder Logo, aus. Dazu ein Hinweis: Sollte Ihr gewähltes Bild Text enthalten, so darf dieser maximal 20% ausmachen. Ansonsten würde die Werbeanzeige von Facebook abgelehnt.

Anschließend legen Sie fest, welcher Text Ihre Werbeanzeige begleiten soll. Achtung, der Text muss zwingend kurz und knackig sein, denn Facebook stellt Ihnen hierfür nur 90 Zeichen zur Verfügung.

fb3Und so könnte Ihre Anzeige dann aussehen:

werbeanzeigenvorschau-1 Ich hoffe, dass Ihnen meine kleine Anleitung bei der Erstellung Ihrer Werbung auf Facebook weiterhilft. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren und würde mich freuen, wenn Sie uns über Ihre ersten Kampagnenerfolge auf Facebook berichten.

verwendete Bilder: © Franck Boston - Fotolia.com

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