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Smalltalk im Job: Schmierstoff für’s Karriere-Rädchen

Veröffentlicht am 03.08.2015 in Management

smalltalk.jpg“Schönes Wetter heute, nicht wahr?” Dieser Satz ist wohl der Prototyp des klassischen Smalltalks.

Was so einfach klingt, ist für viele ein Brocken Arbeit.

Die Kunst der leichten Konversation liegt nicht jedem, dabei ist der Smalltalk im Job unverzichtbar, wenn es darum geht, Kontakte zu knüpfen und zu halten.

Allerdings unterscheidet sich das Kurzgespräch im Berufsleben doch von der alltäglichen Plauderei vor dem Einkaufscenter oder im Park.

Hier gilt es einige Spielregeln zu beachten. Welche das sind sowie einige wichtige Tricks zum Thema lesen Sie in diesem Blogpost.

Das Wetter: Ein dankbares Topic

Smalltalk ist ein Gespräch ohne Tiefgang.

Wenn Frau Meier Herrn Müller gegenüber das nasskalte Wetter beklagt, so gibt sie ihm damit weder eine neue Information (Herr Müller hat das Wetter sicher selbst schon bemerkt) noch ist dieser Inhalt besonders einfallsreich, mit großer Sinnhaftigkeit erfüllt oder zeugt von herausragender Intelligenz oder Fachwissen.

Das macht aber nichts, denn: Frau Müller hat etwas viel Wichtigeres gemacht, sie hat Herrn Müller auf der Gefühlsebene gepackt (fast jeder macht sich Gedanken über das Wetter, freut sich über Sonnenschein, ärgert sich über nasses Wetter, klagt über Hitze oder Kälte oder über zu viel oder zu wenig Schnee).

So abgedroschen es auch klingen mag, aber tatsächlich ist das Wetter nach wie vor auf den vordersten Rängen der klassischen Smalltalk Themen zu finden - und das völlig zu Recht.

Smalltalk als Nährboden

Wenn aber nach einer kurzen Abhandlung über Sonne, Wind und Regen die große Leere folgt, ist damit nichts gewonnen.

Smalltalk dient immer als Grundlage für mehr.

Handelt es sich um ein besonders kommunikatives Gegenüber oder “funkt” es zwischenmenschlich zwischen beiden Gesprächspartnern, wird das Gespräch ganz von alleine weiterlaufen und irgendwann im Idealfall zu wirklich tiefergehenden Unterhaltung auf der fachlichen oder persönlichen Ebene führen.

Perfekte Smalltalk-Themen

Falls sich das Gespräch nicht von alleine weiterentwickelt sollte man sicherheitshalber noch nicht alle Munition abgefeuert habe, sondern in der Lage sein, noch ein paar andere Themen aus dem Hut zu zaubern.

Hier bietet es sich immer an, nach Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber zu suchen.

Das kann bei einer gemeinsamen Tagung eben genau diese sein: Tagesordnungspunkte, Dauer, das Tagungshotel, die Stadt, in der sie stattfindet und daraus resultierend bestimmte Sehenswürdigkeiten, Restaurants-Tipps oder aber (wenn man bereits etwas wärmer geworden ist) die ein oder andere (unverfängliche) Anekdote aus dem eigenen Nähkästchen.

Dabei gilt: Beschränken Sie sich (überwiegend) auf Positives! Mit jemandem, der schon beim ersten Kennenlernen nur Negatives zu berichten hat, möchte man meist nur ungern seine Zeit verbringen.

Tabuthemen vermeiden

Jedem ist es schon mal passiert und jeder weiß wie unangenehm es ist: Der Tritt in ein Fettnäpfchen. Damit das nicht passiert, sollte man von Vornherein alle kritischen Themen vermeiden. Dazu gehören Religion, Politik, Sex, Krankheiten sowie Gerüchte.

Schweigen nutzen

Sich gut unterhalten zu können, ist manchmal gar nicht so einfach.

Gemeinsam schweigen zu können, ohne dass es peinlich wird, ist noch schwieriger und gelingt richtig gut meist nur unter Menschen, die sich bereits gut kennen.

Im Job gilt es aufkommende Gesprächslücken stilvoll auszuhalten, ohne in Panik auszubrechen - und sie aber auch alsbald wieder mit einem Thema zu füllen.

Nutzen Sie solche Pausen, um bereits Gesprochenes zu resümieren - oftmals ergibt sich dadurch ein neuer Ansatz für eine Fortsetzung der Kommunikation.

“Gefällt mir” unerwünscht!

Im Hier und Jetzt des digitalen Zeitalters und der Kommunikation innerhalb sozialer Netzwerke ist eine Schwierigkeit aufgetreten, mit dem vor allem Digital Natives zu kämpfen haben dürften.

Denn sie sind es, die die Konversation innerhalb der social networks praktisch mit der Muttermilch aufgesogen haben und die auf Facebook die meisten Freunde, auf die Twitter die meisten Follower und auf Xing die meisten Kontakte haben.

Diese “digitalen Freundschaften” suggerieren eine Nähe, die aber de facto gar nicht vorhanden ist.

Gespräche in der Realität sind von Grund auf anders als innerhalb des Kosmos’ der sozialen Netzwerke. Und bei aller Lockerheit, die ein Smalltalk auch verlangt, sollte man sich immer vor Augen halten, dass es ein gewisses Maß an “Benimm” auch hier einzuhalten gibt.

Auch der Like-Button hat mittlerweile Einzug ins Geschäftsleben gehalten - und ist dort aber nicht immer ein gern gesehener Gast.

Auch wenn es sich um Smalltalk handelt (und jeder selbstverständlich das Recht hat, die eigene Meinung zu vertreten) gilt es die “natürlichen” Unterschiede zwischen Führungskraft und Mitarbeiter, Kunde und Verkäufer etc. zu beachten.

Und die eigene Meinung ist nicht zu jeder Zeit interessant oder förderlich für ein gelungenes Gespräch.

Nähe und Distanz

Nähe schaffen und Abstand halten. Das widerspricht sich? Aber überhaupt nicht!

Smalltalk dient letzten Endes dem Ziel, zu Ihrem Gesprächspartner eine gewisse - wenn auch sehr oberflächliche - Nähe aufzubauen, die im schlechtesten Fall, einfach nur als Zeitüberbrückung fungiert, und im besseren Fall als Grundlage für weitere Gespräche dient.

Vergessen Sie dabei aber nicht, dass es sich im Normalfall um jemanden handelt, den Sie nicht besonders gut kennen und umgekehrt.

Die natürliche körperliche Distanz sollten Sie also auf jeden Fall einhalten. Genauso verhält es sich mit dem Inhalt Ihres Kurzgesprächs.

Werden Sie nicht zu persönlich, weder indem Sie Ihr Gegenüber Privates fragen, aber erzählen Sie auch nichts zu “Intimes” von sich selbst.

Reden und Zuhören

Der Smalltalk ist eine Grundlage für weitere Gespräche. Diese müssen aber auch die Chance haben, sich zu entwickeln. Damit dies passiert, geht es nicht nur darum, zu reden, sondern auch aktiv zuzuhören, was der andere zu sagen hat und darauf einzugehen.

Beachten beide Parteien diesen Grundsatz, wird sich im Normalfall daraus ein lebendiges Gespräch entwickeln.

Das Ende nutzen

Ein freundliches, wohlwollendes Auseinandergehen ist ein gutes Ende. Ein Abschluss, bei dem Sie die Möglichkeit mitnehmen, weiterhin mit Ihrem Gegenüber in Kontakt zu bleiben, ist ein perfektes Ende.

Wie gelingt das?

Grundsätzlich steht am Ende eines beruflichen Smalltalks immer das “Danke für das interessante Gespräch” - wie auch immer Sie dies dann ausformulieren möchten.

Hier gibt es immer auch die Möglichkeit, die eigene Visitenkarte zu zücken. Diese Geste führt häufig dazu, dass auch das Gegenüber sein Kontaktkärtchen aus der Tasche zieht.

Am besten ist es jedoch immer gleich auf Verbindliches zu setzen. Dies gelingt häufig, wenn Sie einen Aufhänger aus dem vorangegangenen Gespräch finden, wie etwa: “Ich schreibe mir gerne Ihre E-Mail-Adresse auf, um Ihnen die Buchempfehlung zu XXX zu schicken.”

Es gibt Menschen, denen liegt der Smalltalk einfach im Blut. Hier mal ein Schwätzchen halten, da mal einen kleinen Plausch. Aber die lockere Kurzkonversation ist erlernbar.

Die wichtigsten Tricks und Kniffe, um komfortabel durch den ein oder anderen Plausch im Job zu schippern, haben Sie in diesem Blogpost erfahren.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Umsetzen und gute Gespräche!

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verwendete Bilder: © Clemens Schüßler - Fotolia.com

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