Bunte zusammengeknüllte Blätter die im Kreis liegen, in der Mitte ein gelbes Papier, dass wie eine Glühbirne aussieht

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Querdenker haben immer noch in vielen Unternehmen einen schweren Stand. Und das völlig zu Unrecht.

Durch das systematische Brechen von alten Mustern steigern sie schließlich den allgemeinen Innovationsgeist und bringen so den Betrieb voran.

Doch wie können Sie als Geschäftsführer Freigeister fördern und das Innovationsmanagement, also das Planen, Steuern und Kontrollieren von Innovationen, in Ihrer Firma optimieren?

Bevor ich mich dieser Frage widme, möchte ich eingangs beleuchten, warum die Förderung von Innovationen auch für Ihren Betrieb lebensnotwendig ist.

Gesetzt den Fall ein florierendes Unternehmen verzichtet freiwillig auf Innovationen, da ja sämtliche Abläufe wie am Schnürchen gezogen funktionieren. Was steht zu befürchten?

Dr. Matthias Ziegler, vom Consulting-Unternehmen Accenture, kennt die Antwort. Nach Meinung des anerkannten Innovationsexperten läuft eine solche Firma, aller schwarzen Zahlen zum Trotz, akut Gefahr, wichtige Trends zu versäumen und auf diese Weise langsam aber sicher den Weg in die Bedeutungslosigkeit einzuschlagen.

Eigene Abteilungen und Spezialteams

Kein Wunder also, dass sich die meisten renommierten Unternehmen derzeit so einiges einfallen lassen, um die Innovationskraft ihrer Mitarbeiter zu steigern.

Immer häufiger werden sogar eigene Abteilungen aufgebaut, deren Aufgabenschwerpunkt glasklar dem Innovationsmanagement zugeordnet ist.

Diese Experten erarbeiten gemeinsam mit Universitäten, Zulieferern, Kunden oder auch Online-Communities neue Konzepte zur Förderung des Innovationsgeists und motivieren die eigenen Belegschaft dazu, den Blick über den persönlichen Tellerrand zu werfen und neue Ideen oder Strategien zu entwickeln.

Manche Großkonzerne, zum Beispiel die Lufthansa, blasen sogar zur Innovationsoffensive. Satte 500 Millionen Euro lässt sich die Airline mit dem Kranich diese bis zum Jahr 2020 kosten.

Wie Unternehmens-Boss Carsten Spohr verraten hat, wird ein Teil der Gelder in den so genannten „Innovation Hub“ fließen. Dabei handelt es sich um ein Center, das die kreativen Köpfe der einzelnen Tochterunternehmen miteinander vernetzen soll. Gleichzeitig hat es die Aufgabe, den Kontakt zu innovativen Start-ups zu suchen.

Zwei Strategien, ein Ziel

Das Innovationsmanagement der Lufthansa läuft auf zwei Schienen. Einerseits soll die interne Kreativität voll ausgeschöpft werden, während zweitens parallel der Schulterschluss zu innovativen Start-ups gesucht wird.

Aus dieser Vorlage können auch Sie Ihren Nutzen ziehen.

Bei der Förderung der bereits vorhandenen aber schlummernden kreativen bzw. innovativen Ressourcen sollten Sie und Ihre Abteilungsleiter die Belegschaft dazu anhalten, zu gegebener Zeit mit alten Mustern zu brechen. Bringen Sie sich und andere mit Ihren Ideen zum Staunen und fixieren Sie Neuentdeckungen schriftlich. Halten Sie sich dabei vor Augen, dass die erste Idee nicht zwingend auch die beste ist und versuchen Sie Fragen und Aufgabenstellungen aus mehreren Perspektiven anzugehen.

Weitere wertvolle Tipps zur Steigerung der internen Innovationskraft finden Sie übrigens im Buch „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt!“ von Christiane Stenger, das ich Ihnen an dieser Stelle ans Herz legen möchte. Sie werden staunen, welch kreatives Potenzial auch in Ihrem Team ungenutzt brachliegt.

Leider machen viele Firmen immer noch den Fehler, Ideen und Vorschläge der eigenen Mitarbeiter zu ignorieren, anstatt sie zu prüfen und gegebenenfalls umzusetzen. Mit fatalen Folgen, da vorhandene Rohdiamanten ungeschliffen bleiben und so ihre Strahlkraft nicht entfalten können.

Gleichzeitig werden ausgerechnet die innovativsten Köpfe durch dieses Verhalten demotiviert.

Mag sein, dass im Arbeitsalltag zu wenig Zeit bleibt, um alle neuen Ideen entsprechend würdigen zu können. Um trotzdem das gesamte Innovationspotenzial auszuschöpfen, empfiehlt es sich daher, einen eigenen Ansprechpartner für neue Ideen und Konzepte zu benennen oder eine zentrale Anlaufstelle, zum Beispiel im Intranet, einzurichten.

Innovationsforen im Netz

Bei der Deutschen Bank gibt es beispielsweise spezielle Foren, in denen Führungskräfte und Vorgesetzte Fragen nach Verbesserungsmöglichkeiten stellen.

Hier können die Mitarbeiter ihre Vorstellungen und Lösungsmodelle posten. Denken Sie dabei in jedem Fall abteilungsübergreifend. Es liegt in der Natur der Sache, dass Innovationen meist mehrere Funktionen innerhalb des selben Unternehmens betreffen.

Ein versierter Innovationsmanager interagiert daher mit mehreren Abteilungen.

Ein weiterer Tipp: Vernachlässigen Sie an dieser Stelle auch die Kommunikation mit Kunden und Zuliefer-Firmen nicht.

Die zweite Strategie, das Zusammenrücken mit Start-ups, fußt auf der Annahme, dass innerhalb dieser jungen Unternehmen ein enormes kreatives Potenzial schlummert, das nur darauf wartet, endlich ausgeschöpft zu werden. Schließlich basieren Start-ups auf einer neuen, innovativen Geschäftsidee.

Darüber hinaus verfolgen sie in der Regel explizit das Ziel, schnell zu wachsen und sich an etablierte Großunternehmen, wie zum Beispiel die Lufthansa, zu binden. Hier entsteht also eine klassische Win-win-Situation.

Fazit:

Innovationen sind das A und O, wenn es darum geht, aktuellen Entwicklungen zu folgen und mit den eigenen Angeboten und Ideen immer am Ball zu bleiben.

Nutzen Sie vorhandenes Potenzial, indem Sie Ihre Mitarbeiter aktiv dazu auffordern, neue Wege zu gehen und abseits bekannter Pfade nach Lösungsstrategien zu suchen. Schaffen Sie abteilungsübergreifende Anlaufstellen, bei denen Ideen gesammelt und ausgewertet werden und beziehen Sie in diesen Prozess auch Kunden und Zulieferer ein.

Wenn Sie sich extern Unterstützung holen möchten, ist meist die Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen eine gute Wahl. Diese verfügen nicht selten über eine enorme Innovationskraft und streben im Gegenzug danach, von Ihrem Erfahrungsschatz zu profitieren.

 

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.