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POTTpeople - mit Ruhrgebietskultur zum Erfolg

Veröffentlicht am 20.09.2016 in Marketing & Management & Werben im Pott

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Die Menschen und das Leben im Ruhrgebiet sind etwas ganz Besonderes. Der Ruhrpott ist nicht nur eine normale Region, es ist eine Region mit Tradition. Die Menschen fühlen sich mit dem Ruhrpott verbunden und dem damit verknüpften Lebensgefühl.

Das Label POTTpeople verkörpert genau dieses Lebensgefühl. Es verbindet die Liebe zum Ruhrgebiet mit Musik, Mode und Kultur und bringt dadurch die Menschen zusammen. Die Label-Inhaber Marcus Kötter und Carsten Wrede sind selbst echte Ruhrpottler. Im Interview mit Carsten Wrede stellt er uns sein Label vor.

Herr Wrede, wie kam die Idee zustande ein Ruhrgebietslabel zu gründen?

Carsten Wrede: „Der Gründung des Labels ging die Gründung der TRESOHR STUDIOS am 01.01.2004 voraus. Vier bereits bestehende Firmen legten sich damals zusammen. Mit Gründung der Studios kam uns die Idee, auch gleich ein eigenes Label zu gründen. Seit jeher sind TRESOHR STUDIOS und POTTpeople eng miteinander verbunden.

„Die 500 Platten, die Sony für uns verkauft, können wir auch selber verkaufen.“

Das sagten wir uns damals, als die Entscheidung, ein Label zu gründen, gefallen war. Wir wünschten uns mehr Unabhängigkeit von den großen, führenden Plattenfirmen wie z.B. Sony, Warner oder BMG. Über POTTpeople konnten wir Musik nicht nur selber auf professionellem Weg veröffentlichen, sondern aktiv einen Beitrag dazu leisten, Musikschaffende im ganzen Ruhrgebiet miteinander zu vernetzen. Eine Kerngedanke, den wir bereits seit den 90ern verfolgten. 

Ein POTT voller Künstlerinnen und Künstler

Was das Ruhrgebiet an musikalischer Vielfalt zu bieten hat, wussten wir lange vor Label-Gründung. Jahrelang schon hatten wir uns als Musikschaffende, Produzenten und Toningenieure einen Einblick in unsere Musikkultur verschafft. Der Lokalbezug spielte für uns also schon immer eine Rolle. In den 90ern haben wir u.a. für und mit dem damals befreundeten Label POTTheadz gearbeitet. Das musste dann aber schließen und so haben wir später daraus die Wort-Bild-Marke POTTpeople gemacht. Als 2009 Christiane Weber mit KRÜMELMUCKE die Genrevielfalt unseres Labels um Musik für die Kleinsten erweiterte, entschieden wir uns auch für die Markenerweiterung unseres Labels. Das war die Geburtsstunde von POTTpeoplechen.“

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Foto: © TRESOHR STUDIOS

Was unterscheidet Sie von anderen Ruhrgebietslabeln?

Carsten Wrede: „Aus unserer Arbeit über POTTpeople ergibt sich ein großer kultureller Aktionsradius, der von allein über Musik hinausgeht. Über Veranstaltungen, Konzerte und unsere Mode machen wir Ruhrgebietskultur auf unterschiedlichstem Wege erlebbar. POTTpeople gehört zu TRESOHR STUDIOS, ein Unternehmen, das nicht nur in der Audioproduktion, sondern auch als Kreativagentur tätig ist. Unseren Künstlerinnen und Künstlern geben wir darüber eine allumfassende Heimat. Mit der Aufnahme und Musikproduktion ist es nicht getan. Wichtige Bestandteile der Vermarktung, wie z.B. Grafik, Artwork, Text, Fotos oder Videos, gehören ebenfalls dazu und spielen eine entscheidende Rolle. All das leisten wir über die Verbindung von Label und TRESOHR STUDIOS.

Wir konzentrieren uns auf die Menschen im Ruhrgebiet

In Bezug auf Mode nutzt POTTpeople keine Landmarken, so wie es viele andere Ruhrgebietslabel tun. Uns geht es nicht um die A40, Zeche Zollverein, das Dortmunder U oder Tiger und Turtle. Deswegen sind diese typischen Symbole des Ruhrgebiets auch nicht auf unseren Klamotten zu sehen. Uns geht es vorrangig um die Menschen, die hier leben. Wir überlassen es ihnen, über welche Wege – ob Musik, Kultur, Orte oder Mode – sie sich mit dem Ruhrgebiet identifizieren. Das macht unser Label so vielschichtig und lässt Raum für Entwicklung.

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Foto: © TRESOHR STUDIOS

Woher kommt die tiefe Verbundenheit zum Ruhrgebiet?

Carsten Wrede: „Es wäre komisch, wenn wir als Menschen aus dem Ruhrgebiet ein Düsseldorfer Label gründen würden. Wir sind hier geboren, die Verortung liegt also nahe. Getreu dem Motto: Seine Herkunft sucht man sich nicht aus, seine Heimat schon. Bisher kommen wir damit sehr gut zurecht.“

Sie vereinen Mode, Musik und Kultur – was steht bei Ihnen im Fokus??

Carsten Wrede: „Der Fokus liegt auf Musik und Kultur. Mode entstand daraus automatisch. Ausgehend von unserer Entstehungsgeschichte, lag der ursprüngliche Fokus auf Musik. Die Brücke von dort zur Kultur liegt sehr nah. Musik ist ein ständiger Begleiter von Kulturveranstaltungen und verschiedensten Events – in allen Altersklassen und an allen Orten.

Mode als Kettenreaktion

Dass wir uns inzwischen auch als Modelabel einen Namen gemacht haben, ist dem Zufall geschuldet. Damals haben uns viele Freunde bei der Gründung des Labels geholfen. Mit 25 personalisierten T-Shirts wollten wir ihnen unseren Dank für ihre Unterstützung aussprechen. Was dann passierte, lässt sich am besten als Kettenreaktion beschreiben. „So eins will ich auch!“ bekamen wir immer öfter zu hören. Diesem Wunsch sind wir gefolgt. Wir sind kein klassisches Modelabel – einen Businessplan suchen Sie bei uns vergebens –, aber wir verfolgen mit Freude eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Wäre dies ein Modemagazin, könnten wir Ihnen sogar etwas über die gesteigerte Nachhaltigkeit in unseren Kollektionen erzählen.“

Nachhaltigkeit ist das richtige Stichwort – wie steht Ihr Label dazu?

Carsten Wrede: „Jetzt also doch noch ein Wort zur Nachhaltigkeit. Wir versuchen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die uns als kleines Label in der Textilbranche zur Verfügung stehen. Bereits in der letzten Kollektion haben wir auf dieses Thema geachtet. Unsere gerade erst veröffentlichte neue Kollektion ist aus der Continental Earth Positive Produktpalette. Alle Produkte bestehen aus 100 % Biobaumwolle und wurden ausschließlich mittels erneuerbarer Energie aus Wind- und Solarkraft hergestellt. Sie tragen den CO2-Fußabdruck, der bis zu 90% geringer ist als bei konventionellen Vergleichsprodukten. Außerdem findet sich in unseren Shirts das Siegel der Fear Wear Foundation. Eine Organisation, die sich für faire Arbeitsbedingungen engagiert und ein Zeichen gegen Kinderarbeit setzt.“

Wo kann man Ihre Mode erwerben?

Carsten Wrede: „In Oberhausen kann man POTTpeople inzwischen in drei tollen Geschäften anprobieren und kaufen! suthoff grünes und schönes an der Hermann-Albertz-Straße und das Hostel & Gretel im In Hostel Veritas an der Essener Straße vertreiben schon seit Längerem unsere Kollektionen. Seit Kurzem zählen wir auch das KIEZ an der Ebertstraße, direkt gegenüber vom Ebertbad, zu unseren geschätzten Verkaufsstellen. Natürlich bieten wir unsere Produkte auch über unseren Online-Shop unter pottpeople.ruhr und auf verschiedenen Kreativmärkten der Region an. Wir arbeiten aber weiterhin an dem Ausbau unserer örtlichen Geschäftsstellen. Von Duisburg bis Dortmund – das wäre toll.“

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Foto: © POTTpeople

Wie viel Mitarbeiter und Musiker gehören zu Ihrem Label?

Carsten Wrede: „TRESOHR STUDIOS hat sechs feste Mitarbeiter, die sich auf ihrem Gebiet alle mit der Marke POTTpeople beschäftigen. Aus jahrzehntelanger Erfahrung im Musikbusiness hat sich ein großes Künstlernetzwerk über TRESOHR STUDIOS aufgebaut. Zu unseren POTTpeople-Künstlern zählen derzeit acht aktive Bands bzw. Solokünstler. Wie bei anderen Künstlern auch, passiert mal mehr und mal weniger in der Öffentlichkeit und im Hintergrund. In diesem Jahr wird es aber noch die eine oder andere Neuveröffentlichung geben. Auch zählen wir die Künstler noch zu unserem Label, die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr tätig sind. Ihre Veröffentlichungen der letzten Jahre können selbstverständlich auch weiterhin noch über unseren Online-Shop bezogen werden. Schließlich ist es gute Musik!

Für welche Musikrichtung steht Ihr Label?

Carsten Wrede: „Gäbe es die Musikrichtung „gute Musik“, wäre das unsere Wahl! Musik ist subjektiv geprägt und damit auch das einzige Maß. Uns muss die Musik gefallen. Egal ob Rock, Blues, elektronische Musik oder Kindermusik – auch hier setzen wir keine Grenzen. Solange es eben gut ist.“

Das ist ein super Schlusswort. Vielen lieben Dank für das interessante Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

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Foto: © Christian Ripkens / whitecap creations

Fazit:

Heimat verbindet - das haben POTTpeople bewiesen. Das Ruhrgebiet und das dazugehörige Lebensgefühl bringen die Menschen zusammen. Dabei ist es wichtig den Menschen Freiraum zur Entfaltung und Identifikation zu geben und offen für Neues zu sein. Häufig ist es der Kunde selbst, der einem den Blick auf ein neues Geschäftsfeld ermöglicht. Seien Sie nicht abgeneigt mal neue Wege einzuschlagen, die Sie eventuell vorher nicht geplant haben. In dieser schnelllebigen Zeit ist eine stetige Weiterentwicklung unabdinglich.

 

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