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Post-Mailing: Ich packe meinen Koffer…

Veröffentlicht am 08.01.2015 in Werbung & Best Practice

post-mailingDas Post-Mailing ist vergleichsweise teuer und mutet im ersten Moment fast altmodisch an – dabei schlummert nach wie vor Potenzial in der Kundenansprache per Brief oder Karte.

Einfach mal schnell einen Werbetext tippen und dann „ab die Post“ funktioniert aber längst nicht mehr.

Agenturen und Marketingmitarbeiter wie Laura Blankenburg von der FUNKE Mediengruppe müssen schon tiefer in die kreative Schatzkiste greifen, um mit Post-Mailings Erfolg zu haben.

Dieses Szenario kennen Sie auch, oder?

Jeden Morgen sitze ich an meinem Küchentisch, trinke meinen Kaffee und werfe einen ersten Blick auf mein Smartphone. Und was sehe ich da? Acht neue E-Mails seit gestern Abend!

Nach einem kurzen Klick auf das E-Mail-Icon wird mir jedoch schnell klar: Es handelt sich nur um die übliche Flut an Werbemails und Newslettern. Keine der Betreffzeilen spricht mich wirklich an, bei manchen E-Mail-Adressen frage ich mich direkt, ob es sich nicht eher um eine Spam-Mail handelt, die mir nicht nur völlig irrelevante Angebote sondern auch einen kostenlosen Trojaner zugeschickt hat.

Aufmerksamkeit und Vertrauen erwecken

Eine Werbebotschaft muss heutzutage aus der täglichen Flut an Informationen hervorstechen und auffallen, damit sie uns – also mich, Sie oder auch Ihre Kunden – überhaupt erreicht.

Neben der Herausforderung die Aufmerksamkeit des Empfängers zu wecken, muss der Absender der Botschaft einen vertrauensvollen Eindruck hinterlassen. Nur wenn diese beiden Faktoren erfüllt sind, hat die Werbebotschaft eine Chance vom Empfänger wie gewünscht gelesen zu werden.

Mailings sind ein beliebtes Mittel im Dialogmarketing. Gut gemachte Mailings bieten die Möglichkeit (wieder) in Kontakt mit ausgewählten Kunden zu treten.

Das Dialogmarketing dient also der Kundentreue und Kundenbindung und versucht mit Mailings durch eine besondere Aufmachung, interessanten Inhalt oder eine außergewöhnliche Gestaltung zu überzeugen.

Post-Mailing kann funktionieren

Wir leben in einer zunehmend digitalisierten Welt, in der fast alles über den schnellsten elektronischen Kommunikationsweg geklärt wird. Aber könnte es vielleicht gerade deswegen eine gute Idee sein, seine Kunden mit einem „altmodischen“ Post-Mailing zu überraschen?

„Durchaus“, sagt Laura Blankenburg.

Sie arbeitet im Marketingbereich der FUNKE Mediengruppe und kümmert sich unter anderem um die Entwicklung von Mailings z.B. für das Beilagenprodukt „Mein Urlaub“. Dabei legen sie und ihr Team viel Wert auf die Nachhaltigkeit eines Mailings, um in den Köpfen ihrer Kunden präsent zu bleiben.

Im vergangenen Jahr beispielsweise haben die potenziellen Anzeigenkunden von „Mein Urlaub“ ein Aufbau-Mailing in Form eines Koffers erhalten.

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Die ausgestanzte Kofferform hatte sogar einen Griff und konnte vom Kunden geöffnet werden. In diesem Koffer befanden sich einige Gegenstände, die die Themen des kommenden Jahres anteasern sollten.

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Der Grundgedanke dahinter war, dass die Kunden bereits am Anfang des Jahres eine Gesamtinformation erhalten, anhand dessen sie bereits frühzeitig von den für sie passenden Themen erfahren. Im Laufe des Jahres erhielten sie dann weitere Mailings, die sich thematisch auf die Gegenstände im Koffer bezogen haben.

Mehr Kosten für mehr Umsatz?

Eine Skibrille stand z.B. symbolisch für die Printausgabe rund um das Thema Winterurlaub.

So bestand immer ein direkter Bezug zwischen dem ersten allgemeinen Mailing und einzelnen Themen-Mailings.

Pro Mailing sollte immer ein Hauptaspekt aufgegriffen werden z.B. ein spezielles Angebot mit einem Sonderrabatt oder einer besonderen Platzierung. Laura Blankenburg ist davon überzeugt, dass es in manchen Bereichen durchaus sinnvoll ist, sich für solche eher aufwendigen Mailings zu entscheiden.

„Erfahrungsgemäß lassen sich nach solchen Mailings meist höhere Umsätze generieren und manchmal rufen Kunden sogar persönlich an und begründen ihr Interesse an zusätzlichen Verkaufsunterlagen nur auf Grund des besonders kreativen Mailings", sagt Blankenburg.

Bereits im Jahr 2013 hatte ein Mailing zum Thema Kreuzfahrten für große Aufmerksamkeit bei den Kunden gesorgt: Sie erhielten eine Original-Flaschenpost.

Personalisierte Ansprache ist entscheidend!

Mailings dieser Art können jedoch nur Eindruck hinterlassen, wenn sie von vornherein beim richtigen Ansprechpartner landen.

Auf diese Weise können Mailings auch mit personalisierter Ansprache versehen werden, was den direkten Kontakt zum Kunden auf eine andere Ebene bringt.

„Oftmals sind die Key Account Manager bzw. Anzeigenverkäufer mit der Anzahl ihrer potenziellen Kunden überlastet und können nicht alle telefonisch erreichen. Viele Kunden haben vielleicht auch längere Zeit keinen Auftrag mehr gebucht und sind dem Unternehmen daher auch nicht mehr so präsent. All diese Kunden kann man durch ein Post-Mailing erreichen“, berichtet Laura Blankenburg weiter.

Kunden zurückholen

Das Postmailing sei aber auch eine gute Möglichkeit, eingeschlafenen Kundenbeziehungen wieder Dynamik zu geben.

„Immer wieder sind auch Kunden dabei, zu denen man seit Jahren keinen Kontakt mehr gehabt hat und die sich auf Grund des Mailings mit dem Verlag wieder in Verbindung setzen“, so Blankenburg.

„Natürlich lassen sich diese Mailings nicht auf jeden Bereich anwenden. Es muss je nach Produkt entschieden werden, ob die Zielgruppe für solche Mailings affin ist oder nicht.“ Doch im Bereich Reise stehe für sie bereits fest, dass es auch in 2015 wieder ein Aufbaumailing für „Mein Urlaub“ geben werde.

Sie verrät: „In diesem Jahr dreht sich alles um sechs leere Liegestühle mit der Überschrift „Sichern Sie sich die besten Plätze.“

Man sieht: Das Postmailing – auch wenn es aufgrund der Versandkosten relativ kostspielig ist - kann Kunden generieren, Kunden binden und Kunden zurückgewinnen.

Wenn es inhaltlich interessant, optisch attraktiv und an die „richtigen“ Adressaten gerichtet ist.

verwendete Bilder: © Giuseppe Porzani - Fotolia.com; Design des Post-Mailings: Volker Pecher

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