Pinterest wird monatlich von über 250 Millionen Usern weltweit genutzt. Davon sind 80 % mobil in der App unterwegs. Kann auch Ihre Firma von der Fotoplattform profitieren?

Dass Instagram vor allem in der jungen Zielgruppe voll im Trend liegt ist längst bekannt. Fotoplattformen eignen sich wunderbar, um das eigene Produkt mit den richtigen Fotos toll in Szene zu setzen. Neben eigenen Bildern, Stories oder Videos setzen viele Firmen bei Instagram auch auf Kooperationen mit Influencern, die eine große Fanbase vorweisen können.

Keine reine Selbstdarstellung

Pinterest kann sich hier inhaltlich etwas abheben. In diesem sozialen Netzwerk geht es voranging nicht um Fans und Likes. Auch die gewohnte Selbstdarstellung der Nutzer steht hier nicht im Vordergrund. Zwar werden die eigenen visuellen Pinnwände als Ausdruck der eigenen Kreativität und Interessen angesehen, jedoch steht die Inspiration und Ideensuche an erster Stelle.

Jeder Pinterest-Nutzer kann sich eigene Pinnwände anlegen und dort Bilder „anpinnen“, die ihn interessieren und inspirieren. Die Hauptzielgruppe sind hierbei immer noch junge Frauen, die besonders in den Bereichen Wohnen, Mode, Reisen, Essen & Trinken aktiv sind. Aber auch Themen wie Do-it-yourself oder Life-Hacks finden immer mehr Beachtung.

Die Bilder und Grafiken auf Fotoplattformen unterliegen den strengen Augen der Nutzer, die großen Wert auf Ästhetik legen. Daher wird sowohl bei Instagram als auch bei Pinterest viel Zeit und Arbeit investiert, um die passenden Motive zu finden und die Bilder zu bearbeiten.

Eine visuelle Suchmaschine

Pinterest funktioniert ähnlich wie eine Suchmaschine. Hier spielen auch Keywords eine große Rolle, damit Pins von Nutzern gefunden werden. Klickt der User auf einen Pin, gelangt er über die Original-URL zu der Website, bei der das Bild eingebunden ist. Somit wird neuer Traffic erzeugt.

Unternehmen können auch eigene Pinnwände erstellen. Diese drehen sich oft um konkrete Themen und werden daher auch als Moodboards bezeichnet. Ein gutes Beispiel für die Einbindung von Produkten innerhalb der eigenen Pinnwände, bietet die Marke Kapten & Son. So wurden auf der Pinnwand „as blue as the sky“ nicht nur Produkte der Marke als Pin angeheftet, sondern auch viele andere Bilder die zum Farbkonzept passen: Häuserwände, Dekorationsgegenstände, Blue Jeans, etc.

Auch im Bereich Reisen gibt es viele gelungene Beispiele von Moodboards. Auf dem Profil der Reisereporter wird beispielsweise mit Bildern und Textelementen gearbeitet, um die Pins erfolgreich zu verbreiten.

Auf der Pinnwand lassen sich die Pins in Kategorien einordnen.

Auf der Pinnwand lassen sich die Pins in Kategorien einordnen.

So füllt sich die eigene Pinnwand

Der Browserbutton von Pinterest.

Der Browserbutton von Pinterest.

Wer als Nutzer seine Pinnwand füllen möchte, der kann den sogenannten Browserbutton installieren. Damit lassen sich alle Bilder, denen man im Netz begegnet direkt auf die eigene Pinnwand pinnen. Einfach oben auf das “P” klicken und schon werden alle Bilder der Website als möglicher Pin zur Verfügung gestellt. Einfach das gewünschte Bild anklicken, kurz mit dem Profil einloggen und das Bild an der gewünschten Pinnwand anheften.

Auch durch das Repinnen von anderen Pinnwänden füllt sich die eigene Wand. Entweder durchstöbern Sie verschiedenste Pinnwände oder Sie gehen konkret auf die Suche nach bestimmten Pins. Dazu bietet Pinterest verschiedene Suchmöglichkeiten an:

  • Suchleiste
    • Geben Sie – so wie bei Google auch – in der Suchleiste einen gewünschten Begriff oder das gesuchte Thema ein.
  • Themenbereiche
    • Pinterest schlägt Ihnen zu Ihrem Suchbegriff in der Suchleiste auch passende Themenbereiche vor.
Die Themensuche lädt zum Stöbern ein.

Die Themensuche lädt zum Stöbern ein.

  • visuelle Suche
    • Haben Sie bereits ein Bild bei Pinterest gefunden und möchten nun passende Pins zu einem Ausschnitt innerhalb des Bildes finden, können Sie mit der visuellen Suche arbeiten. Klicken Sie unten rechts auf das Symbol und schon können Sie den angezeigten Rahmen auf den Bildausschnitt minimieren, zu dem Sie weitere passende Pins suchen.
  • Kamerasuche
    • Diese Suchfunktion bietet sich an, wenn Sie die App von Pinterest nutzen. In der Suchleiste befindet sich ein Kamera-Symbol. Klicken Sie darauf, machen Sie ein Foto von einem Gegenstand – z. B. einer Pflanze – und Pinterest zeigt Ihnen passende Pins von anderen Pflanzen an.

Warum nutzen Unternehmen Pinterest?

Nachdem der Sinn und die Funktionen von Pinterest nun klar sind, stellt sich die Frage: Warum sollte ich als Firma bei Pinterest einsteigen? Als Unternehmen zählt nur eins: Wir möchten die Pinterest-Nutzer auf unsere Website oder idealerweise sogar in unseren Online-Shop lenken, um zum einen den Traffic und zum anderen auch den Umsatz zu erhöhen.

Die User sind auf dieser Plattform auf Ideensuche und können von Firmen frühzeitig im Kaufprozess abgeholt werden. Generell lässt sich sagen, dass Pinterest in jeder Branche eingesetzt werden kann – vorausgesetzt es gibt einen Online-Shop! Für Firmen mit ausschließlich lokalem Ladengeschäft wird sich ein Invest in dieses Netzwerk nicht lohnen.

Außerdem sind Pins in der Regel langlebiger als Postings auf anderen sozialen Netzwerken. Aktualität spielt hier eine untergeordnete Rolle. Besonders Qualität und Kontinuität sind wichtig, um von möglichst vielen Usern gesehen zu werden.

Wie werde ich als Firma auf Pinterest aktiv?

Zunächst sollten Sie sich ein eigenes Unternehmensprofil zulegen. Dies kostet kein Geld und ist schnell erledigt. Auch wenn Pinterest als Fotoplattform sehr kreativ und künstlerisch anmutet, sollten Sie nicht ohne Strategie an den Start gehen. Definieren Sie die Themenbereiche, in denen Sie gerne Pins erstellen möchten. Welche saisonalen Einflüsse gibt es? Planen Sie immer genügend Vorlauf ein. Die Pins für die Weihnachtszeit sollten nicht erst im Oktober erstellt werden.

Im Anschluss können Sie direkt loslegen mit eigenen Pinnwänden und natürlich auch eigenen Pins. Hier gibt es die Möglichkeit sogenannte Produkt-Rich-Pins anzulegen. Dabei lassen sich auch Zusatzinformationen anzeigen wie z. B. Verfügbarkeit im Shop, Preis oder auch Produktinformationen.

Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass auf Ihrer Website Pin-Buttons eingebunden werden, um es anderen Usern einfacher zu machen, Ihre Bilder als Pins zu nutzen.

So sieht der Pinterest-Button auf einer Website aus.

So sieht der Pinterest-Button aus, wenn er auf einer Website eingebunden wird.

Am Anfang braucht es Durchhaltevermögen

Wenn Sie mit Ihren ersten Schritten bei Pinterest gestartet sind, dürfen Sie sich nicht zu schnell entmutigen lassen. Erste sichtbare Erfolge stellen sich erst nach einer gewissen Zeit ein. Hier heißt es also: Durchhalten und weitermachen! Es kann bis zu sechs Monate dauern, bis die eigenen Pins wirklich neuen Traffic auf die Website bringen. Wenn Sie aber bereits zu Beginn genügend Zeit und Mühe investieren, wird es später einfacher und die Arbeitsstunden pro Woche verringern sich.

Je nach Branche und Produkt kann es sinnvoll sein, über eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen nachzudenken. Sprechen Sie eine ähnliche Zielgruppe an, könnte eine gemeinsame Pinnwand geführt werden. So füllt sich diese schneller mit Inhalten und wird für Nutzer attraktiver.

Kann ich auf Pinterest auch Werbung schalten?

Wenn Sie auf Pinterest unterwegs sind können Ihnen bereits bezahlte Pins ins Auge fallen. Die Ad Pins oder auch Promoted Pins sind zwar schon im Einsatz, können aber nur von Unternehmensprofilen gebucht werden, die ihren Sitz in den USA, Großbritannien, Frankreich, Irland oder Australien haben. In den USA sind diese Werbeformen bereits sehr erfolgreich.

Die Buchung über deutsche Unternehmensprofile soll in Zukunft auch möglich sein.

Fazit

Meine Empfehlung: Trauen Sie sich ran! Wenn Sie die genannten Kriterien erfüllen und Zeit, Ideen und Kapazitäten haben, sollten Sie es testen. Auch wenn die Nutzerzahlen in Deutschland noch lange nicht die von Facebook oder Instagram erreichen, kann sich dieses soziale Netzwerk in den nächsten Jahren noch deutlich weiterentwickeln und an Relevanz gewinnen. Wie bei allen sozialen Netzwerken gilt aber: Machen Sie Sachen ganz oder gar nicht. Ein halbherziger Versuch ohne richtiges Invest wird scheitern.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.