Vielleicht sind Sie auch schon oft über den Begriff „Crossmedia“ gestolpert. Was steckt eigentlich dahinter und wie können Sie dieses Schlagwort zielgerichtet für Ihre eigene Dienstleistung und Ihr eigenes Produkt nutzen? Ich möchte Ihnen heute in meinem Blogpost anhand von zwei Beispielen zeigen, wie Sie verschiedene Mediengattungen in Kombination nutzen können um erfolgreich zu sein.

„Crossmedia“ ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Einfach erklärt ist damit die Kommunikation einer bestimmten Botschaft über gleich mehrere Kanäle gemeint, die inhaltlich, gestalterisch und redaktionell miteinander verknüpft sind.

Als Tochtergesellschaft der FUNKE Mediengruppe nutzen wir hier bei der Westfunk GmbH & Co. KG, dem Vermarkter und Servicedienstleister für Lokalradios im Ruhrgebiet, für unsere Marketingkampagnen erfolgreich die medialen Möglichkeiten des eigenen Hauses. Dazu gehören Online, Tageszeitungen und Anzeigenblätter.

Zusätzlich arbeiten wir mit dem Unternehmen Ströer Deutsche Städte Medien GmbH zusammen, einem der größten Vermarkter für Außen- und Onlinewerbung. Unsere Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt: Radio und Außenwerbung können sich sehr gut ergänzen. Beide Partner verfügen mittlerweile über zahlreiche Digital-Angebote. Während Ströer dazu neue Formate anbieten kann, können unsere Radiosender über Ihre Online- und Social-Media-Kanäle Kampagnen mittlerweile deutlich wirkungsvoller präsentieren.

Diese Möglichkeiten haben wir im Laufe des vergangenen Jahres bei zwei Kampagnen eingesetzt. Ziel war es, die Hörerzahlen der betreffenden Radiosender nachhaltig zu steigern.

Die „Radio Mülheim Umfrage“ wird zum Stadtgespräch

Aus einer „Ideenschmiede“ im vergangenen Herbst entstand ein gemeinsames Projekt für Radio Mülheim. Dafür nutzte man die Ergebnisse einer gerade durchgeführten Umfrage mit dem renommierten Marktforschungsinstitut IFAK zum Thema „Leben in Mülheim an der Ruhr“. Der Radiosender veröffentlichte dabei eine repräsentative Studie, in der die Hörer 50 Antworten zu aktuellen Mülheimer Themen lieferten. Ströer brachte eine Auswahl der Ergebnisse aufs Plakat. Der Fokus lag auf Doppelstandorten in Mülheim, die auf einer Seite die Umfrageergebnisse und daneben einen Aufruf zum Einschalten des lokalen Radiosenders zeigten.

Großflächige Plakate der Crossmedia-Kampagne hängen in Bochum auf Plakat-Werbeträgern. Foto: Westfunk

Großflächige Plakate der Crossmedia-Kampagne hängen in Bochum auf Plakat-Werbeträgern. Foto: Westfunk

Neben zwölf Großflächen-Doppelstandorten belegte Radio Mülheim auch 20 Mega-Lights (vollverglaste und beleuchtete Plakat-Werbeträger, die das Motiv wechseln) doppelt, sodass die aussagekräftigen Motive im Wechsel erscheinen konnten. Hinzu kamen noch einige Einzelstandorte. Im zweiwöchigen Kampagnenzeitraum gab es im Programm des Senders dazu jeweils eine Umfrage-Themenwoche mit vielen redaktionellen Beiträgen und einem begleitenden Social Media-Auftritt.

Die Kampagne zeigte umgehend Wirkung. Die Mülheimer Bürger diskutierten über die Ergebnisse, viele Bürger kommentierten die Umfrageergebnisse und meldeten sich bei Ihrem Lokalsender. Ein halbes Jahr nach der Kampagne lässt sich der Quotenerfolg deutlich ablesen: Das Lokalradio hat seine Hörer-Gestern-Reichweite in dieser Zeit von 24% auf 30%* steigern können.

Die Morgenmacher von Radio Bochum

Im Frühjahr 2016 entwickelte die Westfunk mit Ströer eine aufmerksamkeitsstarke Moderatorenkampagne für Radio Bochum, eins der größten Lokalradios im Ruhrgebiet mit täglich über 100.000 Hörern. Im Radio und in allen hauseigenen Kanälen der FUNKE Mediengruppe wurden die „Radio Bochum Morgenmacher“ präsentiert. Die beiden Moderatoren Anuschka Fritzsche und Ansgar Borgmann, die täglich von 6 bis 10 Uhr auf Sendung sind, zeigen sich als Motiv vor morgendlicher Bochumer Stadtkulisse.

Die "Radio Bochum-Morgenmacher" präsentieren sich vor der Bochumer Stadtkulisse. Foto: Radio Bochum

Die “Radio Bochum-Morgenmacher” präsentieren sich vor der Bochumer Stadtkulisse. Foto: Radio Bochum

Mit Out-of-Home Werbung ergänzten wir 26 Großflächen und 16 Mega-Lights in Bochum, die vor allem Pendler auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Heimweg erreichen sollten. Dazu setzte Radio Bochum auch auf neue digitale Medien: Morgens zwischen 6 und 9 Uhr liefen die Motive auf den Infoscreens der Bochumer U-Bahn-Stationen. Der lokale Radiosender nutzte den Kampagnenzeitraum von knapp zwei Wochen für eine besondere „Morgenmacher“-Höreraktion: Wer sich vor einem Plakatmotiv fotografierte und sein Selfie einreichte, konnte mit etwas Glück einen Konzertabend gemeinsam mit den „Morgenmachern“ bei Sarah Connor beim Zelt-Festival in Bochum im August gewinnen. Damit wurde die Kampagne wirkungsvoll und mit großer Hörerbeteiligung ins Programm verlängert.

Gemeinsam erfolgreich

Das sind aus meiner Sicht zwei gelungene Beispiele für medienübergreifende Werbung. Die eigenen Medien, allen voran das Radio selbst und dazu ergänzend Out-of-Home, sind zusammen eine erfolgsversprechende Kombination. Wir erreichen im Programm unsere Hörer und mit Plakatflächen die Menschen, die uns noch nicht einschalten oder keine Zeitung lesen.

Fazit:

Radio und Außenwerbung lässt sich gut kombinieren. Denn der Vorbeigehende oder -fahrende kann im besten Fall sein Radio sofort einschalten. Werbemaßnahmen lassen sich im Radio und bei Out-of-Home-Werbung oft sehr gut regional aussteuern, das kann man nutzen.

Etwas Geduld ist gefragt, doch es lohnt sich: Mit einem Zeitversatz von einem halben bis einem Jahr sind signifikante Reichweitenerfolge messbar.

Ein offenes Wort zum Preis: Wenn Sie beide Medien, Radiowerbung und Out-of-Home in einer Stadt oder Region kombinieren, sollten Sie einen mittleren fünfstelligen Betrag einplanen.

Auf die richtige Beratung kommt es an: Sprechen Sie mit Ihrem Mediaberater über „crossmediale“ Werbemöglichkeiten. Es ist längst nicht so kompliziert, wie es klingt.

Sebastian Schulte

Von Sebastian Schulte

Sebastian Schulte arbeitet seit 2011 bei der Westfunk GmbH & Co. KG im Bereich Hörermarketing.