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  • View Larger Image Mit neuen Richtlinien will YouTube strenger kontrollieren, welche Videos monetarisiert werden können. Foto: Pixabay

    Mit neuen Richtlinien will YouTube strenger kontrollieren, welche Videos monetarisiert werden können. Foto: Pixabay

Neue Richtlinien: YouTube reagiert auf Skandale

YouTube ist für viele kreative Menschen der ideale Ort, um ihrem Können Ausdruck zu verleihen und ihren Content mit der Welt zu teilen. Das wird jetzt durch Änderungen erschwert – Schuld sind Skandale aus dem letzten Jahr.

Schon seit einigen Jahren ist die Plattform auch die Haupteinnahmequelle einiger großer YouTuber in Deutschland. Mit Videos Geld zu verdienen ist der Traum vieler junger Menschen, doch leider fanden sich in den Jahren auch immer wieder Videos oder ganze Kanäle, die diskriminierenden, jugendgefährdenden oder sogar kriminellen Inhalt in ihren Videos verpackten.

YouTube war schon immer bemüht, diese schwarzen Schafe herauszufiltern. Dennoch gab es einige Vorfälle, bei denen seriöse Werbung vor einigen dieser fragwürdigen Videos ausgespielt wurde, und seitdem sind Werbetreibende verunsichert. Eine Marke will selbstverständlich nicht mit solch schlechtem Content in Verbindung gebracht werden. Viele Firmen haben sich bereits von YouTube distanziert. Das Vertrauen der Werbetreibenden soll zurückgewonnen werden, deshalb zieht man nun Stellschrauben in Form von Richtlinien an.

Der Fall Logan Paul

Ein Beispiel: Der bekannte amerikanische YouTube-Star Logan Paul hatte im vergangenen Jahr ein Video auf seinem Kanal hochgeladen das für Schlagzeilen sorgte. Paul war eigentlich für Dreharbeiten in Japan. Als er mit seinem Kamerateam in einen Wald unterwegs war, der dort als „Selbstmordwald“ bekannt ist, stießen Sie auf eine Leiche – und hielt einfach die Kamera drauf. Der YouTuber löste damit eine Protestwelle aus und löschte im Zuge der starken Kritik wenig später das Video.

Schon nach dem Werbeskandal, dem YouTube 2017 ausgesetzt war, hat das Tochterunternehmen von Google bereits im Dezember angekündigt, die Richtlinien zur Monetarisierung zu ändern und eine höhere Kontrolle bei viralen Videos und Contentanbietern einzuhalten. Mithilfe dieser neuen Richtlinien will YouTube den Werbetreibenden wieder Sicherheit geben. Doch die neuen Richtlinien stellen enorme Einschränkungen für kleinere Kanäle und Newcomer auf der Videoplattform dar.

Monetarisierung bei YouTube: Die bekanntesten Anzeigenformate

Diese Form von Werbespots wird abgespielt, bevor das eigentliche Video beginnt. Man unterscheidet zwischen überspringbaren und nicht überspringbaren Videoanzeigen. Einige lassen sich nach einer kurzen Wartezeit überspringen, abhängig von der Buchung des Kunden.

Besonders für längere Videos eignen sich sogenannte Mid-Roll-Anzeigen. Die Spots werden dabei mitten im Video platziert, sodass die Wiedergabe für den Spot unterbricht.

Kurze Videoanzeigen, die besonders auf Smartphones ausgespielt werden. Sie sind maximal sechs Sekunden lang.

Wenn das eigentliche Video weiterläuft und währenddessen Anzeigen im unteren Bereich angezeigt werden, handelt es sich um sogenannte Overlays. Diese können  sich halbtransparent über das Video legen oder in Form von gesponserten Infokarten auftauchen. Zusätzlich gibt es unzählige Kombinationen und weitere Anzeigenformate, die laufend getestet werden.

Erhöhte Kontrollen bei den Videos

Die von YouTube durchgeführte Richtlinienänderung ist bereits die zweite Maßnahme zur Verbesserung des Images bei Werbetreibenden. Laut YouTube-CEO Susan Wojcicki wird in Zukunft eine härtere Kontrolle beim Inhalt der zu monetarisierenden Videos durchgeführt. Dies soll weitere Skandale, wie den mit den falschen Videos im YouTube Kinderprogramm oder dem Vorfall mit Logan Paul verhindern und sowohl Missbrauch als auch gefährdende Inhalte filtern. Aber auch Inhalte, die als nicht werbefreundlich gelten, werden von YouTube ausgefiltert und können nicht mehr monetarisiert werden.

Die bisherigen Richtlinien zur Schaltung von Werbung auf YouTube Videos sahen vor, dass der interessierte YouTuber insgesamt bereits 10.000 Aufrufe mit seinen Videos gesammelt haben musste, um Werbung freischalten zu können. Nach der neuen Änderung, die seit dem 20. Februar 2018 umgesetzt wird, müssen YouTuber nun mindestens 1.000 Abonnenten haben, die dem Kanal folgen und mit den produzierten Videos eine Wiedergabezeit von 4.000 Stunden innerhalb von 12 Monaten erreichen, damit diese ihre Videos monetarisieren können und Werbeeinnahmen erzielt werden. Zusätzlich werden sämtliche Videos, die gegen die Ethikrichtlinien von YouTube verstoßen gesperrt und Videos, die nicht werbefreundlichen Inhalt bieten bekommen keine Monetarisierung.

Fazit

Für Neueinsteiger und kleine Kanäle schrumpft die Möglichkeit mit Videos Geld zu verdienen. Auch nach dem Erreichen des Schwellenwertes müssen sich die YouTuber erst für eine Monetarisierung bewerben – ihr Account und ihr Content wird in einem zweiten Schritt von YouTube geprüft.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Änderungen bestand haben oder ob YouTube sie nochmals anpassen wird, um auch kleineren Kanälen eine Anlaufstelle zu bieten.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.

2018-04-11T09:49:34+00:00

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