Marketing im Pott – der Marketing-Blog für das Ruhrgebiet

Neue Reichweitendaten belegen: Webradionutzung steigt!

Veröffentlicht am 29.06.2016 in Digital & Werbung & Werben im Pott

mobile-audio.jpgEgal ob Nachrichten, Musik oder Unterhaltung: Das Radio wird als Medium den verschiedenen Bedürfnissen ihrer Hörer gerecht. Als eines der größten Massenmedien im deutschen Werbemarkt haben wir bereits öfters auf unserem Blog über diese Mediengattung berichtet.

Denn Radio schafft nicht nur Emotionen, sondern kann auch Ihren Profit deutlich steigern. Trotzdem unterliegt auch dieses audiovisuelle Medium dem berühmtberüchtigten digitalen Wandel. Und in einer Zeit, in der die Online-Audio-Angebote wie Pilze aus dem Boden schießen, lohnt es sich einen genaueren Blick auf die alternativen Verbreitungswege zu werfen.

Webradios liegen dabei voll im Trend! Darauf lässt sich zumindest schließen, wenn man die neusten Reichweitendaten der Webradionutzung in Deutschland gemäß "ma 2016 IP Audio II" betrachtet. Der Markt ist groß, die Angebote sind vielfältig und die Tendenzen weiterhin steigend.

Wer steckt hinter der Studie?

Die ma IP Audio ist eine Nutzungsstudie im Bereich Online-Audio und wird vierteljährlich von der agma (Arbeitsgemeinschaft Media Analyse e. V.) erhoben. Die Studie wurde in diesem Jahr bereits zum 10. Mal durchgeführt. Die agma erhebt alle Reichweitendaten der verschiedenen Mediengattungen, welche in der Werbewirtschaft als "Währung" zur Mediaplanung gelten.

Deutschlandweit haben sich mittlerweile 72 Publisher, 494 Channels, zwei User Generated Radios und ein Musik-Streamingdienst für diese Studie angemeldet. Alle diese Angebote werden insgesamt pro Monat mehr als 243 Millionen Mal genutzt. Dabei liegt die durchschnittliche Dauer einer Session bei über 53 Minuten. Das sind auf den ersten Blick viele neue Fachbegriffe, schauen wir uns das mal genauer an.

Viele neue Fachbegriffe

Zugegeben, auch ich musste mich bei diesem Thema erstmal in die ganzen Fachbegriffe einlesen. Die Anbieter von Online-Audio-Angeboten lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen:

  • Publisher
  • User Generated Radio
  • Musik-Streamingdienste

Als Publisher werden die Personen bezeichnet, die den Channel (Sender) finanzieren und inhaltlich verantwortlichen. Unter User Generated Radio versteht man kleinere Sender, die von den Usern selbst betrieben werden und sich oft mit bestimmten Themengebieten beschäftigen. Das bekannteste Beispiel für Musik-Streamingdienste ist der Anbieter Spotify.

Bei den Channels muss man noch zwischen Simulcast-Channel, also Sender die sowohl über UKW als auch über Webradio ausgestrahlt werden, und Web-Only-Channel unterscheiden.

Zunächst nur technische Messung

Im Gegensatz zu der Auswertung bei den UKW-Sendern, werden bei der Webradio-Nutzungsstudie nur rein technische Werte erfasst. Es werden also keine soziodemografischen Daten über den Hörer aufgenommen, sondern lediglich die gestarteten Sessions gezählt. Hier gilt es zu beachten, dass ein reiner Start des Streams noch nicht als Session gezählt wird, sondern nur eine zusammenhängende Webradionutzung.

Dieses Verfahren bezeichnet man als logfilebasierte Messung.

Entwicklung der letzten zwei Jahre

Um die Entwicklung der Webradionutzung etwas konkreter aufzuzeigen, habe ich mir die lokalen Radiosender im Ruhrgebiet und im Sauerland etwas genauer angesehen. Generell ist dort eine stetiges Wachstum zu beobachten. Die Sender Radio Essen (fast 300.000 Sessions pro Monat), Radio Duisburg (knapp 196.000 Sessions pro Monat) und Radio Emscher Lippe (172.000 Sessions pro Monat) erreichen in dieser Studie die Höchstwerte im Verband der Sender der Westfunk GmbH & Co. KG.

Durchschnittlich können alle 12 Sender bei den Sessions einen Zuwachs von 20 Prozent im Vergleich zur letzten Erhebung verzeichnen. Schaut man in der Entwicklung zwei Jahre zurück, ist ein Wachstum von 67 Prozent zu erkennen. Somit ist die Webradionutzung in dieser Zeit um das 1,6-fache gestiegen.

Session-Dauer: Webradio klar vor Streamingdienst

Wie bereits oben erwähnt liegt der deutsche Durchschnitt einer Session bei 53 Minuten. Die Sender im Ruhrgebiet und Sauerland erreichen sogar einen Durchschnitt von 1 Stunde und 25 Minuten. Dem gegenüber steht eine vergleichsweise geringe durchschnittliche Dauer von nur 25 Minuten beim Streamingdienst Spotify.

Fazit

Die Anzahl der gemeldeten Angebote im Bereich Online-Audio steigt, gemäß Angaben der agma, bei der Erhebung der Studie. Langfristig ist es geplant, dass auch bei der ma IP Audio soziodemografische Daten der Hörer erhoben werden sollen. Somit erhält man nicht nur mehr Informationen über die Hörer der Channels sondern auch über deren genaues Nutzungsverhalten.

Somit kann auch die Werbewirschaft weiter davon träumen, dass es irgendwann möglich sein wird, die ausstrahlende Werbung an die jeweilige Situation der Webradionutzung anzupassen und somit noch zielführender zu platzieren.

Das Potenzial ist jedenfalls klar erkennbar. Somit steigt auch der Anspruch an die Anbieter der Mobilfunknetze. Durch die steigende Nutzung von Streams (egal ob Musik-Streamingdienste oder Webradios) ist eine gewisse Stabilität der Übertragung und ein erhöhtes Datenvolumen von Nöten. Es bleibt spannend.

 Das kleine 1x1 der Radiowerbung - Jetzt kostenloses Whitepaper downloaden

verwendete Bilder: © frank peters - Fotolia.com

  • Kommentare zu diesem Artikel öffnen