Wer mit seinem Social-Media-Account bis zu 1000 Follower erreicht, darf sich Nano- Influencer nennen. Doch trotz der geringen Reichweite, sind sie als Markenbotschafter für gewisse Unternehmen besonders interessant.

Was haben Pamela Reif, Caro Daur und Anna Maria Damm gemeinsam? Sie gehören zu Deutschlands erfolgreichsten Influencern. Mit über einer Million Abonnenten teilen sie ihr Leben täglich auf Instagram. Nicht selten geht es dabei um Werbung, beispielsweise für gesunde Fitnessriegel, Streichkäse, Badebekleidung, Schmuck oder Möbel. Das weckt bei ihren Abonnenten Begehrlichkeiten, da die Internet-Ikonen die Werbung glaubwürdig vermitteln. Für diverse Unternehmen bedeutet das: steigender Umsatz.

Doch nicht alle Firmen haben die finanziellen Mittel, mit „großen“ Influencern zu kooperieren und sie als Werbebotschafter zu engagieren.

Glaubwürdig und bezahlbar

Statt auf Masse, können kleinere Unternehmen auf Klasse setzen, indem sie ihre Angebote von sogenannten Nano-Influencern vermarkten lassen. Ihre Reichweite mit bis zu maximal 1000 Followern ist nicht besonders groß, aber dafür sprechen sie ein überdurchschnittlich interessiertes Publikum einer bestimmten Nische an.

Das steigert die Glaubwürdigkeit, auch weil Nano-Influencer mit großer Wahrscheinlichkeit einen Teil ihrer Follower persönlich kennen.

Nano-Influencer sind die Menschen, die wir täglich auf der Straße treffen. Und das wohl Wichtigste auf Unternehmerseite: Im Gegensatz zu Pamela Reif und Co. ist eine Kooperation für kleine Firmen bezahlbar.

Kein Geld für Kooperation

Nano-Influencer betreiben ihre Kanäle nicht hauptberuflich. Sie sehen ihre Online-Auftritte als Hobby an. Deswegen werden sie mit ihren Werbeauftritten nicht reich. Oftmals betreiben Nano-Influencer die Werbung für Unternehmen sogar gratis und bekommen das Produkt im Gegenzug kostenfrei überlassen.

Doch ob nun große oder kleine Reichweite, es ist wichtig, dass die Produkte glaubwürdig, auf Augenhöhe mit den Abonnenten und mit einem ehrlichen Feedback vermarktet werden. Denn nur so kann man die gewünschte Nischen-Zielgruppe erreichen und Absätze mit dem Produkt generieren. Unternehmen sollten ihre Kooperationspartner deswegen abonnieren, die Auftritte analysieren und mit dem ausgewählten Influencer in Kontakt bleiben.

Den richtigen Nano-Influencer finden

Social Media ist voll mit Millionen Nutzern. Doch die Suche nach dem passenden Nano-Influencer für ein bestimmtes Produkt gestaltet sich weniger problematisch als vielleicht angenommen. Wichtig dafür ist, dass von Unternehmensseite die Zielgruppe für das zu bewerbende Produkt feststehen muss. Dann kann es auch schon losgehen. Handelt es sich beispielsweise um ein Fitness-Produkt, ist es möglich, die Suche über gewisse Hashtags — wie beispielsweise #fitness, #sport oder #gesundheit durchzuführen.

Ist die Social-Video-App TikTok ein hilfreicher Trend oder doch eher überflüssig für Unternehmen? Quelle: iStock

Die Auswahl des richtigen Nano-Influencers ist wichtig. Dabei ist das Angebot für Unternehmen vergleichsweise größer. Quelle: iStock

Wer nicht direkt über Instagram suchen möchte, weil die Ergebnisliste relativ lang und unübersichtlich sein kann, kann andere Internet-Tools benutzen, um Influencer zu finden. Diese sind meist übersichtlicher in der Ergebnisansicht. Ein recht bekanntes Tool ist zum Beispiel InfluencerDB. Hier kann unter anderem direkt nach der Follower-Anzahl gefiltert werden.

Fazit: Weniger ist mehr

Fassen wir zusammen: Nano-Influencer sind keine Profis, dafür aber mit viel Engagement in den sozialen Medien unterwegs. Sie unterhalten Familie, Freunde und einen ihnen meist selbst bekannten Kreis an Abonnenten. Doch Vorsicht, nicht selten kommt es vor, dass sich „kleine“ Influencer Fake-Abonnenten kaufen — um beispielsweise ihre Aufmerksamkeit zu erhöhen. Bevor Unternehmen in Kontakt treten, sollten sie dies unbedingt überprüfen. Firmen können mit Influencer-Kooperationen den einen oder anderen Volltreffer laden. Stimmt die Chemie und brennt der ausgewählte User für das Produkt, kann das für beide eine Win-Win-Situation ergeben. Ein wachsender Bekanntheitsgrad auf der einen und eine klingelnde Kasse auf Unternehmerseite. Im besten Fall wird so aus weniger mehr und es entsteht beispielsweise eine langfristige Zusammenarbeit.

Anja Schindler

Von Anja Schindler

Mitarbeiterin in der Redaktion Sonderthemen bei der Funke Media Sales NRW GmbH