Möhre, Peitsche & Anerkennung: Tipps & Tricks zur Mitarbeitermotivation

Möhre, Peitsche & Anerkennung: Tipps & Tricks zur Mitarbeitermotivation

Eine Möhre die durch ein Seil an einem Ast hängt

Bild: babimu – Fotolia.com

Maschinen laufen mit Strom – aber was brauchen Ihre Mitarbeiter, um „zu laufen“?

Das wäre doch zu schön: die Mitarbeiter ein wenig ölen und schmieren und schon läuft es. Heute wollen wir zeigen, welche Wege es gibt, Ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Der Ursprung des Wortes „Motivation“ kommt – wie so oft – aus dem Lateinischen. „Movere“ bedeutet „bewegen, antreiben“. Auf die Arbeitswelt übertragen ist Motivation also nichts anderes, als jemanden dazu zu bringen, sich in eine gewünschte Richtung zu bewegen

Innere oder äußere Motivation

Die Motivation am Arbeitsplatz kann auf zwei Arten erfolgen. Zum einen können sich die Mitarbeiter selbst motivieren, indem sie Aufgaben suchen und ausführen, die ihren Bedürfnissen entsprechen und die ihnen das Gefühl geben, ihre Ziele erreichen zu können (innere oder intrinsische Motivation).

Zum anderen können Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten mit Hilfe von Bezahlung, Beförderung, Auszeichnung usw. motiviert werden (äußere oder extrinsische Motivation).

Die äußere Motivation kann eine unmittelbare und spürbare Wirkung haben, die jedoch nicht zwangsläufig von Dauer sein muss. Deutlich wirkungsvoller ist die innere Motivation. Jemand der das tut, wozu er motiviert ist, ist glücklich und in der Regel auch maximal einsatzbereit.

Produktivitätskiller Demotivation

Demotivierte Mitarbeiter fügen der deutschen Wirtschaft einen erheblichen Schaden zu: Das Beratungsinstitut Gallup spricht von einem Schaden von 124 Milliarden Euro, der deutschen Unternehmen jährlich durch demotivierte Mitarbeiter entsteht.

Angeblich hat jeder vierte Angestellte bereits innerlich gekündigt, 60 Prozent machen Dienst nach Vorschrift und nur 15 Prozent sind hochmotiviert. Und wenn man die Betroffenen nach den Gründen für ihr mangelndes Engagement fragt, hört man als häufigste Antwort: der Chef.

Mitarbeitermotivation: Peitsche, Möhre oder Anerkennung?

Man kann Mitarbeiter motivieren, indem man sie immer wieder antreibt, gute Leistungen zu erbringen (Peitsche). Das ist allerdings anstrengend und sorgt mitunter für Frust auf beiden Seiten.

Ein zweiter Weg der Mitarbeitermotivation ist, sie zu manipulieren: mit Geld, Boni, Beförderung, Status, Versprechen. Kurz: mithilfe der sprichwörtlichen Möhre vor der Nase. Das funktioniert, allerdings in den meisten Fällen nur kurzfristig, wie zahlreiche Studien immer wieder bestätigen.

Der dritte Weg, Mitarbeiter zu motivieren, besteht darin, sie ganz konkret zu ermutigen und ihre Leistungen anzuerkennen. Und zwar genau so, wie wir unsere Kinder motivieren, laufen zu lernen. Wir loben Sie für den kleinsten Fortschritt, ermuntern zu einem neuen Versuch nach einem Rückschlag und geben ihnen die ganze Zeit das sichere Gefühl, dass sie gemocht und geliebt werden. Zugegeben, auch das könnte man Manipulation nennen. Aber eben nur dann, wenn Lob und Ermunterung unaufrichtig sind.

Die Motivationsforschung hat schon sehr früh gezeigt, welchen positiven Effekt Lob und Ermunterung auf Mitarbeiter haben. Sie stecken sich höhere Ziele, fühlen sich diesen stärker verpflichtet, schätzen ihre eigenen Fähigkeiten stärker ein und verbessern so ihre Leistungskraft. Weiter zeigt uns die Motivationsforschung, dass es vor allem drei Bedürfnisse sind, die den Menschen, und damit eben auch Ihre Mitarbeiter, motivieren.

1. Menschen wollen ihre Ziele erreichen und möchten, dass das bemerkt wird. Sie wollen stolz sein auf ihr Tun und vermeiden deshalb Situationen, in denen sie keine oder nur geringe Aussichten auf Erfolg haben.

2. Menschen suchen soziale Beziehungen und Zugehörigkeit. Denn Erfolg lässt sich schließlich erst genießen, wenn er durch andere bestätigt wird. Um diese Bestätigung zu erhalten, sucht der Mensch den Anschluss an unterschiedliche Interessengruppen.

3. Auch Macht motiviert. Wer seine Ziele erreicht und sozial anerkannt ist, dessen Respekt, Status und Einfluss steigen. Und dieser Effekt des Machtzuwachses ist ebenfalls ein enormer Ansporn. Psychologische Studien zeigen immer wieder: das permanente Gefühl von Ohnmacht hingegen demotiviert und macht Menschen krank.

Lob und Anerkennung sind nicht dasselbe

Lob ist eine Form der spontanen Wertschätzung. Damit es wirkt, muss es möglichst konkret sein, denn dann weiß der Gelobte auch, warum er es erhält. Loben können der Chef ebenso wie die Kollegen oder Kunden. Diese Form der Wertschätzung ist vergleichbar mit einem gelegentlichen Schulterklopfen.

Anerkennung hingegen ist mehr Haltung als spontane Wertschätzung. Hier erkennt jemand die regelmäßige Leistung einer Person an und respektiert und schätzt die Person dafür.

Anerkennung muss nicht konkret sein, im Gegenteil: Sie beurteilt das Gesamtbild. Anerkennung muss auch nicht verbal geäußert werden, aber wenn sie verbal erfolgt, dann am besten durch ein qualifiziertes Feedback, das ausführlicher ist als ein spontanes Schulterklopfen.

Regelmäßiges Lob im Job ist daher ein wichtiger Motivator, keine Frage. Damit Mitarbeiter aber dauerhaft motiviert bleiben, müssen sie die Anerkennung dahinter spüren.

Was Mitarbeiter motiviert oder demotiviert

Ganz allgemein lässt sich zusammenfassen: Vertrauen, persönliche Wertschätzung, Respekt und die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen, können einen Mitarbeiter motivieren.

Demotivierend dagegen ist es, wenn der Mitarbeiter nicht weiß, was von ihm erwartet wird, wenn sich sein Vorgesetzter nicht für ihn als Mensch interessiert, wenn er eine Position ausführt, die ihm nicht liegt und wenn seine Meinungen und Ansichten nicht gehört werden.

 

Jan-Michael Meinecke

Von Jan-Michael Meinecke

Arbeitet erfolgreich als selbstständiger Kommunikationsberater.

Von | 2017-08-09T09:25:28+00:00 26. Februar 2016|Management|0 Kommentare

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