Mitarbeitermotivation – Der beste Motor eines Unternehmens

Mitarbeitermotivation – Der beste Motor eines Unternehmens

Viele Zahnräder die ineinander greifen

Bild: Oleksandr Delyk – Fotolia.com

Wissen Sie wie viele Kundenanfragen derzeit unbeantwortet im E-Mail-Eingang Ihrer Mitarbeiter schlummern und keine Beachtung finden?

In Zahlen sicher schwer zu schätzen, genauso wie der potentielle Umsatz, der dadurch liegen bleibt. Und das ist nur ein Beispiel dafür, warum die Motivation Ihres Teams maßgeblich den Erfolg Ihres Unternehmens beeinflusst.

Welche Faktoren sich auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter positiv auswirken können, erfahren Sie in meinem heutigen Blogpost.

Dienst nach Vorschrift als Bremse für den Abverkauf

Stellen Sie sich folgende Szene vor:

Sie wollen sich mit Beginn der Gartensaison einen neuen Grill anschaffen und fahren zu einem Baumarkt in Ihrer Nähe. Sie suchen die Ecke mit den Grillangeboten und fragen einen Mitarbeiter nach dem Weg. Dieser beschreibt Ihnen lediglich, über welche Gänge Sie die Grill-Abteilung erreichen.

Vor Ihnen stehen nun zig unterschiedliche Ausführungen: vom Holzkohle-, über den Gas-, bis hin zum Elektrogrill. Das Angebot ist sehr vielfältig. Es gibt kleine kompakte Modelle, aber auch solche, die so groß sind wie ein Schrank. Das Angebot erstreckt sich über viele verschiedene Anbieter mit enormen Preisunterschieden. Sie werfen einen Blick auf die große Auswahl, wissen jedoch nicht, welcher der Richtige für Sie ist. Letztlich fahren Sie wieder nach Hause – ohne einen Grill gekauft zu haben.

Engagierte Mitarbeiter als großer Wettbewerbsvorteil

Gleiche Ausgangssituation, anderer Baumarkt: Sie haben nicht aufgegeben und wollen, dass die Grillsaison nicht ohne Sie startet. Bei der Frage, wo Sie denn das Grillsortiment finden, begleitet Sie der Mitarbeiter zu dieser Abteilung. Er erkundigt sich, was für ein Typ „Griller“ Sie sind und wo Sie den Grill zu Hause aufstellen möchten.

Nach einem kurzen Beratungsgespräch wird ihm klar: Sie sind ein Gelegenheitsgriller und Ihr kleiner Balkon schließt einige Modelle aus, da diese zu viel Qualm verursachen würden. Dennoch möchten Sie nicht auf ein gutes Aroma und das Barbecue-Feeling verzichten.

Er präsentiert Ihnen einen, auf Ihre Bedürfnisse ausgerichteten, gasbetriebenen Grill, der so klein ist, dass er gut auf den Balkontisch passt. Da der Kundenberater erkennt, dass Sie nicht zu den Grillprofis gehören, gibt er Ihnen nebenbei noch erste Tipps, um ein tolles Barbecue zu zaubern.

Außerdem empfiehlt er Ihnen noch ein Rezeptbuch, in dem Sie Anregungen für einen perfekten Grillabend finden können. Ganz klar, dass sowohl der Grill als auch das Kochbuch von Ihnen gekauft werden.

Natürlich ist Ihnen dies so nicht passiert, aber meiner Nachbarin. Jedoch kennen Sie bestimmt ähnliche Situationen, die deutlich machen, wie wichtig es ist, motivierte Mitarbeiter zu haben. Denn sie sind ein wichtiger Erfolgs- und Umsatzfaktor für Ihr Unternehmen.

Die Aussage „Meine Mitarbeiter erhalten für Ihre Arbeit den entsprechenden Lohn, das müsste doch reichen!“ ist so nicht mehr zeitgemäß und trägt nicht grade dazu bei, dass Ihr Team mehr als nur „Dienst nach Vorschrift“ macht. Ziel sollte es sein, die Leistungsfähigkeit jedes Einzelnen zu steigern und die Loyalität dem Unternehmen gegenüber zu stärken.

Mittel der Mitarbeitermotivation – Welche Maßnahmen sollte man ergreifen, die nicht sofort verpuffen?

Es muss erst einmal die Frage geklärt werden: Was bedeutet eigentlich Motivation? Laut den Autoren Prof. Dr. Günter W. Meier und Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg wird Motivation wie folgt definiert: Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält.“

Ein Mensch benötigt demnach einen Anreiz, um bestimmte Verhaltensweisen bei ihm auszulösen. Diese Erklärung muss noch etwas weiter ausgeführt werden, denn es gilt zwei Arten von Motivation zu unterscheiden:

Intrinsische Motivation

Eine Person macht etwas, weil sie es machen will. Ihr Antrieb dies zu tun, kommt von innen, von der Person selber. Sie macht es, weil sie es gerne macht.

Gut ausgebildete Mitarbeiter streben nach Höherem. Sie suchen die Möglichkeit der Selbstentwicklung und Selbstverwirklichung in ihrer Arbeit. Für sie ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance von großer Bedeutung. Diese Mitarbeiter sind top engagiert, zuverlässig, kreativ und verantwortungsbewusst und ihnen macht die Arbeit Spaß. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen Wert auf diese Attribute legen, benötigen Sie ein Team, welches intrinsisch motiviert ist.

Diesen Mitarbeitern muss man einen Rahmen bieten, indem sie sich selbst entfalten können. Diesen schafft man z. B. durch flexible Arbeitszeiten, Arbeiten von zu Hause, interessante Herausforderungen, Weiterbildungsmaßnahmen sowie verantwortungsvolle, abwechslungsreiche und sinnvolle Aufgaben. Von innen gesteuerte Motivationskraft ist besonders stark und hält auch langfristig an.

Extrinsische Motivation

Die Person erhält von außen einen Anreiz, der seine Arbeitsweise positiv beeinflussen soll. Um den Mitarbeiter dahingehend steuern zu können, benötigt dieser zum Beispiel die Aussicht auf besondere Vorteile, wie z. B. auf Sach- oder Geldprämien. Diese können u. a. ein Firmenwagen, ein Handy, eine eigene Sekretärin oder diverse Gutscheine sein. Auch die Androhung einer Strafe, wie zum Beispiel eine Gehaltskürzung, ist eine extrinsische Motivation.

Diese Art von Motivation kann dort eingesetzt werden, wo Routinearbeiten erledigt werden müssen oder eine Tätigkeit vollbracht werden muss, die keine Eigeninitiative der Mitarbeiter fordert.

Die Gefahr bei solchen Maßnahmen besteht darin, dass die Motivationswirkung hier schnell verpufft. In diesem Fall könnte man versuchen, die Mitarbeiter durch ein gemeinsames Erlebnis (Besuch eines Fußballspiels oder einer Musicalvorstellung) extrinsisch zu motivieren. Solche Aktivitäten wirken zumeist nachhaltiger.

Gute Mitarbeiterführung ist eine grundlegende Voraussetzung für die Motivation

Da jeder Ihrer Mitarbeiter individuelle Bedürfnisse hat und aus unterschiedlichen Motivationsgründen heraus agiert, sollten die Anreize möglichst nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden, sondern individuell auf die Person abgestimmt sein. Hier ist also eine gute Mitarbeiterführung gefragt.

Meine Empfehlung: Regelmäßig Mitarbeitergespräche führen. So lernen Sie Ihre Mitarbeiter besser kennen und können auch besser einschätzen, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind und was die passenden Anreize sein könnten, um ihre Motivation noch zu steigern.

Ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der eigenen Mitarbeiter wirkt sich also schlussendlich positiv auf den Erfolg Ihres Unternehmens aus.

 

 

Anna Waltemathe

Von Anna Waltemathe

Arbeitet seit 2009 als Mediaberaterin für den privaten Rundfunksender Radio Vest im Kreis Recklinghausen.

Von | 2017-08-09T10:25:37+00:00 1. Juli 2015|Management|0 Kommentare

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