, MarketingMitarbeiterbindung – Should I stay, or should I go?

Mitarbeiterbindung – Should I stay, or should I go?

Eine Hand die mit einem schwarzen Stift "Human Ressources" geschrieben hat

Bild: gustavofrazao – Fotolia.com

In den letzten Veröffentlichungen sind wir im Rahmen unseres Themenfeldes „Mitarbeiter finden – Mitarbeiter binden“ auf folgende Fragestellungen näher eingegangen:

  • Wie können auch klein- und mittelständische Unternehmen auch mit einem schmalen Personalmarketingbudget auf sich als Arbeitgeber aufmerksam machen?
  • Wie kann man die eigene Arbeitgebermarke bilden und diese zielgerichtet kommunizieren?
  • Wie lässt sich der Rekrutierungsprozess effizienter gestalten?
  • Wie gewinnt man die „richtigen“ Mitarbeiter für das eigene Unternehmen?

Heute beschäftigen wir uns näher mit folgender Fragestellung:

Wie kann verhindert werden, dass gute Mitarbeiter das eigene Unternehmen verlassen bzw. von den Mitbewerbern abgeworben werden?

Eine kluge Personalmarketingstrategie ist nicht nur darauf ausgelegt, sich bei potenziellen neuen Interessenten und Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Mindestens genauso wichtig ist die Frage: Wie geht man mit dem Bewerber um, wenn er den Arbeitsvertrag unterschrieben hat, und im Unternehmen seine Arbeit aufnimmt?

Jobversprechen versus Jobrealität

Diverse Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 90% aller neu eingestellten Mitarbeiter bereits innerhalb der ersten Wochen, nachdem sie eine neue Arbeitsstelle aufgenommen haben, innerlich kündigen!!!

Hierfür werden im Wesentlichen drei Hauptgründe genannt

  1. Enttäuschte Erwartungen

Viele Unternehmen versprechen im Vorfeld eines Bewerbungsverfahren sehr viel, halten aber Zusagen anschließen nicht ein. Das ist mitunter das schlimmste, was passieren kann. Unser Tipp: bleiben Sie deshalb im Rahmen Ihrer Personalmarketingstrategie authentisch und bei der Wahrheit.

2. Führungskräfte, die ihrer Onboarding-Verantwortung nicht ausreichend nachkommen

Es kommt immer wieder vor, dass neu eingestellte Mitarbeiter darüber klagen, keinen festen Ansprechpartner für die Einarbeitungsphase zu haben. Der neue Mitarbeiter ist schnell  auf sich alleine gestellt, was wiederum zu Unsicherheit führt.

3. Fehlende strukturierte Einarbeitungspläne und Stellenbeschreibungen

Nur wenn ein (neue eingestellter) Mitarbeiter genau weiß, was sein Aufgaben- und Verantwortungsbereich ist, welche Kompetenzen er hat und wenn er im Zweifelsfall fragen kann, kann er sein vorhandenes Potenzial vollstens ausschöpfen.

Arbeitsmotivation versus Unternehmenserfolg

Besonders Punkt Nr. 3 findet sich auch häufig in Statistiken und Umfragen zur Arbeitsproduktivität wieder. Im Kern sind nur ca. 25% – 30% der Mitarbeiter in einem Unternehmen voll engagiert – leisten also mehr als von Ihnen erwartet. Zwei Drittel betreiben nur „Dienst nach Vorschrift“ oder leisten unterdurchschnittliche Arbeit. Hier wird in vielen Unternehmen Produktivitätspotenzial verschenkt bzw. nicht richtig ausgeschöpft.

Was kann man unternehmen, um die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter dauerhaft möglichste auf einem hohen Level zu halten?

Da es mittlerweile viele Instrumente gibt, die bei der Beantwortung dieser Frage Hilfestellung geben können, hier ein Paar Vorschläge:

  • Befragung zur Jobzufriedenheit – Viele Unternehmen wissen, wie zufrieden die eigenen Kunden sind, bzw. wie die Kunden über das eigene Unternehmen denken. Wie zufrieden die eigenen Mitarbeiter jedoch sind – auf diese Frage wissen viele Unternehmen keine oder nur eine unzureichende Antwort. Führen Sie daher regelmäßige Befragungen durch – denn nur wenn Sie genau wissen, wo es Handlungsbedarf gibt, können Sie entsprechend tätig werden.
  • Austauschplattformen – Schaffen Sie Möglichkeiten, ein „aktives Mitarbeiterbeschwerdemanagement“ zu installieren. Sie erfahren sehr viel darüber, wo in Ihrer Organisation „Sand im Getriebe“ ist – gleichzeitig gewinnen Sie beim Mitarbeiter viel an Glaubwürdigkeit, wenn man sieht, dass auf die Probleme eingegangen wird.
  • Interne Medien – wie z. B. Mitarbeiterzeitschriften o. ä. sind ein gutes Mittel zur Mitarbeiterbindung. Schaffen Sie Mehrwerte bzw. Mehrleistungen, die über das normale Maß hinausgehen.
  • Wissensmanagement – seinen Sie immer auf dem neuesten Stand, was Fortbildungen Ihrer Mitarbeiter angeht. Nur wenn Sie genau wissen, welches Potenzial in Ihren Mitarbeitern steckt, können Sie es für die eigenen Zwecke nutzen. Fördern Sie aktiv die Fortbildungsbereitschaft, Erfassen Sie diese und sprechen Sie im Bedarfsfall Mitarbeiter aktiv an.

Zu guter Letzt noch ein Rat: Gehen Sie mit Ihren Mitarbeitern genauso um, wie Sie es mit Ihren Kunden tun. Unternehmen, die es nicht schaffen, sich um Mitarbeiter genauso zu bemühen wie um Kunden, werden es auf Dauer schwer haben passendes Personal zu finden und zu überleben!

 

Ziko Jovic

Von Ziko Jovic

Ziko Jovic ist Inhaber von Jovic Consult, einer Beratung für Unternehmenswachstum.

Von | 2017-09-21T17:31:06+00:00 13. Juli 2016|Management, Marketing|0 Kommentare

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