Medienwandel: Geändertes Mediennutzungsverhalten am Beispiel TV

Medienwandel: Geändertes Mediennutzungsverhalten am Beispiel TV

Kopf der aus vielen bunten Papierstücken besteht

Bild: puckillustrations – Fotolia.com

Der Medienwandel lässt sich nicht aufhalten. Dies beweisen uns jährlich etliche Studien. Ging es in den letzten Jahren vor allem den Zeitungen und Zeitschriften an den Kragen, wird voraussichtlich in den kommenden Jahren auch das Fernsehen nicht verschont bleiben.

In Zeiten von Streaming, YouTube, Online-Videotheken etc. wird der Fernseher zunehmend unwichtiger. Wird das Tablet oder das Smartphone zukünftig den klassischen Fernsehapparat ersetzen? Lassen sich daraus Rückschlüsse für Ihre Marketingstrategie ziehen? Schauen wir uns die Veränderungen in diesem Bereich genauer an.

Mediennutzungsverhalten – Zahlen und Fakten

Studie über die durchschnittlich tägliche Nutzungsdauer von Medien

Bild: http://www.mobile-zeitgeist.com/2014/09/05/ardzdf-online-studie-mobile-internetnutzung-waechst/

Das Fernsehen liegt mit aktuell 240 Minuten täglich auf Platz 1 der Mediennutzung. Sicherlich zieht das Fernsehen besonders die Aufmerksamkeit älterer Nutzer auf sich.

Die 14- bis 29-jährigen nehmen sich nur noch 128 Minuten Zeit fürs Fernsehen. Dagegen sieht der ab 50-Jährige sogar durchschnittlich 297 Minuten fern. Dies veröffentlichte die ARD/ZDF Online Studie: Mobile Internetnutzung wächst.

Das Internet beeinflusst u. a. die TV-Nutzung – Mediennutzung erfolgt vermehrt unterwegs

Das Internet und allen voran das mobile Internet spielt immer mehr eine entscheidende Rolle in unserem Leben. Smartphones und Tablets geben uns die Möglichkeit, unsere Freizeit unabhängig vom Ort zu gestalten.

Vor allem bei den 14-29 jährigen finden Sie kaum jemanden ohne Mobiltelefon, Smartphone oder Tablet. Die Studie „Media Activity Guide 2014“ zeigt, dass bereits rund 61 % aller Internetnutzer ab 14 Jahren unterwegs surfen.

Durch die Möglichkeiten des Internets verschwinden festen TV-Zeiten

Fernab der eigenen vier Wände Zeitung lesen, Musik hören, Spiele spielen oder natürlich fernsehen – Das mobile Internet macht es möglich. Pünktlich zur Lieblingssendung zu Hause zu sein ist nicht mehr nötig, wenn ich diese in Ruhe und unkompliziert in der Mediathek, im Stream oder aus dem Download-Portal auf meinem Tablet gucken kann.

Des Weiteren geht aus dem Digitalisierungsbericht 2014 der Medienanstalten hervor, dass beispielsweise TV-Streams in Deutschland insgesamt mit mobilen Endgeräten von 14,3 % der über 14-jährigen verwendet werden.

Dass lediglich 4 % Live-Streams von unterwegs anschauen, liegt vermutlich an einigen Verbindungsschwierigkeiten, mit denen Mobilfunknutzer zu kämpfen haben.

Mediatheken vs. normales TV-Programm

Laut Medienanstalten nimmt die Nutzung von Videoinhalten aus dem Internet zu. 45,4 % nutzen mindestens selten Videoinhalte aus dem Internet.

Dabei ist es die jüngere Altersgruppe, die überwiegend Videoinhalte aus dem Internet nutzt. 38,6 % der 14-29-jährigen schauen wöchentlich Videos im Internet.

Hauptnutzungsquelle von Videos im Internet sind die Mediatheken der öffentlichen sowie privaten Sender. Jedoch weisen auch kostenpflichtige Online-Videotheken wie z. B. Netflix hohe Nutzungsdaten auf. Jeder Fünfte zahlt mittlerweile eine Abogebühr für solche Online-Videodienste.

Der Fernseher – Die Nutzung hängt vom Alter ab

Eine Bindung an das TV-Gerät ist durch immer schnellere Internetzugänge und neuste Multimediageräte heute nicht mehr notwendig. Fragt man aber die Gesamtbevölkerung nach dem für sie „wichtigsten Endgerät“, liegt derzeit trotzdem das TV-Gerät, gefolgt vom Smartphone, ganz vorne. Laut Medienanstalten ist der Fernsehapparat bei 41,8 % der Gesamtbevölkerung unverzichtbar.

Schaut man hingegen auf die jüngere Zielgruppe der 14-19-jährigen, benennt bereits jeder Zweite (52,1 %) dieser Altersgruppe das Smartphone als wichtigstes Endgerät. Der Fernseher liegt hier bei 8,2 % hinter Laptop und PC. Wohingegen Personen ab 40 Jahren erneut dem Fernseher den Vorzug geben.

Qualität zählt beim TV-Programmangebot – Videos hoch im Kurs

Hochwertige, persönlich ausgesuchte Programme sind dem Zuschauer wichtig. Der Fernseher soll nicht „einfach so“ laufen. Besonders für Familien mit Kindern ist eine pädagogisch wertvolle Sendung von großer Bedeutung. Wenn diese das aktuelle Fernsehprogramm gerade nicht hergibt, greifen Eltern auf Videos aus dem Internet zurück.

Dementsprechend sind auch schon die ganz Kleinen ständig davon umgeben und wachsen ganz selbstverständlich mit Smartphone und/oder Tablet auf und wissen schon früh damit umzugehen.

Kinder lernen durch ihre Eltern! Wenn die Eltern weder den Fernseher einschalten, noch die Zeitung in die Hand nehmen, werden sie es voraussichtlich im fortgeschrittenen Alter auch nicht tun.

Was bedeuten die Entwicklungen des Mediennutzungsverhalten für Ihr Werbebudget?

Das klassische Fernsehen wird sicherlich nicht kurzfristig verdrängt werden. Jedoch wird sich die Nutzungsdauer der Medien auf lange Sicht verschieben. Generell wird dies Folgen für die Verteilung der Werbeausgaben haben.

Werbegelder wandern immer mehr ins Internet. Im letzten Jahr prognostizierten die Experten von PwC einen Paradigmenwechsel für 2018. Sie gehen davon aus, dass bis dahin die Umsätze mit Internetwerbung jährlich um etwa 10,7 % zunehmen. Die PwC-Berater erklären, dass die Umsatzerlöse aus Internetwerbung in 2018 fast das Niveau der Umsätze mit TV-Werbung erreicht haben werden. 2009 waren diese noch doppelt so hoch im Vergleich zur Internetwerbung.

Die jetzige Jugend wird älter, die Technik immer besser und schneller und immer weiter wächst die Nutzung von Videoinhalten aus dem Internet. So auch das Interesse der Werbetreibenden, diese Menschen zu erreichen.

Dies sollten Sie für Ihr Unternehmen auch bei der zukünftigen Planung Ihrer Marketingstrategie sowie der Festlegung Ihres Marketingbudgets berücksichtigen. Ein paar Tipps zum Thema Online Marketing geben wir Ihnen hier an die Hand.

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Lena Krüper

Von Lena Krüper

Lena Krüper ist Marktforschungsexpertin und arbeitet bei der Westfunk GmbH & Co. KG in Essen.

Von | 2017-08-09T17:04:22+00:00 2. September 2015|Media|0 Kommentare

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