Marketing-Clubs: Moderne Thinktanks

Marketing-Clubs: Moderne Thinktanks

Zwei Seile die verknotet sind

Bild: Matthias Buehner – Fotolia.com

Erfolgreiches Marketing ist immer kundenorientiert.

Das wissen wir alle – theoretisch. Im Tagesgeschäft verliert man die tatsächlichen Kundenbedürfnisse allerdings leicht aus den Augen.

Dann besteht die Gefahr, dass das Marketing in die falsche Richtung läuft – und erst einiger Schaden entsteht, bevor dies erkannt und nachjustiert wird.

Das ist einer der Gründe, aus dem viele Geschäftsführer und Marketingentscheider den Austausch in Marketingclubs so schätzen.

Hier geht es um weit mehr als Networking, obwohl natürlich auch diese Vernetzung ein willkommener Effekt der Treffen ist. Das eigene Marketing unvoreingenommen auf den Prüfstand zu stellen, fällt im Austausch mit anderen Unternehmern erfahrungsgemäß leichter.

Get together – Netzwerk und Ideenpool

Marketingclubs verstehen sich als Kompetenzzentren, in denen sich Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik begegnen.

Sie sind zunehmend zu Interessenverbänden geworden, da sie ihren Mitgliedern eine Stimme verleihen.

Daher fühlen sich neben den Führungskräften aus Marketing, Vertrieb, Werbung und Kommunikation aller Branchen auch Marktforscher oder öffentliche Projektträger angesprochen, die Infrastrukturen eines Marketingclubs zu nutzen.

Zu den zentralen Angeboten eines solchen Clubs gehört der Erfahrungsaustausch im informellen Rahmen.

Marketing- und Vertriebsideen werden in Gesprächskreisen vorgestellt und diskutiert, so dass Unternehmer hier das klare Feedback bekommen, das ihnen innerhalb ihres Unternehmens häufig fehlt.

Gesprächskulturen dieser Art bedeuten ein immenses kreatives Potenzial, mit dessen Hilfe Ideen entwickelt und auch umgesetzt werden können.

Hier finden Sie eine Übersicht der Veranstaltungen von verschiedenen Marketingclubs aus dem Ruhrgebiet >>

Über 14.000 Mitglieder deutschlandweit

Diese Überlegungen bringen regelmäßig Unternehmer aller Sparten in den über 60 Marketingclubs deutscher Städte zusammen.

In der Dachorganisation, dem Deutschen Marketing-Verband, sind derzeit 14.000 Mitglieder in 65 regionalen Clubs zusammengeschlossen. Allein der Marketingclub Berlin stellt mit rund 350 Firmen- und Einzelmitgliedern ein Netzwerk bereit, in dem sich die Kernkompetenzen des Marketings mit der unternehmerischen Realität abgleichen lassen.

Der größte Marketingclub Deutschlands befindet sich jedoch in Frankfurt am Main. Mit über 1.000 Mitgliedern und 50 jährlichen Veranstaltungen lässt sich die wirtschaftliche Stärke der Region auch an ihrem Marketingclub ablesen.

Ebenso aufschlussreich wie die Größe eines Marketingclubs ist übrigens die Clubdichte einer Region.

Hier fällt vor allem die Metropolregion Rhein-Ruhr auf: Der Marketing Club Duisburg-Niederrhein, der Marketing Club Ruhr (Mühlheim, Essen, Oberhausen), der Marketing Club Dortmund und andere bieten ihren 200 bis 400 Mitgliedern mit durchschnittlich 20 jährlichen Veranstaltungen eine vielfältige Plattform, in der Kontakte geknüpft, Ideen entwickelt und Kooperationen angebahnt werden.

Kosten der Mitgliedschaft

Wie alle Vereine erheben auch Marketingclubs Mitgliederbeiträge, die allerdings gestaffelt sind.

Üblicherweise enthält die Staffelung unterschiedliche Beiträge für Studenten, Junioren und andere Aktive. Daneben finden sich verschiedene Beitragssätze für Firmenmitglieder.

Die Beitragshöhen für Firmen bemessen sich am Leistungspaket, also daran, wie viele Personen pro Mitgliedschaft zu den örtlichen Veranstaltungen eingeladen oder wie viele Ausgaben der Clubmagazine ausgeliefert werden. Teilweise werden Aufnahmegebühren erhoben.

Eine Einzelperson über 35 Jahren sollte daher von einem Mitgliedsbeitrag von mindestens 250 Euro pro Jahr ausgehen, während ein Unternehmen um die 700 Euro einplanen sollte.

Tabelle über Beitragszahlungen

Nachteile und Pflichten

Ein Marketingclub ist eine Interessengemeinschaft.

Es gibt neben dem Beitrag keine Verpflichtungen. Allerdings können die Chancen, die ein Netzwerk bietet, natürlich nur eigeninitiativ ergriffen werden.

Die effektivste Nutzung der Infrastruktur bedeutet ein gewisses Maß an Selbstverpflichtung.

Darüber hinaus bleibt zu bedenken, dass alle branchenspezifischen Interessen zugunsten der Fokussierung auf das Thema Marketing zurückgestellt werden.

Fazit

In Marketingclubs geht es also – wie im Marketing allgemein – um Aktivität, Verbreitung und Vernetzung, Förderung und Austausch.

Also um alles, was eine Denkfabrik, einen Marketing-Thinktank ausmacht.

Der Marketingclub stellt mit seinen Clubmagazinen, seinen Veranstaltungen und seinen Gesprächsforen ein Reservoir an Kontakten, Wissen und Ideen bereit, das kreativ und kooperativ genutzt werden kann.

Wer neben dem Mitgliedsbeitrag regelmäßig Zeit und Engagement für die entsprechenden Treffen mitbringt, kann dieses Reservoir hervorragend nutzen, um das eigene Marketing zu optimieren.

 

Katharina Bösch

Von Katharina Bösch

Arbeitet seit 2012 als Leiterin des Redaktionsteams eines Beratungsportals für Medienunternehmen.

Von | 2017-08-10T10:51:28+00:00 10. November 2014|Marketing|0 Kommentare

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