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Markenbindung: Corporate Identity in der Hauptrolle

  • View Larger Image Das Feld der Unternehmensidentität ist groß, lässt sich aber gezielt zur Markenbindung nutzen. Foto: Pixabay

    Das Feld der Unternehmensidentität ist groß, lässt sich aber gezielt zur Markenbindung nutzen. Foto: Pixabay

Definierte Markenfarben, ein Logo und die passende Hausschrift besitzen die meisten Unternehmen bereits. Spannt man diesen Bogen noch ein kleines bisschen weiter, lässt sich die Kundenbindung maximieren.

Ein Personalausweis dient zweifelsfrei der Identifikation einer Person. Dazu sind die wichtigsten Daten enthalten, die den Beweis liefern: „Ja, das ist Max Mustermann“. Auch ein Unternehmen besitzt so eine Art Personalausweis, in dem unverkennbar die elementaren Merkmale enthalten sind. Was bei uns Menschen beispielsweise die Augenfarbe, Größe und der Geburtsort sind, kann sich in der Corporate Identity durch Markenfarben, ein Symbol in der Bildmarke und einen unverkennbaren Slogan ausdrücken.

Ein stimmiges Bild durch die 3 Säulen der Corporate Identity

Schon anhand dieser Aufzählung lässt sich erkennen, dass die Corporate Identity bei weitem nicht nur aus dem Design besteht. Nichtsdestotrotz ist die wohl bekannteste Säule das Corporate Design. Sie besteht meist aus einem Styleguide. In diesem wird geregelt, wie zum Beispiel der Schriftverkehr auszusehen hat, darunter:

  • Farben
  • Formen
  • Logoeinsatz

Auch die visuelle Außenwirkung aller möglichen Werbemittel wird hier festgelegt, das Logo samt Gestaltungskonzept und -begründung ist enthalten. Zusätzlich werden folgende Aspekte definiert:

  • die Bildwelt
  • Tonalität (visuelle Ansprache)
  • Typografie im Design
Corporate Identity – die 3 Säulen (Grafik: Marketing im Pott)

Grafik: Marketing im Pott

Wie Mitarbeiter sowohl intern als auch extern kommunizieren, legen Werte und Richtlinien in der Säule Corporate Communication fest. Das ist wichtig, damit strategische Botschaften über alle Medienkanäle hinweg denselben Nerv treffen. Alle Abteilungen mit Kundenkontakt sind intensiv zu schulen: Marketing und PR, Verkauf sowie Social Media Manager. Über die Communication-Säule baut man das Image auf, das durch die beiden anderen Säulen unterstützt wird.

Bleibt noch die dritte Säule namens Corporate Behaviour. Sie legt das Verhalten der Mitarbeiter im Unternehmen fest: Wie reagieren wir bei Beschwerden? Wie verhalten wir uns gegenüber Kunden, Kooperationspartnern oder Lieferanten? All das sollte in einem runden Konzept festgelegt sein.

Wichtig: Alle drei Säulen dienen als Grundpfeiler der Unternehmensidentität und müssen zwingend zueinanderpassen. Nutzt man beispielsweise als Finanzinstitut die Schriftart „Comic Sans“, eine legere Du-Ansprache in der Kundenkommunikation, setzt aber auf Anzug und Krawatte, verliert das Unternehmen schnell seine Glaubwürdigkeit.

Unternehmenskultur nutzen: Die fünf Sinne direkt ansprechen

So vielfältig das Feld der Unternehmensidentität ist, so groß ist auch die Spannweite der Umsetzung. Von moderater bis strikter Identitätsbindung an die Corporate Identity handhaben Firmen das unterschiedlich. Um der Fülle aller Branchen gerecht zu werden, gibt es viele Ansätze, das Modell der drei Hauptsäulen (s.o.) sinnvoll zu erweitern. Für einige Werte, die sich ebenfalls in der Unternehmenskultur zeigen können, existiert die Theorie der 5 Sinne:

Lichtkonzepte für Shops, Positionierung von Waren in Ausstellungen und Schaufenstern und die Farbtemperatur in Kelvin können hier definiert sein, um Produkte im optimalen Licht zu zeigen – und zwar in allen Filialen nach demselben Konzept.

„Haribo macht Kinder froh“ und das Soundlogo der Telekom gelten als Klassiker in diesem Bereich. Wiedererkennbare Jingles, Akustik-Logos und sogar Szenen, die ganze Events untermalen, fallen in diesen Bereich.

Hier finden Sie einen Artikel, der Corporate Sound und seine Wichtigkeit in Spots genauer beleuchtet.

Lassen Sie Ihre Kunden im wörtlichen Sinne etwas begreifen. Einige Visitenkarten mit Sonderdruckveredelungen setzen auf genau diesen Sinn, aber auch die Einrichtung und das Produkt an sich sollten den Touch vermitteln.

„Haben Sie schon unser neues Brot probiert?“ Und zack, ist die Produktprobe des Bäckers beim Kunden angekommen. Speisen gehen immer, sei es bei besonderen Events oder in Form von Werbeartikeln.

Kennen Sie das? Sie betreten den Shop einer Kette und fühlen sich auf Anhieb in jedem Shop dieser Marke wie in dem Heimischen? Das könnte am Geruch liegen, denn immer mehr Unternehmen setzen ihren unverkennbaren Unternehmensduft ein und lassen das definierte Aroma durch Zerstäuber in Verkaufsräume wirbeln.

Denken Sie noch einmal an Ihren Personalausweis. In meinem stimmt die Körpergröße nicht mehr exakt, ich bin seit dem Ausstellungsdatum scheinbar zwei Zentimeter gewachsen. Trotzdem stimmen die anderen Werte aber nach wie vor und man kann mich ohne Probleme der Person auf dem Perso zuordnen. Das sollte auch auf die Corporate Identity Ihres Unternehmens zutreffen: Ist sie aktuell? Sind die Aspekte so formuliert, dass es ein gemeinsames Selbstverständnis gibt (corporate aus dem Englischen meint auch „gemeinsam“) – auch mit Ihren Kunden? Sind die Aspekte so miteinander verzahnt, dass sie trotz minimaler Abweichungen ein Ganzes erkennen lassen? Manchmal lohnt es sich, den Ausweis neu ausstellen zu lassen.

Hendrik Weyers

Von Hendrik Weyers

Journalismus, Mediendesign und Tech Enthusiast. Arbeitet als Content Manager für das Portal Marketing im Pott.

2018-05-30T16:24:41+00:0018. April 2018|

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