, Digital, Werben im PottLumberPrint: Wie ein Unternehmen aus Essen von Influencer Marketing profitiert
  • View Larger Image Auf Holzdielen gedruckte Fotos – diese Idee verbreitet das Unternehmen über Influencer Marketing, erklärt Geschäftsführer Kevin Gonska. Foto: LumberPrint

    Auf Holzdielen gedruckte Fotos – diese Idee verbreitet das Unternehmen über Influencer Marketing, erklärt Geschäftsführer Kevin Gonska. Foto: LumberPrint

LumberPrint: Wie ein Unternehmen aus Essen von Influencer Marketing profitiert

Es wird immer populärer und ist in Zeiten von Snapchat und Instagram nicht mehr wegzudenken: Das Influencer Marketing. Influencer posten Bilder und Videos aus ihrem alltäglichen Leben und ernten dafür viele Likes und Follower in den sozialen Medien. So steigt ihre Popularität immer weiter.

Genau diese hohe Aufmerksamkeit, die Blogger auf sich ziehen, wollen immer mehr Unternehmen nutzen. Sie verschicken Pakete mit ihren Produkten bzw. Produktproben und hoffen dafür auf einen Post der Blogger, in dem ihr Produkt zu sehen ist. Im besten Fall geht eine Produktempfehlung mit dem Post einher und das Unternehmen gewinnt neue Kunden dazu.

Kevin Gonska ist Geschäftsführer der KEDAWO GmbH, die sich mit ihrer Marke LumberPrint darauf spezialisiert hat, Fotos auf Holzdielen zu drucken. Auch LumberPrint arbeitet aktiv mit Influencern zusammen. Wie diese Disziplin im Online-Marketing funktioniert, erklärt Kevin Gonska im Marketing im Pott-Interview.

Herr Gonska, erläutern Sie einmal kurz das Konzept Ihres Unternehmens. Wie kam es zur Gründung?

Kevin Gonska ist Geschäftsführer der KEDAWO GmbH und mit der Marke LumberPrint auch auf den Holzdielendruck spezialisiert. Foto: LumberPrint

Kevin Gonska ist Geschäftsführer der KEDAWO GmbH und mit der Marke LumberPrint auch auf den Holzdielendruck spezialisiert. Foto: LumberPrint

Kevin Gonska: „Wir drucken Fotos auf echten alten Holzdielen und liefern die Geschichte des Holzes gleich mit. Unsere Kunden bekommen ein Stück „Geschichte“ – personalisiert mit Ihren Fotos. Das sind ultimative Unikate! 2015 bin ich auf die Idee gekommen auf einer alten Holzpalette Fotos zu drucken. Ich war von dem Ergebnis begeistert. Ab da ist die Idee in mir gewachsen, online Fotodrucke auf altem Holz anzubieten.“

Seit wann besteht LumberPrint und wie viele Mitarbeiter beschäftigen Sie?

Kevin Gonska: „Unser Onlineshop besteht seit 2015 und ist ein Teilbereich der KEDAWO GmbH. Insgesamt haben wir 15 Mitarbeiter inklusive der beiden Auszubildenden. Zwei Mitarbeiter kümmern sich bei LumberPrint um den Support und die Kundenkommunikation, ich selbst kümmere mich um das Marketing sowie die Weiterentwicklung. Ca. zwei bis drei Mitarbeiter sind mit der Produktion und der Technik beschäftigt.“

Was macht Ihre Geschäftsidee so besonders? Warum sollte ich mein Foto besser bei Ihnen auf Holz, statt auf eine übliche Leinwand drucken lassen?

Logo von LumberPrint.

Foto: LumberPrint

Kevin Gonska: „Leinwand ist einfach langweilig! Ein Foto auf Holz ist immer etwas Besonderes. Kein Holzbild gleicht dem anderen. Man sieht dem Holz einfach an, dass es lebt. Die Risse, die Struktur: All diese Makel machen jedes Stück Holz einzigartig. Dazu kommt noch, dass unser Holz immer woanders herkommt und immer eine andere Geschichte zu erzählen hat.“

Wieso fokussieren Sie sich im Bereich des Marketings so sehr auf das Influencer Marketing?

Kevin Gonska: „Influencer Marketing ist für uns eine sehr effektive Methode unsere Produkte unserer Zielgruppe näherzubringen. Ein Vorteile von Influencer Marketing im Vergleich zu herkömmlicher Werbung wie Affiliate oder Offline Werbung ist, dass die Zielgruppe sehr stark definiert ist. Eine Facebookseite zum Thema „Wohnungsdekoration“ beispielsweise hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Fans, die sich auch für personalisierte Wandbilder interessieren. Zusätzlich geben Influencer auf Wunsch häufig auch Auskunft über Geschlecht, Alter oder Herkunft ihrer Fans. Der wichtigste Vorteil dieser Marketingform ist, dass ein Follower sich bewusst dafür entscheidet, diese „Werbung“ sehen zu wollen. Ein Fan von einer Facebookseite zum Thema „Wohndesign“ möchte Beiträge zu diesem Thema sehen und nimmt den Beitrag auch nicht bewusst als Werbung wahr.“

Folgt ein User im Netz vielen thematisch passenden Seiten zum Thema „Wohndesign“, bekommt er mit höherer Wahrscheinlichkeit entsprechende Werbung angezeigt. Dies lässt sich durch Influencer Marketing perfekt nutzen. Foto: LumberPrint

Folgt ein User im Netz vielen thematisch passenden Seiten zum Thema „Wohndesign“, bekommt er mit höherer Wahrscheinlichkeit entsprechende Werbung angezeigt. Dies lässt sich durch Influencer Marketing perfekt nutzen. Foto: LumberPrint

Gibt es bestimmte Kriterien, die von den Influencern erfüllt werden müssen?

Kevin Gonska: „Am wichtigsten ist die Zielgruppe bzw. die Follower, die der Influencer hat. Denn nicht jede Zielgruppe passt zu jedem Produkt. In unserem Fall sollte ein Großteil älter als 20 Jahre und weiblich sein. Bilder bzw. Fotos im Allgemeinen sind ein sehr emotionales Produkt und sprechen deshalb am meisten Frauen an. Da unsere Produkte hochpreisiger als zum Beispiel Leinwandbilder sind, sollte unsere Zielgruppe bereits im Berufsleben stehen.
Wichtig ist es auch, sich die Qualität der Postings genau anzuschauen. Werden vernünftige Bilder gepostet? Werden die Posting viel kommentiert, sprich ist eine hohe Interaktion zu beobachten? Wirkt der Influencer im Allgemeinen authentisch? Nur ein Influencer, dem seine Follower vertrauen, schafft es, ein Produkt seinen Followern nahe zu bringen.“

Wie kommt so eine Kooperation mit einem Influencer zustande?

Kevin Gonska: „Entweder wir werden kontaktiert, ggf. mit einer Idee für eine Zusammenarbeit oder unser Marketing sucht nach bestimmten Kriterien mögliche Influencer heraus und kontaktiert diese direkt. Haben beide Seiten Interesse an einer Kooperation arbeiten wir gemeinsam an einer kleinen Story. Durch diese können unsere Produkte präsentiert werden.“

Was erhoffen Sie sich durch die Arbeit mit Influencern? Gewinnen Sie durch deren Popularität viele neue Kunden? Sehen Sie auch „Gefahren“ oder Unsicherheiten zum Beispiel in puncto Verlässlichkeit oder Kommunikation?

Kevin Gonska: „Erfolgreiche Influencer haben enorm hohe Reichweiten und dazu noch ganz spezifische Zielgruppen. Bei der Auswahl der richtigen Partner für eine Kooperation ist es möglich bei relativ geringem Budget seine Produkte sehr vielen Menschen zu zeigen.

Natürlich gibt es auch unter Influencern schwarze Schafe. Viele Influencer z.B. liken und kommentieren gegenseitig ihre Beiträge, das bringt einem Werber in dem Fall natürlich nicht viel. Wir hatten auch schon Influencer, die nicht wie abgesprochen über unsere Produkte berichtet haben, sondern keine Reaktion mehr gezeigt haben, nachdem Sie ein Produkt erhalten haben. Grundsätzlich basieren diese Kooperationen auf Vertrauen und dies kann eben auch ausgenutzt werden.“

Mit Blick in die Zukunft: Wie wichtig wird Influencer-Marketing Ihrer Meinung nach noch werden? Und was bedeutet das für Unternehmen?

Kevin Gonska: „Ich denke, dass Influencer Marketing in Zukunft genauso wichtig sein wird wie jetzt. Denn letztendlich ist Influencer Marketing nichts anderes als moderne Mundpropaganda. Da dieses System hauptsächlich auf Vertrauensbasis funktioniert glaube ich aber, dass es in Zukunft schwieriger werden wird.“

Fazit: Die Auswahl macht den Unterschied

Dass Influencer Marketing aktuell auch im Segment der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) so aufblüht, kann kein Zufall sein. LumberPrint aus Essen macht es vor: Mit vergleichsweise wenig Budget ist es möglich, sehr detailliertes Targeting im Hinblick auf die eigene Zielgruppe zu betreiben. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass die passenden Influencer gefunden werden, die nicht nur genau die festgelegte Zielgruppe bedienen können, sondern auch für ein vertrauensvolles Miteinander in der Kooperation stehen.

Nina Blumenrath

Von Nina Blumenrath

Ist derzeit Studentin Master Medienkulturwissenschaft.

Von | 2017-11-09T14:41:03+00:00 5. Juli 2017|Best Practice, Digital, Werben im Pott|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. datenraume.de 30. Oktober 2017 um 15:02 Uhr - Antworten

    Ein sehr erstklassiger Post, der alles hervorragend zusammen fasst. Ich habe mich damals auch durch alle DebütantGreenhorn-Guides gelesen bevor ich dann nutzliche Neuigkeit gefunden habe. Bei mir ist es immer so, dass ich die meisten Anregungen für mehr Einflussbereiche zwar kenne, aber dann doch nicht umsetzte. So einen Essay zu lesen motiviert dann wieder – habe ich gedacht und bin weiter gesurft. Sowas ist äußerst helfend! Aber es gibt noch ein Betreff dazu – Virtuelle Datenräume . Es ist vor allem schön zu wissen, dass alle mal klein angefangen habe. Das ist zwar eigentlich klar, aber wird gern vergessen.

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