Ist Ihr Unternehmen eine gute Marke oder eine schlechte Kopie?

Ist Ihr Unternehmen eine gute Marke oder eine schlechte Kopie?

Schriftzug: Human Resources

verwendete Bilder: © gustavofrazao – Fotolia.com

Im zweiten Teil meiner Serie zum Personalmarketing beschäftigen wir uns heute mit der Arbeitgebermarke und dem Themenfeld „Mitarbeiter
finden – Mitarbeiter binden“ .
Viele Branchen klagen, dass es immer schwieriger wird, offene Vakanzen schnell und effizient zu besetzen. Dabei geht es häufig nicht nur um gutbezahlte Spitzenpositionen – diese Schwierigkeiten sind schon bei der Besetzung von offenen Ausbildungsplätzen sichtbar.

Arbeitgebervorteile versus öffentliche Wahrnehmung – häufig ein Wiederspruch!

Viele Firmen unternehmen wenige Anstrengungen, um sich in der Öffentlichkeit
positiv darzustellen und ihre Vorteile als Arbeitgeber zu kommunizieren.
Damit jedoch neue Mitarbeiter effizienter rekrutiert werden können, ist es erstmal
notwendig zu eruieren, wie das eigene Unternehmen als Arbeitgeber in der
Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Genau an dieser Stelle setzt die
Arbeitgebermarke an.

Bei der Bildung der Arbeitgebermarke spricht man von Maßnahmen, die dazu
dienen, das eigene Unternehmen von potenziellen neuen Mitarbeitern auch als
solches wahrgenommen wird. Das Interesse für eine Mitarbeit im Unternehmen soll
durch die Arbeitgebermarke geweckt werden. Eine klar formulierte und
kommunizierte Arbeitgebermarke schafft Abgrenzung. Die Vorzüge einer Mitarbeit
sollten klar definiert und nach Außen transportiert werden. Wichtig ist, realistisch zu
bleiben und nicht zu übertreiben. Nichts ist schlimmer, als wenn falsche Erwartungen
beim Kandidaten geweckt werden und sich diese hinterher nicht bestätigen.
Die Bildung der Arbeitgebermarke ist vor allem deshalb wichtig und sinnvoll, weil es
einen direkten Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur, Personalmanagementstrategie, Arbeitsproduktivität und deren Auswirkung auf den
wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens gibt.

Auch Personal muss sich rentieren

Betriebswirtschaftlich betrachtet, müssen sich Investitionen in Mitarbeiter (in der
Literatur häufig auch Humankapital genannt) genauso rentieren wie
Sachinvestitionen. Rentabilität und Produktivität spielen im Personalmanagement
eine zentrale Rolle, ob bei der Personaleinstellung, Personalbindung oder der
Mitarbeiterentwicklung. Die eigene Arbeitgebermarke übt daher unmittelbaren
Einfluss auf die Unternehmensrentabilität aus.

Die Außenkommunikation als elementarer Faktor bei der Bildung der Arbeitgebermarke

Das Informationsverhalten der Bevölkerung hat sich gegenüber den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Egal ob jemand auf der Suche nach einem Produkt, einer Dienstleistung oder einem Arbeitsplatz ist; Menschen nutzen viele Quellen, vor allem aber das Internet, um sich entsprechend zu informieren. Aus diesem Informationsverhalten bzw. Informationsmöglichkeiten entstehen Meinungen, sowohl positive als auch negative.

Wie lässt sich die Außenkommunikation positiv beeinflussen?

Ein wichtiger Faktor aus dem Bereich des Kundenmanagements hält mittlerweile Einzug im Personalbereich von Unternehmen – das sog. Touchpointmanagement. Als Touchpoints werden im Marketing Kontaktpunkte bzw. Schnittstellen eines Unternehmens zu möglichen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern bzw. Bewerbern bezeichnet.

Im Rahmen eines Bewerbungs- bzw. Recruitingprozesses hat ein Interessent mit dem Zielunternehmen unterschiedliche Kontaktpunkte:

  • Talent-Management
  • On-Boarding-Verfahren
  • Vorstellungsgespräch
  • Bewerbungskorrespondenz
  • Messeauftritte
  • Social Media Kanäle
  • Stellenanzeigen (online / print)
  • Empfehlungen Dritter
  • Arbeitgeberbewertungsportale
  • Firmeneigener Blog
  • Karriereseite
  • Unternehmenswebseite

Hinzukommen Kontaktpunkte allgemeiner Art wie:

  • Imagekampagnen
  • Werbemaßnahmen
  • Sponsoringveranstaltungen usw.

Alle diese Kontaktpunkte üben direkten und indirekten Einfluss auf das Unternehmensimage bzw. die Arbeitgebermarke aus. Aus diesem Grund sollten alle Kontaktpunkte regelmäßig auf Aspekte der Nutzerfreundlichkeit und Zielgruppenorientierung überprüft und optimiert werden.

Die Innenkommunikation als wichtiger Faktor bei der Bildung der Arbeitgebermarke

Die Attraktivität eines Arbeitgebers entsteht natürlich nicht nur durch die Maßnahmen der Außenkommunikation. Ziel muss es sein, sich nicht nur in der Außendarstellung gut zu präsentieren – es gilt auch die daraus entstehenden Erwartungshaltungen der später eingestellten Bewerber zu bestätigen. Hier kommt die Innenkommunikation ins Spiel.

Im Rahmen des Themenfeldes Personalmarketing wird zu einem späteren Zeitpunkt auf Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterentwicklung intensiver eingegangen. Soviel sei aber jetzt schon verraten – Punkte wie:

  • Vergütungsaspekte
  • Benefits
  • Arbeitsumfeld
  • Führungskultur
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Betriebsklima
  • Work-Life-Balance-Faktor
  • Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Pflege und Familie

spielen eine zentrale Rolle.

Denn es ist nicht förderlich, wenn der gewonnen positive Eindruck aufgrund der Außendarstellung später nicht bestätigt wird. Das wirkt sich unmittelbar auf die Arbeitsmotivation aus. Letztendlich hat keiner was davon – unzufriedene Mitarbeiter führen zu unzufriedenen Kunden und unzufriedene Kunden haben eine negative Auswirkung auf die Unternehmensentwicklung.
Zum Abschluss noch ein Satz:
Die Arbeitgebermarke ist NICHT DAS, was SIE meinen, was Ihr Unternehmen ist – es IST DAS, was ANDERE „hinter Ihrem Rücken“ über Ihr Unternehmen erzählen.

Ziko Jovic

Von Ziko Jovic

Ziko Jovic ist Inhaber von Jovic Consult, einer Beratung für Unternehmenswachstum.

Von | 2017-09-21T17:30:25+00:00 1. Juni 2016|Management|0 Kommentare

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