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Influencer Marketing im Ruhrgebiet

  • View Larger Image Fünf Influencer aus dem Ruhrgebiet verraten, wie sie ihren Alltag erleben. Foto: Marketing im Pott

    Fünf Influencer aus dem Ruhrgebiet verraten, wie sie ihren Alltag erleben. Foto: Marketing im Pott

Wir haben auf unserem Blog bereits öfter über Influencer Marketing berichtet. Dabei muss es aber nicht immer der nationale YouTube-Star sein: Auch im Ruhrgebiet gibt es Influencer, die auf Instagram mehrere Tausend Follower an ihrem Leben teilhaben lassen.

Für mein Interview konnte ich fünf Influencer aus verschiedenen Teilen des Ruhrgebietes – und mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten auf ihren Profilen – befragen. Die Schwestern Jil Sohn & Jana Wernicke (Instagram: zwillingsnaht) kommen aus Dortmund, Justine Müller (Instagram: jaaymllr) aus Bochum, Lisa-Marie Gaebel (Instagram: aboxofsweets) aus Recklinghausen, Myleen (Instagram: mamaleben.mit.ida) aus Gelsenkirchen und Maike Schachtschneider (Instagram: maikelarissa) ebenfalls aus Bochum.

Wann habt ihr mit Instagram angefangen und war es von Anfang an euer Plan, eine möglichst hohe Reichweite aufzubauen?

Jil Sohn: „Kann sein, dass wir 2009 oder 2010 (gab es die App da schon?) mit Instagram gestartet haben. Wir haben nur gerade keine Lust unseren gesamten Feed zu durchforsten, um das zu belegen, daher sind diese Angaben ohne Gewähr! Tatsächlich war es zunächst Janas private Seite, auf der sie Bilder veröffentlichte: Private Schnappschüsse ohne jegliches gestalterisches Diktat, wie es heutzutage der Fall ist. Dann habe ich mir die App ebenfalls runtergeladen und wir führten von da an den Account zusammen. Wir haben die Fotos auf Instagram – genauso wie unseren Blog – eher zur persönlichen Dokumentation genutzt, ähnlich wie ein Onlinetagebuch. Den Kerngedanken, mit Social Media Geld zu verdienen, gab es damals noch nicht.“

Justine Müller: „Mein Konto habe ich seit ca. 2012. Angefangen etwas zu posten habe ich ca. 2013 – einfach nur zum Spaß und um mich in der Uni abzulenken. Während eines Roadtrips durch Amerika ist mein Profil dann deutlich gewachsen, d.h. es wurden mehr Follower und immer mehr Likes und Kommentare. Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen, es bewusster zu nutzen. Aber auch da habe ich es immer als mein Hobby verstanden und noch kein wirkliches Ziel damit verfolgt.“

Lisa-Marie Gaebel: „Im Jahr 2014, einfach zum Spaß, ohne den Gedanken, das Ganze zu kommerzialisieren.“

Myleen: „Mit Instagram habe ich während der Schwangerschaft angefangen. Für mich war es mehr ein Zeitvertreib. Habe ganz selten mal ein Foto gepostet und den Sinn von Hashtags damals auch noch nicht verstanden. Irgendwann habe ich gemerkt, dass immer mehr Follower dazu kamen und der ganze Austausch fing an mir Spaß zu machen und umso aktiver ich wurde, umso mehr Follower bekam ich. Geplant war es aber nicht.“

Maike Schachtschneider: „Ich habe ca. 2013 rum meinen Account erstellt und diesen ausschließlich für private Zwecke genutzt. 2014 habe ich erst damit angefangen meinen Account größer machen zu wollen und „professioneller“ zu betreiben. Somit war es nicht von Anfang an mein Plan, eine hohe Reichweite aufzubauen.“

Wie stark nutzt ihr die zusätzlichen Tools (Stories, IGTV) bei Instagram und welche Bedeutung messt ihr ihnen zu?

Jil Sohn: „Grundsätzlich ist das Teilen von Momenten mit Instagram Stories ein tolles Feature. Es macht den Blogger nahbarer für seine Community und zeigt noch mehr, was hinter den Kulissen passiert. Von uns aus müssten wir dieses Tool nicht jeden Tag nutzen, aber Instagram verlangt es quasi von dir, da sonst deine Reichweite enorm eingeschränkt wird.“

Justine Müller: „Schwer zu sagen. Ich nutze meine Story beinahe täglich und empfinde diese als sehr wichtig. Hier erfahren die Follower viel mehr über mich und meinen Tagesablauf als in meinen Posts. Auch das Feedback meiner Follower ist hier deutlich höher als in den Postings.“

Lisa-Marie Gaebel: „Die Storys nutze ich mehrmals täglich, es ist ein tolles Tool, um einfach ein paar kleine Einblicke in den Alltag zu geben (und das ohne großen Aufwand). IGTV hingegen nutze ich gar nicht.“

Myleen: „Stories mache ich täglich, manchmal hab ich total viel zu erzählen manchmal wenig, aber trotzdem mache ich täglich Stories. IGTV habe ich noch nie benutzt, um ehrlich zu sein verstehe ich es auch nicht.“

Maike Schachtschneider: „Ich benutze jeden Tag die Story-Funktion. Ich finde diese sehr praktisch, da man mal eben schnell ein Foto oder Video posten kann und nicht unbedingt darauf achten muss, dass das Foto oder Video perfekt ist. Zudem kann ich durch die Story-Funktion einen näheren Einblick in den Alltag und das Training gewähren oder Umfragen und Abstimmungen machen. Hier hat man fast in Echtzeit Ergebnisse.“

Die fünf Influencer im Profil

Lisa-Marie Gaebel gilt mit mehr als 18.000 Followern (Stand August 2018) als echte Influencerin. Zu finden ist sie unter aboxofsweets.

Foto: Heidi Knaust

Die beiden Zwillinge Jil Sohn und Jana Wernicke gehen unter dem Motto „Outfit, Festival & Travel Diary“ raus an ihre 17.000 Abonnenten (Stand August 2018). Zu finden unter zwillingsnaht.

Foto: zwillingsnaht

„Niemand ist so perfekt wie sein Instafeed“, schreibt die Lifestyle-Influencerin in ihrem Profil. Unter jaaymllr wissen die 30.000 Abonnenten (Stand August 2018), sie zu finden.

Foto: jaaymllr

„Mama mit Leib & Seele“ ist das Motto der Influencerin aus Gelsenkirchen, und das verfolgen über 18.000 Abonnenten (Stand August 2018) auf ihrem Profil mamaleben.mit.ida.

Foto: mamaleben.mit.ida

Mit regelmäßigen sportlichen Postings zeigt Maike aus Bochum ihren Followern, was das Sportlerleben mit sich bringt. Unter maikelarissa verfolgen das über 13.000 Abonnenten (Stand August 2018).

Foto: maikelarissa

Woher bekommt ihr die Ideen für euren Content?

Justine Müller: „Meistens inspiriere ich mich bei größeren Accounts, wie z. B. carmushka. Die besten Bilder sind jedoch meistens die spontanen Schnappschüsse.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ich zeige einfach, was mich so beschäftigt und in meinem Alltag so stattfindet. Manchmal werden natürlich Kooperationen mit eingebunden.“

Myleen: „Die Ideen kommen mir meist beim Alltag mit meiner Tochter, manchmal aber liege ich abends im Bett und habe einen Gedankenblitz mit einer Idee, die ich umsetzen möchte. Ich hole mir aber auch Inspiration im Internet.“

Maike Schachtschneider: „Meine Ideen kommen meistens spontan. Da ich ja Sportlerin bin und ich nahezu jeden Tag trainiere bieten sich täglich neue Inspirationen bzw. neuer Content an.“

Wie viele Stunden pro Woche investiert ihr für euren Instagram-Kanal (Planung, Fotoshootings, etc.)?

Justine Müller: „Da ich beruflich auch sehr viel mit Instagram zu tun habe, kann ich das schlecht trennen. Ich vermute jedoch, dass ich am Tag so vier bis fünf Stunden mit Instagram verbringe.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ungefähr zwölf Stunden.“

Myleen: „Zu viele 😛 – eine genaue Zahl gibt es nicht, aber es ist manchmal wirklich zeitaufwendig.“

Maike Schachtschneider: „Tatsächlich investiere ich kaum Zeit in die Planung oder Fotoshootings. Die meisten Fotos entstehen eh beim Training oder bei Wettkämpfen, da bedarf es keiner Planung. Am meisten Zeit benötige ich für das „aktiv sein“ auf Instagram, heißt liken und Nachrichten/Kommentare beantworten. Ich müsste jetzt schätzen wie viel das in Anspruch nimmt. Vielleicht so zehn Stunden die Woche.“

Was waren eure erfolgreichsten Bilder bei Instagram?

Jil Sohn: „Man kann die Fotos der letzten zwei Jahre in dieses Ranking mit aufnehmen und lustigerweise ist es ein beiläufiges Foto, dem wir nur wenig Bedeutung geschenkt haben. Eine Aufnahme von meinen neuen Tattoos am unteren Schienbein, zusammen mit beigen Sneakern. That’s it: 155.000 Impressionen, 8.700 Likes, 88 Kommentare: So eine Reichweite haben wir danach nicht mal ansatzweise mit anderen Postings erreicht.“

[WERBUNG; da Markennennung] endlich wieder sockenfrei #footlockereu #vansgirls #myvanspic

Ein Beitrag geteilt von Zwillingsnaht (@zwillingsnaht) am

Justine Müller: „Erstaunlicherweise ein Werbepost.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ein Vorher-Nachher-Bild.“

Myleen: „Ich glaube mein erfolgreichstes Bild war das Geburtstagsbild meiner Tochter, das schoss förmlich durch die Decke.“

Maike Schachtschneider: „“Leider“ ein Bild aus dem Wärmebecken. Instagram ist sehr oberflächlich. Je mehr Haut zu sehen ist, desto mehr Likes bekommt man, was ich sehr schade finde. Dahingehend ist Instagram sehr durchschaubar und „einfach“.“

Seid ihr oft im direkten Austausch mit euren Followern?

Jil Sohn: „Definitiv! Wir antworten auf jeden Kommentar und jede Nachricht. Oft sind es Nachfragen zu bestimmten Lokalitäten, Reisezielen oder Kleidungsstücken. Wir geben uns immer die größte Mühe, eine schnelle und ausführliche Antwort zu liefern. Die meisten Reaktionen bekommen wir aber, wenn wir mit alltäglichen Problem daherkommen: Zum Beispiel Probleme mit Akne oder die eigene Meinung zu gewissen Themen. Es freut uns, dass jeder Einzelne eine Meinung dazu hat und wir so mit vielen Menschen über gewisse Themen diskutieren können.“

Justine Müller: „Ja beinahe täglich. Ich versuche jede DM und jeden Kommentar zu beantworten.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ja, mehrmals täglich.“

Myleen: „Ja! Ich muss zugeben, ich komme manchmal mit den ganzen Nachrichten kaum hinterher, aber ich versuche immer jedem zu antworten und mich direkt auszutauschen, denn der Austausch ist wunderbar!“

Maike Schachtschneider: „Ja, nahezu jeden Tag. Ich poste ja jeden Tag eine Story oder ein Bild, da kommen Fragen auf oder Kommentare, die ich beantworte und so im täglichen Kontakt zu ihnen stehe.“

Arbeitet ihr schon mit Firmen zusammen? Was sagt ihr zur aktuellen Abmahnwelle gegenüber Influencern?

Jil Sohn: „Wir arbeiten seit einigen Jahren mit Firmen zusammen und wir haben von Anfang an bezahlte Beiträge klar gekennzeichnet. Wir können nicht für alle sprechen, aber es gab immer feste Richtlinien, an welche wir uns gehalten haben – ebenso wie viele unserer Kollegen und Kolleginnen. Durch die Abmahnwelle verliert diese Plattform ungemein an Transparenz, denn aktuell ist jeder Beitrag auch Werbung. Obwohl es vorher schon durch die Landesmedienanstalten ein klare Regelung gab, nach dieser wir uns richteten, hoffen wir, dass es nach der ganzen Sache bald neue Erkenntnisse gibt, die grundlegend festlegen, wie etwas in Zukunft gekennzeichnet werden soll.“

Justine Müller: „Ja, seit längerer Zeit. Ich finde es sehr schwierig. Werbung zu kennzeichnen, erachte ich als enorm wichtig und notwendig. Da es aber keinerlei klare Aussagen gibt, was richtig und was falsch ist, ist es einfach super schwer, alles ordnungsgemäß zu machen. Es entsteht eine Art „Stille Post“ und jeder gibt das weiter, was er gehört hat. Letzten Endes weiß dann niemand mehr, was überhaupt noch stimmt. Nun kennzeichnen alle Personen jeden Post vorsichtshalber als Werbung, was ich für den Follower zumindest alles andere als transparent finde. Ich bin der Meinung, dass man bezahlte Kooperationen als Werbung kennzeichnen sollte. Produkte, welche ich mir selbst gekauft habe, jedoch nicht.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ja, ich arbeite bereits mit verschiedenen Firmen zusammen. Diese Abmahnwelle ist wirklich ein schwieriges Thema. Abzumahnen, ohne klare Richtlinien/Regeln festgelegt zu haben, finde ich grenzwertig. Allerdings ist das natürlich den Influencern zu danken, die eben nie etwas kennzeichnen. Das ist auch eine Sache, die mich wirklich ärgert.“

Myleen: „Ja, schon seit einigen Monaten und es macht großen Spaß. Allerdings finde ich die aktuelle Abmahnwelle schrecklich. Das Wort „Werbung“ ist auf Instagram wirklich nicht so gut angesehen und ich habe schon oft gemerkt, dass ein Beitrag, in dem am Anfang „Werbung“ steht, wesentlich schlechter ankommt als einer ohne.“

Maike Schachtschneider: „Ja, ich habe schon sehr früh mit Firmen zusammen gearbeitet (schon ab 500 Followern) und ich finde die Unruhen um die Abmahnungen schon berechtigt. Es ist ein Unding, dass es keine richtigen Gesetze gibt, wie man Werbung oder Kooperationen richtig kennzeichnet. Jeder ist auf sich allein gestellt und kann niemanden um Rat fragen. Für unsere Follower ist es auch sehr anstrengend. Auf sehr vielen Accounts sieht man nur noch Werbung, viele sind davon genervt und man kann nicht mehr differenzieren was bezahlte Werbung ist und was nicht. Ich hoffe in naher Zukunft gibt es klare Gesetze und Regeln. Ich sichere mich dahingehend ab, dass ich alles mit Werbung/Anzeige kennzeichne, wofür ich Geld oder kostenlos Produkte zugeschickt bekomme.“

Habt ihr schon mal negatives Feedback von euren Followern zu euren Kooperationen bekommen? Wie geht ihr damit um?

Jil Sohn: „Nein und wir glauben, dass es auch nicht passieren wird. Wir nehmen nicht um jeden Preis eine Kooperationsanfrage an, denn am Ende wollen wir weder unsere Authentizität noch unsere Glaubwürdigkeit gegenüber unserer Community verlieren. Am Ende des Tages müssen wir hinter unseren Kooperationspartnern stehen und deshalb kommen auf zehn Anfragen vielleicht eine, die wir in Betracht ziehen.“

Justine Müller: „Ehrlich gesagt sehr sehr selten. Ich erinnere mich nur an ein einziges Mal. Hier ging es um Hundefutter. Ich habe der Person dann erklärt, warum wir eben dieses Futter geben und was die Idee dahinter ist, und habe ihr eben auch erklärt, dass ich niemandem etwas vorlebe. Ich gebe lediglich Empfehlungen ab. Ob sich jemand davon beeinflussen lässt und das Produkt kauft, ist ja jedem selbst überlassen.“

Lisa-Marie Gaebel: „Ich habe einmal eine Nachricht bekommen, in der stand „Du machst ja nur noch Werbung.“ – das war’s. Mit dieser einen Nachricht kann ich leben. Ich gehe nur Kooperationen ein, hinter denen ich auch stehe. Außerdem kennzeichne ich alles schon ziemlich akkurat. Deswegen sehe ich dabei auch kein Problem.“

Myleen: „Nicht wirklich. Bisher kommt es ziemlich gut an und meine Follower sagen mir oft, dass sie durch mich viele tolle Dinge entdecken, die sie vorher vielleicht nicht kannten. Vereinzelt kann es aber schonmal vorkommen. Ich nehme höfliche Kritik gerne an. Unhöfliche Kritik nehme ich mir definitiv nicht zu Herzen.“

Maike Schachtschneider: „Nein, habe ich zum Glück noch nie, deswegen kann ich dazu nichts sagen.“

Glaubt ihr, dass auch kleinere, regionale Unternehmen Influencer Marketing betreiben könnten?

Jil Sohn: „Bestimmt, wenn sie dem Ganzen ein gewisses Marketingbudget einräumen. Für unser persönliches Empfinden war es für eine Marke nie einfacher, regional und zielgruppennah zu agieren. Influencer fungieren als Markenbotschafter und können – mit der richtigen Strategie – ein Produkt zu einem richtigen It-Piece avancieren. Dafür gibt es mittlerweile genug belegbare Beispiele.“

Justine Müller: „Definitiv! Ich denke es kommt immer auf das Produkt an und nicht auf die Größe des Unternehmens.“

Lisa-Marie Gaebel: „Auf jeden Fall! Wir haben hier zum Beispiel einen Friseur, der das macht.“

Myleen: „Ja, absolut. Ich meine eine gewisse Reichweite muss da sein, damit die Firmen davon auch profitieren. Aber ich finde und denke, dass eine Kooperation mit jemandem unter 10K Followern definitiv genauso erfolgreich sein kann, wie vielleicht mit jemandem, der 20K Follower hat.“

Maike Schachtschneider: „Na klar, ich glaube fest daran. Viele Influencer haben einen Bezug zu den Leuten aus ihrer Stadt und deswegen können regionale Unternehmen den Schritt wagen, mit regionalen Influencern zusammenzuarbeiten.“

Versucht ihr euch durch regionale Inhalte von den „größeren“ Influencern zu unterscheiden, die eher deutschlandweit unterwegs sind?

Jil Sohn: „Nein, das ist nicht unser Ziel. Wir sind waschechte Pott-Girls und lieben das Ruhrgebiet. Das wir somit lokal agieren liegt für uns nah, denn auch die Mehrheit unserer Zielgruppe bewegt sich in diesem Raum und ist infolgedessen an neuen Lokalitäten oder Festivals sehr interessiert.“

Justine Müller: „Teils teils. Ich habe viele regionale Anfragen von Unternehmen, welche eben aus der Umgebung kommen. Dafür bin ich sehr dankbar! Ich mag es auch sehr gern, den regionalen Kontakt zu haben und Werbung für NRW zu machen. Dennoch passe ich meinen Content so an, dass er überwiegend für jeden interessant sein kann.“

Lisa-Marie Gaebel: „Natürlich kooperiere ich gern mit regionalen Partnern. Ich finde auch nicht, dass das dadurch bessere oder schlechtere Inhalte sind. Ich denke einfach, dass es toll ist auch regionale Partner unterstützen zu können.“

Maike Schachtschneider: „Mein Content hat gar nicht so viel mit meiner Stadt zu tun, in der ich lebe. Ich bin allein durch Wettkämpfe viel in Deutschland unterwegs und da kommt das automatisch, dass ich viel von anderen Städten und deren besonderen Eigenschaften berichte. Aber ich richte meinen Content nicht danach, dass ich unbedingt durch Deutschland reisen muss, um guten Content zu liefern.“

Fühlt ihr euch manchmal von eurem digitalen Leben gestresst? Wie viel „müsst“ ihr aus eurem Privatleben preisgeben?

Jil Sohn: „Wir haben ein absolut gesundes Maß gefunden, Privates und Digitales zu trennen. Für den Follower geben wir auf den ersten Blick sehr viel preis und das sogar täglich, jedoch wissen wir am Ende des Tages, dass unser digitales Ich nur eine kleine Facette von uns widerspiegelt.“

Justine Müller: „Absolut… Es gibt Tage, da hat man alles andere als Social Media im Kopf. Was mich stresst ist der Algorithmus. Wenn man mehrere Tage nicht aktiv auf Instagram ist, wird die Reichweite so drastisch gedrosselt, dass man sich nur schwer davon erholen kann. Das ist das, was mich stresst. Ansonsten lasse ich meine Follower sehr gern an meinem Leben teilhaben und fühle mich dadurch auch nur wenig gestresst.“

Lisa-Marie Gaebel: „Also erstmal muss man nichts preisgeben, was man nicht preisgeben möchte. Ich denke, ich gebe schon einen relativ großen Einblick, aber ich zeige eben auch nur das, was ich zeigen möchte. Manches gehört für mich einfach nicht auf Instagram. Aber das muss halt jeder für sich entscheiden. Gestresst fühle ich mich nicht. Da ich noch in der Ausbildung bin, steht Social Media auf jeden Fall hinten an. Und auch generell, das „wahre Leben“ hat immer Vorrang.“

Myleen: „Ab und zu schon, denn man möchte seine Follower eigentlich an allem teilhaben lassen, doch ein bisschen Privatsphäre muss sein. Beispielsweise würde ich niemals das Gesicht meiner Tochter im Internet zeigen. Tagsüber versuche ich allerdings immer die Zeit mit Ida und meinem Mann zu verbringen. Ich verschiebe meist alles auf den Abend: Bilder bearbeiten, Blogbeiträge schreiben, Bilder posten etc. – oft bereite ich abends einen Post vor, um ihn morgens nur noch teilen zu müssen.“

Maike Schachtschneider: „Gestresst in dem Sinne dass ich mir sage: „Oh Mist – ich muss heute noch was posten.“ Aber das habe ich ganz gut beiseite schieben können, dass ich mir dadurch keinen Stress mehr machen lasse. Wenn ich heute nichts poste dann eben morgen. Von meinem Privatleben gebe ich nur so viel preis wie ich will. Bisher gab es noch keine negative Kritik, dass ich mehr aus meinem Privatleben posten soll. Mein Account handelt ja hauptsächlich von meinem Sport und der verlangt nicht so viel von meinem Privatleben.“

Vielen Dank für eure Antworten!

Ich hoffe, Sie konnten durch die Antworten der Mädels einen kleinen Einblick hinter die Influencer-Kulissen bekommen und sich so vielleicht auch ein besseres Bild machen. Ich glaube, dass regionale Unternehmen und Marken definitiv darüber nachdenken sollten, Influencer Marketing zu betreiben.

Natürlich sollte es – wie auch im Interview bereits erwähnt – zum Produkt passen und der von Ihnen ausgewählte Influencer sollte sich mit dem Produkt und bestenfalls auch mit Ihrem Unternehmen identifizieren können. Ein Blick in die Region lohnt sich auf jeden Fall.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.

2018-09-05T10:35:18+00:005. September 2018|

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