Ein Schweizer Taschenmesser doch die Tools sind typische Computersymbole

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Was haben ein Schweizer Taschenmesser und Inbound Marketing gemeinsam? Beides ist höchst integrativ.

Das Schweizer Taschenmesser ist deswegen ein Klassiker und das Meistverkaufte seiner Art, weil es zahlreiche Funktionen beherbergt.

Inbound Marketing ist (noch) weit entfernt vom Klassiker, aber der integrative Charakter ist auch eine der prägnantesten Eigenschaften dieser Methode. Damit grenzt es sich ab von diversen anderen Marketingstrategien.

Auf der anderen Seite zeichnet es sich aber auch durch Aspekte aus, die vor allem im Online- und Content Marketing vorhanden sind.

Worin Abgrenzungen und Überschneidungen dieser Marketingmethoden bestehen, beschreibe ich in diesem Blogpost.

Was ist Online Marketing?

Online Marketing versammelt unter sich alle Marketingaktivitäten, die sich auf irgendeine Weise im Internet abspielen.

Unter diesem Hut verstecken sich also die Bereiche Social Media Marketing, Online-Werbung, Affiliate Marketing, E-Mail-Marketing, SEO etc. Letzten Endes gehört auch das noch jüngere Mobile Marketing zu dieser Kategorie.

Laut Wikipedia sei das Ziel von Online Marketing “Besucher auf eine bestimmte Internetpräsenz zu lenken, auf der ein Geschäft abgeschlossen oder angebahnt werden kann”. Diese Definition ist durchaus treffend.

Was ist Content Marketing?

Content Marketing bedient sich (ähnlich wie Inbound Marketing) zielgruppenrelevanter Inhalte, also Content, der einen besonderen Mehrwert für eine bestimmte Personengruppe darstellt.

Das Ziel ist, durch die Bereitstellung dieser Inhalte, Kunden zu werben, zu binden, zu halten oder sie von der eigenen Marke zu überzeugen.

Im Gegensatz zur Inbound-Methode ist Content Marketing schon fast ein Urgestein im Marketingmix.

Kennen Sie KNAX? Es ist ein Paradebeispiel für frühes Content Marketing. Das alle zwei Monate erscheinende Comic-Heft wird seit 1974 kostenlos in Sparkassen in Deutschland verteilt und richtet sich in erster Linie an die Kinder von bereits bestehenden Bankkunden. Hier werden zwei Dinge klar:

  1. Content Marketing ist keine Methode, die zwingend das Internet als Plattform nutzt.
  2. Content Marketing hat nicht immer eine direkte Kontaktaufnahme zum Ziel. Ein potenzieller KNAX-Leser ist normalerweise kaum in dem Alter, in dem er ein eigenes Konto eröffnen oder sich Gedanken über Wertpapierfonds machen wird. Vielmehr geht es in diesem Beispiel darum, eine langfristige emotionale Bindung aufzubauen und das Markenbewusstsein zu stärken.

Was ist Inbound Marketing?

Wie eine gute Definition von Inbound Marketing meiner Ansicht nach lautet, haben Sie bereits in Teil 2 dieser Serie gelesen.

In Relation zum Content Marketing lässt sich Folgendes herausstellen: Inbound Marketing funktioniert nicht ohne Content – soviel ist klar. Allerdings ist dieser nicht das alleinige Futter für’s Getriebe.

Zum Inbound Marketing gehören auch Bereiche, die mit klassischem Content Marketing nichts zu tun haben.

Inbound Marketing ist integrativ und zwar in jeder Hinsicht. Es bedient sich vielerlei Werkzeuge: SEO, Analysetools, Content Marketing, Social Media Marketing, das Konzept der Buyer Personas…

Das Einbinden dieser verschiedenen Elemente ist hier kein KANN, sondern ein MUSS. Es gehört (anders als im Content Marketing) felsenfest zu dieser Methode.

Inbound Marketing ist von seinem Wesen her deutlich stärker auf die Bedürfnisse und Probleme der jeweiligen Buyer Persona fokussiert, weil es – im Gegensatz zum klassischen Content Marketing – immer eine Reaktion des potenziellen Kunden zum Ziel hat.

Der Versuch der Kontaktaufnahme mit diesem über Landing Pages oder Kontaktformulare ist die Voraussetzung dafür, ihn mit äußerst individuellem, auf ihn abgestimmten Content beliefern zu können.

Positives Markenimage als “Nebenprodukt”

In letzter Konsequenz ist das Ziel bei jeder Marketingvariante einen möglichst hohen Umsatz zu erreichen.

Im Inbound Marketing soll dieses Endziel jedoch nicht durch die Kreation eines positiven Markenimages, Werbung und PR erreicht werden, sondern durch

  • die Etablierung des betreffenden Unternehmens als Experten in eigener Sache (und in der Sache des potenziellen Kunden)
  • die echte und wahrhaftige Hilfestellung bei den Problemen der jeweiligen Buyer Personas
  • eine enge und langanhaltende Bindung zwischen Unternehmen und Kunden.

Ein positives Markenimage wird auf diesem Weg ebenfalls gefördert, sozusagen als ein willkommenes “Nebenprodukt”.

3 Statements

Ich bin durch diese Überlegungen zu drei Statements gelangt, die ich formulieren möchte:

  1. Inbound Marketing ist eine Methode, die sich (fast ausschließlich) in der digitalen Welt bewegt. Sie gehört damit zum Bereich Online Marketing.
  2. Inbound Marketing ist auf gutes Content Marketing angewiesen, während dies umgekehrt nicht gilt. Aus der Sicht eines Inbound Marketers ist (exzellentes) Content Marketing ein elementarer Teil der Methode.
  3. Das Ziel des Inbound Marketing ist immer die Generierung von hochqualifizierten Leads. Content Marketing kann auch andere Zielsetzungen verfolgen.

Sicherheit und Orientierung

Wer sich beruflich mit Marketing beschäftigt, kommt nicht umhin, sich Gedanken über Begrifflichkeiten und Definitionen zu machen.

Es hilft, zu erkennen, ob eine Methode für das eigene Unternehmen Sinn macht und es ebnet den Weg für kreative Ideen, die bei jeder dieser Marketingvarianten notwendig und nützlich sind.

Bis ins Extreme Überlegungen anzustellen, ob Content Marketing nun ein Teilbereich des Inbound Marketing ist oder nicht, hat hingegen nur wenig Nutzen für die praktische Anwendung. Das gibt nur einen vollen Kopf. Den braucht keiner, denn der soll frei bleiben für beschwingte Ideen und neue Wege.

Auch darum bin ich so ein überzeugter Verfechter von Inbound Marketing: Es bietet viele Funktionen gebündelt unter einem Dach – wie das Schweizer Taschenmesser.

Das gibt Sicherheit und Orientierung. Gerade für den Mittelstand, der sich nicht für jedes Segment des digitalen Marketings eine eigene Abteilung oder eine Spezial-Agentur leisten kann oder möchte, aber trotzdem die volle Klaviatur bespielen will, ist das wichtig.

Peter Fürmetz

Von Peter Fürmetz

Inhaber und Geschäftsführer der Inbound Marketing Agentur HOPPE7 in Regensburg.