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Hat klassische Werbung ausgedient?

Veröffentlicht am 21.10.2014 in Werbung

klassische_werbung

Gerade wenn Sie mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung eine junge Zielgruppe ansprechen wollen, gehört Onlinewerbung wahrscheinlich fest zu Ihrem Werberepertoire.

Angesichts der wachsenden Gruppe der “Silver Surfer”, der Menschen 50plus, die sich online informieren und vernetzen, stellt sich mancher Unternehmer vielleicht sogar die Frage:

Brauche ich überhaupt noch Werbung in klassischen Medien wie Print, Radio, TV oder Außenwerbung?

Onlinewerbung – der heilige Gral?

Ganz klar: Das Internet bietet Werbungtreibenden eine Vielzahl von Möglichkeiten, die weit über die der anderen Medien hinausgehen.

Dazu zählen die schnelle Disponierbarkeit ebenso wie die hohe Aktualität und eine genaue Zielgruppen-Ansprache. Als weiteren Vorteil internetbasierter Werbung empfinden viele die Möglichkeit der exakten Abrechnung, zum Beispiel das Cost-per-Click-Modell.

Diese leistungsbasierte Art der Abrechnung hat sich als Standard etabliert.

Ebenfalls hervorzuheben sind die exakten Auswertungsmöglichkeiten hinsichtlich Onlinewerbeformen, die eine genaue Erfolgkontrolle ermöglichen.

Wie immer spielt natürlich auch die Kostenfrage eine Rolle. Onlinewerbung ist in der Regel deutlich günstiger als klassische Werbung.

Ein Beispiel aus den Mediadaten der Süddeutschen Zeitung: Eine ganze Seite in einer Wochenendausgabe kostet bei einer Auflage von 520.000 Exemplaren 75.000 €.

Davon gilt freilich abzuziehen, dass selten die gesamte Auflage verkauft wird. Selbst wenn das der Fall ist, wird die Anzeige nicht von jedem gesehen. Und von denen, die sie sehen, ist auch nur ein Bruchteil die Zielgruppe des Angebots.

Zum Vergleich eine Anzeige bei Facebook: Man wählt nicht nur ganz exakt seine Zielgruppe aus und minimiert damit die Streuverluste , sondern zahlt für eine Anzeige, die rein auf „Reach and Frequency“ (Reichweite und Frequenz) eingestellt ist, gerade einmal 2000 €. Und das bei einer Mindestausspielung von 1 Million Anzeigen!

Darüber hinaus lässt sich bei Facebook etwa selbst der TKP (Preis pro tausend Werbekontakte) bestimmen – je höher das eigene Gebot, desto attraktiver werden die Schaltzeiten und die Dauer, bis das Budget ausgeschöpft ist.

Bequemer geht es kaum. Als Resümee lässt sich damit festhalten: Ja, webbasierte Werbung ist billiger, zielgerichteter und zudem einfacher in der Erstellung. Sie ist kontrollierbar und für jedes Budget sowie jedes Ziel individualisierbar.

Adieu klassische Werbung?

Wer auf Onlineformate setzt, kann gegenüber klassischer Werbung also Kosten sparen und kurzfristiger planen.

Allerdings wissen Sie natürlich genausogut wie ich, dass sich zum einen nicht jedes Produkt gleich gut für Online-Werbung geeignet.

Teilweise erwartet der Verbraucher schlichtweg klassische Werbung.

Ein Beispiel: Eine Umfrage aus dem Jahr 2013 hat gezeigt, dass 80% der Kunden über einen Internetanschluss verfügen. Trotzdem ist der kleine Prospekt ein Werbeträger, den 75% der Befragten aus dieser Gruppe aufgrund der Haptik begrüßen.

Grundsätzlich wird analoge Werbung – auf Grund von Gewohnheiten – auch von vielen eher akzeptiert und obendrein als wertiger empfunden.

Ich persönlich muss sagen, dass es mir genauso geht - dabei gehöre ich selbst zu den “digital natives”, also der jungen, onlineaffinen Zielgruppe.

Trotz der verlockenden Preisgestaltung von Onlineanbietern kann es gerade für lokale Geschäfte und Unternehmen wesentlich effektiver sein, „klassische Werbung“ mit Printprodukten oder im Radio zu betreiben.

Der bekannte Autoglaser „Carglass“ etwa konnte durch reine Radio- und TV-Werbung sein operatives Ergebnis von etwa 100 Mio € im Jahre 2005 auf über 260 Mio € bis zum Jahre 2011 fast verdreifachen.

Im B2B-Bereich ist klassische Werbung ebenfalls immer noch stark vertreten. Gerade im Zeitalter von Spam-Mails und ausufernder Informationsflut erreicht man Entscheider bei mittelständischen Unternehmen oftmals eher wieder über ein klassisches Mailing per Post oder eine gelungene Printanzeige im Branchenmagazin.

Klassische Werbung hat damit noch lange nicht ausgedient, aber die Auswahl der Werbemittel muss mehr denn je im Hinblick auf Produkt und Effektivität unter die Lupe genommen werden.

Mehr Möglichkeiten für den maßgeschneiderten Werbemix

Ausschließlich auf Onlinewerbung zu setzen wäre meiner Meinung nach für die meisten Unternehmen ebenso ein Fehler, wie der kategorische Ausschluss solcher Werbeformen.

Natürlich wird die Verteilung des Mediabudgets mit der wachsenden Anzahl an Werbeangeboten erst einmal komplexer.

Es lohnt es sich aber wirklich, alle Werbeformen - ob on- oder offline - unvoreingenommen auf ihre Leistungsfähigkeit für das eigene Werbeziel zu prüfen.

Wer sich diese Arbeit macht, wird mit einem perfekten Werbemix belohnt, der ein stimmiges Gesamtbild der Firma vermittelt und das Budget optimal ausnutzt. Um Ihnen diese richtige Auswahl für Ihre Strategie zu erleichtern, berichten wir auf marketingimpott.de immer wieder über aktuelle Entwicklungen im Werbemarkt.

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verwendete Bilder: © baibaz - Fotolia.com

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