, WerbungGuerilla Marketing-Strategien Teil 2: So greifen Ihre Empfehlungs-Strategien

Guerilla Marketing-Strategien Teil 2: So greifen Ihre Empfehlungs-Strategien

Eine Person flüstert einer anderen was ins Ohr

verwendete Bilder: © Faber Visum – Fotolia.com

Nachdem ich mich im ersten Teil meiner Serie zum Thema Guerilla Marketing mit den so genannten Trittbrettfahrer-Strategien beschäftigt habe, möchte ich Ihnen heute mit Buzz Marketing und Viral Marketing zwei Varianten des Empfehlungs-Marketings vorstellen.

Beiden Guerilla Marketing-Strategien ist eine nützliche Besonderheit zu eigen:

Die Weiterverbreitung Ihrer Werbebotschaft übernimmt im Endeffekt kein Geringerer als der Kunde selbst.

Wie bringe ich meine Kunden dazu?

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Buzz Marketing.

Wie so oft verrät bereits die Übersetzung, worum es im Kern geht. So lässt sich der englische Begriff “buzz” mit Summen, aber auch mit dem Wort Gerücht übersetzen.

Und was passiert in aller Regel mit Gerüchten? Richtig! Sie werden munter weitererzählt. Hier setzt unser Buzz Marketing an.

Ziel der Strategie ist, traditionelle Mundpropaganda zu kreieren, sodass die Vorteile unseres Produkts von Endverbraucher zu Endverbraucher weitergetragen werden. Und das ganz automatisch.

Das Startsignal hierfür geben so genannte Buzz Agents. Hierbei handelt es sich im Regelfall um ganz normale Privatpersonen, die gegen eine Honorarzahlung oder als Nutznießer einer Gratisprobe des Produkts im eigenen sozialen Umfeld oder in der Öffentlichkeit, zum Beispiel an der Bushaltestelle, positiv und ungezwungen über die Vorzüge Ihrer Marken, Angebote und Serviceleistungen sprechen.

Wichtig ist, dass Ihr Buzz Agent dabei nicht als Werbender, sondern als Experte wahrgenommen wird.

Springt nun der Funke wie geplant über, wird Ihre Botschaft absolut freiwillig von Kunde zu Kunde weitertransportiert. Das kann im persönlichen Gespräch sein, aber auch innerhalb von Internetforen oder sozialen Netzwerken wie Facebook.

Zusätzlich gestartete PR-Maßnahmen können diesen Effekt weiter pushen.

Der perfekte Buzz

Klingt im Prinzip ganz einfach. Allerdings hat die Sache einen Haken. Und der befindet sich beim Buzz selbst.

Dieser muss nämlich vom Start der Kampagne an mächtig Potenzial besitzen, damit die Menschen es für relevant erachten, Ihre Botschaft weiterzuerzählen. Anderenfalls verläuft die Aktion schnell im Sande.

Der perfekte Buzz ist daher idealerweise scharf auf die Zielgruppe zugeschnitten, in der er sich letztendlich auch verbreiten soll. Darüber hinaus sollte er nicht als Werbung, sondern als freundlich gemeinte Empfehlung wahrgenommen werden.

Gerne wird ein Produkt zum Beispiel zeitnah zur offiziellen Markteinführung per Buzz Marketing erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, um es zum allgemeinen Objekt der Begierde zu stilisieren.

Internetunternehmer und Buchautor Mark Hughes definiert indes Buzz Marketing wie folgt: „captures the attention of consumers and the media to the point where talking about your brand or company becomes entertaining, fascinating, and newsworthy.

Es soll also ein Produkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt werden. Und zwar ohne offensichtlich Werbung zu betreiben.

Gemäß dieser Diskussion fällt auch Felix Baumgartners spektakulärer Weltraumsprung aus dem Jahr 2012 unter das Phänomen Buzz Marketing, da er seinen Sponsor Red Bull Tage, Wochen und Monate lang in die Medien brachte und in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit rückte.

Virusartige Verbreitungswege

Da es für kaum ein Unternehmen finanziell in Frage kommt Extremsportler in die Stratosphäre zu fliegen, lohnt sich der Blick auf das virale Marketing.

Hier geht es darum digitale Messages virusartig zu weiterzuverbreiten und dabei moderne Kommunikationskanäle zu gebrauchen. Als Vehikel werden meist aufsehenerregende Werbebotschaften in Form von witzigen Videos genutzt, die innerhalb des realen wie auch virtuellen Freundeskreises im Internet rasche Verbreitung finden.

Wichtig ist, dass diese Filme und Sequenzen emotional ansprechend wirken, damit sich das Teilen der Spots in den Augen des Users lohnt.

Als Übertragungswege eignen sich E-Mails, SMS, Blogs, Websites, Chat-Rooms, verschiedene Foren oder soziale Netzwerke.

Ein Beispiel für einen gelungenen Clip lieferte die französische Mineralwassermarke Evian, deren „Roller Babies“ bis heute über 80 Millionen Mal auf dem Videokanal YouTube aufgerufen wurde.

Auch die „Original Moorhuhnjagd“ startete als virale Marketing-Kampagne. Dabei präsentierte der Whisky-Hersteller Johnny Walker das Werbespiel in verschiedenen Kneipen und Bars auf Notebooks.

Geschickte Schützen würden mit einem Gratis-Exemplar des Games belohnt, das sich aufgrund seiner geringen Datenmenge problemlos per E-Mail verschicken ließ.

Der Schuss kann übrigens auch nach hinten losgehen, wie ein Spot des Autofabrikanten Toyota zeigt.

Dessen anzügliche Wortspiele wurden in den sozialen Netzwerken derart zerrissen, dass der Streifen von Seiten des Konzerns schon bald wieder zurückgezogen wurde.

Grundsätzlich empfehlenswert

Fazit: Grundsätzlich erweisen sich Empfehlungs-Strategien als nützliches Mittel im persönlichen Marketing Mix.

Das gilt sowohl für Buzz Marketing als auch für Viral Marketing.

Das Prinzip folgt in beiden Fällen der Mundpropaganda. Ist der Funken erst einmal übergesprungen, läuft die Weiterverbreitung quasi von selbst. Vor allem beim Buzz Marketing ist es unabdingbar, den Buzz selbst genau auf die Zielgruppe zuzuschneiden, damit die Wirkung nicht verpufft.

Ähnliches gilt für das Viral Marketing, das die modernen Kommunikationswege für eine rasante und effektive Verbreitung nutzt.

Umso wichtiger ist eine exakte Prüfung der Spots, damit die beabsichtigte Botschaft auch in gewollter Weise ankommt.

Denn auch missverständliche Töne werden in Windeseile und nahezu unaufhaltsam in die weiten Internets transportiert.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-09T13:34:14+00:00 5. Oktober 2015|Marketing, Werbung|0 Kommentare

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