Viele bekannte Unternehmen haben ihren Ursprung im Ruhrgebiet oder sind mit den Menschen an Ruhr und Emscher eng verbunden. Hier Teil 2 unserer Auswahl der großen Marken aus der Region.

ThyssenKrupp

Auf Stahl und Kohle basiert der Aufstieg des Ruhrgebiets zu einem der bedeutendsten Industriestandorte Europas. Heute ist in der Region im Wesentlichen nur noch ThyssenKrupp als Stahlunternehmen übrig. Mit über 160.000 Mitarbeitern auf der ganzen Welt und mehr als 42 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2018 ist ThyssenKrupp eines von drei DAX-Unternehmen im Ruhrgebiet (zusammen mit E.ON und RWE). 1999 entstand die heutige Konzernstruktur und der neue Name aus der Fusion der Friedrich Krupp AG Hoesch-Krupp und der Thyssen AG. Sitz der Hauptverwaltung ist Essen; ein weiterer wichtiger Standort befindet sich in Duisburg. Als Marke ist TyssenKrupp aus dem Ruhrgebiet nicht wegzudenken.

E.ON

Auch E.ON hat wie ThyssenKrupp seinen Hauptsitz von Düsseldorf nach Essen verlagert. E.ON ist mit einem Jahresumsatz in Höhe von 30 Milliarden Euro im Jahr 2018 und 43.000 Mitarbeitern börsennotiert. 1999 entstand das Unternehmen aus der Fusion der beiden Mischkonzerne VEBA und VIAG. Schwerpunkte sind heute der Bereich Energienetze und –Dienstleistungen sowie der Rückbau deutscher Kernkraftwerke.

Energie ist das Fundament für menschlichen Fortschritt. Wir bei E.ON setzen alles daran, eine bessere Zukunft zu gestalten und Menschen durch unsere Netze und Energielösungen miteinander zu verbinden. Johannes Teyssen, CEO

RWE

Ebenfalls börsennotiert, wurde die RWE AG im Jahr 1898 als Stadtwerk mit dem Namen Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG in Essen gegründet. Das heute insbesondere als Stromversorger europaweit aktive Unternehmen hatte 2018 einen Umsatz in Höhe von 13 Milliarden Euro und knapp 18.000 Mitarbeiter.

Evonik

Erst seit 2007 gibt es die Marke Evonik – die Ursprünge des Essener Unternehmens reichen jedoch zurück bis ins 19. Jahrhundert – zu sechs deutschen Chemieunternehmen, aus denen 2001 die Degussa AG wurde. Degussa selbst wiederum wurde 2006 Teil der Ruhrkohle AG (RAG). Der Steinkohlebergbau prägte dabei wie keine andere Branche das Ruhrgebiet. Evonik konzentrierte sich schließlich auf den Teil des Unternehmens, der sich heute mit Spezialchemie beschäftigt. Einem breiten Publikum ist Evonik Industries als Trikot- und Hauptsponsor von Borussia Dortmund bekannt.

Aldi

In der Huestraße 89 im Essener Stadtteil Schonnebeck liegen die Wurzeln einer Supermarkt-Legende: Karl Albrecht gründete hier am 10. April 1913 den Vorläufer der heutigen Aldi-Märkte.

Aldi ist aber nicht gleich Aldi. Denn Deutschland ist sozusagen noch immer geteilt – und zwar in  das Reich von Aldi Süd und von Aldi Nord.

1961 hatten die Söhne von Karl Albrecht beschlossen, das immer stärker florierende Unternehmen zu trennen. Die nördlichen Filialen übernahm Theo Albrecht, die südlichen Karl Albrecht. Mit ihrem Selbstbedienungskonzept und extrem günstigen Preisen bauten sie die beiden getrennt agierenden Regionalgesellschaften zu eine der erfolgreichsten Einzelhandelsmarken der Welt aus.

Karstadt

Der Inbegriff des deutschen Warenhauses eröffnete 1881 – allerdings nicht im Ruhrgebiet, sondern im Mecklenburgischen Wismar. Seit 1969 befindet sich der Sitz des mittlerweile rund 19.000 Mitarbeiter umfassenden und mehrfach Krisen geschüttelten Unternehmens Karstadt jedoch in Essen-Bredeney. Aus den früher größten Konkurrenten wurde im März 2019 ein gemeinsamer Marktauftritt: Seitdem firmieren Karstadt und Kaufhof unter dem neuen Namen Galerie Karstadt Kaufhof. Alles zur Historie der Kaufhauskette finden Sie hier.

Deichmann

Fast 6 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 40.000 Mitarbeiter. Trotz ihrer Größe ist die 1913 gegründete Firma Deichmann bis heute zu 100 Prozent in Familienbesitz. Aus einem einst kleinen Schuhmacherladen im heutigen Essener Stadtteil Borbeck, in dem einst überwiegend Bergleute aus der Nachbarschaft ihre Schuhe kauften, wurde in etwas mehr als 100 Jahren das größte Schuhhandelsunternehmen Europas.

Fazit

Im Pott findet man immer wieder spannende Marken und tolle Unternehmen, die eine alte Kultur haben und die Geschichte mit geprägt haben. Einen näheren Blick auf die Großen zu werfen lohnt sich.

Bastian Föst

Von Bastian Föst

Bastian Föst ist ausgebildeter Journalist, hat einen Universitätsabschluss in Politik- und Wirtschaftswissenschaften und arbeitet als stellvertretender Leiter des Bereichs Sonderthemen NRW bei der Funke Mediengruppe.