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Flexible Arbeitszeiten stärken die Arbeitgebermarke

  • View Larger Image Flexible Arbeitszeiten, World Office und unbegrenzter Urlaub werden immer beliebter. Foto: Pixabay

    Flexible Arbeitszeiten, World Office und unbegrenzter Urlaub werden immer beliebter. Foto: Pixabay

So viel Urlaub im Jahr wie Sie möchten. Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Heute im Büro, morgen in London, übermorgen in Tokio – das World Office hat keine Grenzen. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Vor allem Start-ups schlagen diese Wege immer öfters ein.

Das Buzzword “Work-Life-Balance” ist immer noch in aller Munde. Große Unternehmen stoßen bei Young Professionals immer wieder an ihre Grenze. Um passendes Fachpersonal zu finden, müssen sie sich in Zukunft auch mit modernen und flexiblen Arbeitsvoraussetzungen auseinandersetzen. Start-ups haben das längst erkannt und versuchen sich so gegen große Arbeitgeber durchzusetzen.

Teil des Employer Branding

Der Kampf um gut ausgebildete Arbeitnehmer tobt in manchen Branchen schon länger. Das Thema Employer Branding (zu deutsch: Arbeitgebermarkenbildung) ist daher immer wichtiger geworden. Ein gutes Image kann sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzen. Die Unternehmenskultur, die Gestaltung des Arbeitsumfeldes oder auch Engagement in sozialen Bereichen kann die Wahrnehmung des Arbeitgebers beeinflussen.

Neben diesen Kriterien spielt am Ende natürlich auch das Aufgabenspektrum, die angebotene Eigenverantwortung und der finanzielle Anreiz eine Rolle. Nichtsdestotrotz wird kein Vorstellungsgespräch beendet, ohne über die Anzahl der Urlaubstage, die Arbeitsstunden pro Woche und die Kernarbeitszeiten gesprochen zu haben.

Kernarbeitszeiten nur wenn nötig

Betrachtet man zunächst die klassischen Arbeitszeiten gehören Nine-to-Five-Jobs wohl immer noch zum Standard. In vielen Branchen sind Kernarbeitszeiten noch nicht wegzudenken. Jedoch ändert sich durch die Digitalisierung nicht nur unser Privatleben, sondern auch unser Arbeitsalltag. Durch die Nutzung mobiler Geräte werden auch feste Arbeitszeiten aufgeweicht.

Für manche Berufsgruppen ist es mittlerweile bereits möglich, den Arbeitstag erst um 16 Uhr zu beginnen. Das kommt Nachteulen natürlich entgegen.  Durch flexible Arbeitszeiten ist es auch möglich, die individuelle Konzentrationskurve des Mitarbeiters zu berücksichtigen. Diese steigt und sinkt im Tagesverlauf. Wir sind nicht 8 Stunden gleichermaßen aufnahmefähig und das Leitungsvermögen unterliegt teilweise rapiden Schwankungen.

Der Arbeitsplatz wird zur Nebensache

Die Möglichkeit, zwischendurch im Home Office zu arbeiten, wird von vielen Arbeitnehmern mittlerweile einfach vorausgesetzt. Der neue Trend ist das World Office. Besonders in der Online-Branche spielt der Arbeitsplatz kaum noch eine Rolle. London, Rio, Tokio oder Stuttgart – solange das WLAN stabil ist und das Laptop läuft, sind Grenzen hier kaum vorhanden.

Viele Firmen haben ihre Daten ausgelagert in die Cloud. Vorteil: Der Zugriff ist von überall möglich. Auch Projektmanagement-Tools und Online-Meetings ermöglichen einen reibungslosen Arbeitsablauf auch außerhalb der Büroräume.

Hier sollte der persönliche Austausch jedoch nicht gänzlich vernachlässigt werden. Regelmäßig im Büro zusammenzuarbeiten ist wichtig für das Teamgefühl. Der Einsatz des World Office kann aber die Motivation und Arbeitsmoral der Mitarbeiter deutlich steigern.

Urlaub unbegrenzt

Ein neues Phänomen: Unbegrenzte Urlaubstage im Jahr. Wer viel arbeitet und sich bei stressigen Phasen auch mal am Wochenende einbringt, der soll auch beim Urlaub flexibler sein. So das Credo einiger Vorreiter in diesem Bereich. Klingt für jeden Arbeitnehmer erstmal traumhaft. Kann aber auch schnell ins Gegenteil umschlagen.

Wer keine festen Urlaubstage hat, der neigt bei viel Stress und Leistungsdruck dazu, deutlich weniger Urlaub zu nehmen als bisher vorgegeben. Dies kann letztlich zu einem höheren Krankenstand führen, wenn kaum Ruhephasen eingehalten werden. Wer hingegen leichtfüßig ständig Urlaub nimmt, der wird eventuell im Job abgehängt oder handelt sich den Unmut der Kollegen ein. So oder so, zu viel Freiheit ist auch nicht immer das Wahre.

Start-ups heben sich ab

Trotzdem sind in diesen Bereichen vor allem Start-ups schon deutlich weiter und bieten ihren Mitarbeitern diese Benefits an. Es passt zur verbreiteten Unternehmenskultur der Start-up-Szene. Hier gibt es kaum starre Arbeitsvorgaben wie in großen Konzernen.

Jedoch hat auch alles manchmal seine Schattenseiten. Durch diese flexiblen Arbeitszeiten – oder Orte – gibt es keine klare Abgrenzung mehr zwischen Arbeit und Freizeit. Alles geht ineinander über. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Mitarbeiter so keine ausreichenden Ruhezeiten einhalten.

Es ähnelt einer anderen Problematik: Wir sind immer online durch Smartphones. Wenn wir vom digitalen Overload sprechen, können wir auch bei dieser Thematik anknüpfen. Durch diese Veränderungen werden Grenzen aufgehoben – was nicht nur positiv ist.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.

2018-11-07T11:15:55+00:007. November 2018|

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