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Erfolgreich selbstständig: Wie meistere ich den Weg richtig? - Teil 1

Von Kati Blumenrath am 30.09.15 08:00

Fotolia_65555592_XS.jpgDie Selbstständigkeit - für viele Menschen sowohl ein berufliches als auch persönliches Traumziel. Endlich sein eigener Chef sein und seine eigenen Ideen umsetzen. "Ich würde so viel anders machen!" denken sich viele Arbeitnehmer.

Aber ist das wirklich so? Und ist jeder Mensch für das Unternehmerdasein geschaffen?

Mit dem Gedanken an die Selbstständigkeit, kommen dem einen oder anderen Zweifel an das eigene Können: Kann ich diese Herausforderung bewältigen? Reichen meine fachlichen Kenntnisse aus, um erfolgreich ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen und dieses dann auch zu führen?

Diesen Fragen muss sich jeder angehende Selbstständige zunächst stellen - und sollte sie auch kritisch hinterfragen. Schließlich ist es ein großer Schritt, der das eigene Leben in vielerlei Hinsicht verändern kann.

Im ersten Teil meiner zweiteiligen Blogreihe möchte ich Ihnen vorstellen, welche Faktoren bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen und welche Gedanken Sie dabei nicht außer Acht lassen sollten. Außerdem gebe ich bereits erste Tipps, wie Sie Ihre Planung entwerfen können und warum ein passender Businessplan Ihnen dabei helfen kann.

Entscheidungsfindung durch Selbstreflektion

Träume ich nur von der Selbstständigkeit, oder setze ich diese auch um? Der Sprung ins kalte Wasser ist mitunter der schwierigste. Neben dem finanziellen Risiko, welches eine Selbstständigkeit immer mit sich bringt, bedeutet dieser Schritt auch enorme Veränderungen im Privatleben.

Eine Existenzgründung kann eine erhöhte Belastung darstellen. Sein eigener Chef zu sein umfasst auch, eine deutlich größere Verantwortung zu tragen als im Angestelltenverhältnis. Somit steigt auch der emotionale Druck, bei dem die familiäre Unterstützung sehr wichtig ist. Das bestätigen Freunde und Bekannte, die diesen Schritt gewagt haben. Dennoch sind alle der Meinung, es lohnt sich.

Melani_Ilic_2-306505-editedMelani Ilic ist 28 Jahre alt und hat sich in diesem Jahr mit Ihrer Werbeagentur THiNK GmbH selbstständig gemacht. Auch sie hat für die Entscheidungsfindung einige Zeit benötigt und sich viele Gedanken darüber gemacht, ob sie es schaffen kann, eine eigene Agentur erfolgreich zu leiten. Sich selbst und ihre Fähigkeiten kritisch zu hinterfragen war für sie nicht die Schwierigkeit, sondern eher, ihre Antworten objektiv einzuschätzen:

"Es ist wichtig, an sich selbst zu glauben und dennoch objektiv an das Projekt "Selbstständigkeit" heran zu gehen. Diesen Schritt zu wagen erfordert Mut und volle Konzentration. Da bleibt am Ende kein Platz mehr für Zweifel. Meine Familie und meine Freunde haben mich den ganzen Weg unterstützt, standen hinter mir und haben mich aufgebaut und gepusht, wenn ich doch nochmal an mir selbst gezweifelt habe."

Es ist also durchaus sinnvoll, sich selbstkritisch zu reflektieren und sich zu fragen, ob man sich dieser Herausforderung gewachsen fühlt und auch bereit ist, grade am Anfang einige Abstriche zu machen. Doch wenn man den Entschluss gefasst hat, sollte der Umsetzung des Traums nichts mehr im Wege stehen.

Der Unternehmensberater Bahadir Taspinar aus Mülheim - Inhaber der bata Consulting -  räumt eins meiner Bedenken aus, dass der Weg in die Selbstständigkeit eine generelle Typfrage ist:

"Jeder kann sich selbstständig machen. Worauf es ankommt, ist eine gute Idee, in Verbindung mit einer guten Planung. Wenn ich kein "Typ" für betriebswirtschaftliche Planung bin, steht das der Gründung nicht im Wege. Ich muss aber, um erfolgreich zu sein, wissen, wie ich diesen Bereich im Geschäftsalltag bewältige. Sei es dadurch, dass jemand in meinem Team diese Kompetenz mitbringt oder ich mir einen externen Partner suche."

Ich bin der Meinung, wenn man für eine Sache brennt und die nötige Disziplin mitbringt, kann man alle Hürden meistern.

Die fachliche Kompetenz einschätzen

Nach dem eindeutigen JA für die Selbstständigkeit, sollte man sich grundlegende kaufmännische Kenntnisse aneignen, wenn sie nicht schon vorhanden sind.

Wenn Sie diese vertiefen oder auffrischen möchten, bieten z. B. Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern Seminare oder Workshops zu diesem Thema an. Die IHK zu Essen bietet beispielsweise auf einer Unterseite ihrer Homepage auch sonstige weiterführende Informationen und Beratungshilfe zum Thema Existenzgründung an.

Tipp: Es gibt zu diesem Thema auch viele Messen oder entsprechende Fachliteratur.

Natürlich sollten Sie neben den kaufmännischen Grundlagen auch gewisse Kenntnisse aus der Branche mitbringen, in der Sie tätig werden möchten. Ohne das fachliche Know-how wird es sich vielleicht schwieriger gestalten, im zukünftigen Umfeld Fuß zu fassen.

Wo beginne ich mit meiner Planung?

Viele Wege können in die Selbstständigkeit führen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Neugründung, allerdings kommt auch die Übernahme einer Unternehmung in Frage. Unabhängig für welchen Weg Sie sich entscheiden, stellen sich bereits die nächsten Fragen:

  • Was möchte ich produzieren bzw. anbieten?
  • Was muss ich bei der Gründung berücksichtigen?
  • Wie kann ich meine Unternehmung finanzieren?
  • ...

Diese Reihe lässt sich beliebig fortführen und schnell ist klar: Wenn Sie hier nicht strukturiert und geordnet vorgehen, droht schnell ein undurchschaubares Chaos. Durch eine klare Linie und genaue Planung lassen sich aber grade zu Anfang viele Fehler vermeiden, an denen bereits andere Existenzgründer gescheitert sind. Eine mit Sicherheit sinnvolle Hilfe können dabei Unternehmensberater bieten. Denn eine gute Beratung ist nicht nur vor, sondern auch während und nach der Unternehmensgründung sehr wichtig.

Weitere Informationen zur Starthilfe finden Sie hier.

Ein Businessplan sorgt für Ordnung

Am Anfang aller Planungen steht nun also die Frage: Welches Produkt bzw. welche Dienstleistung möchte ich mit meinem Unternehmen produzieren bzw. anbieten. Alle weiteren Entscheidungen hängen davon ab. Nachdem Sie diese Frage beantwortet haben, ist es ratsam den Markt genauer zu analysieren. Wie viele Konkurrenten bearbeiten den Markt bereits? Wie sieht meine Zielgruppe genau aus? Zudem muss der Markt auch lokal abgegrenzt werden. Eine wichtige Entscheidung kann der Standort des Unternehmens sein. Bei dem müssten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, wie z. B. eine gute Verkehrsanbindung, sollte man auf Lieferanten angewiesen sein.

Danach sollten Sie einen Businessplan aufstellen. Dieser beschäftigt sich detailierter mit den wichtigsten Eckpunkten bei einer Unternehmensgründung. Neben dem Produkt, der Zielgruppe und dem Standort umfasst diese Planung auch Themen wie die geeignete Rechtsform, das nötige Personal oder die passenden Lieferanten. Außerdem sollten Chancen und Risiken des neuen Unternehemens ausgelotet werden und eine erste Einschätzung über das benötigte Kapital abgegeben werden.

Der Businessplan sollte umfassend alle Faktoren berücksichtigen, die für den Erfolg des Unternehmens entscheidend sind. So können viele Stolperfallen und Probleme bereits vor der Gründung erkannt und vorab gelöst bzw. umgangen werden. Außerdem dient der Businessplan dazu, die späteren Geldgeber (z. B. Banken) von der eigenen Idee zu überzeugen. Der Plan sollte daher möglichst übersichtlich und leicht verständlich sein.

"...durch den Businessplan wird aus einer Idee ein sehr konkretes Konzept, ein Geschäftsmodell. Wir beraten in unserer Unternehmensberatung daher Gründer und Gründerinnen schon in dieser Phase, um sie mit unserer langjährigen Erfahrung zu unterstützen.", weiß der Unternehmensberater Bahadir Taspinar, der auch Melani Ilic bei ihrer Gründung beraten hat.

Tipp: Ein guter Freund von mir hat sich hiermit seinen Businessplan erstellt.

Nach der Planung wird es ernst

Sie haben Ihren Businessplan entworfen und sind startklar! Doch um richtig loslegen zu können, benötigen Sie zunächst Startkapital. In meinem nächsten Blogbeitrag am 07.10.15 werde ich Ihnen die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten vorstellen und welche Formalitäten bei der Gründung eines Unternehmens auf Sie zukommen.

Trotz der unterbewussten Angst, sich selbst durch ein Scheitern enttäuschen zu können, ist Melani Ilic sehr glücklich mit ihrer Entscheidung:

"Der größte Vorteil ist für mich, dass ich meine Kreativität entfalten und flexibel arbeiten kann. Ich kann verschiedene Projekte umsetzen, nah am Kunden arbeiten und meine Zeit selbst einteilen. Mein Wunsch für die Zukunft ist es, nie den Spaß an dem zu verlieren, was ich tue."

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