Erfolgreich präsentieren: Teil 1

Erfolgreich präsentieren: Teil 1

Es gibt sie: diese begnadeten Redner, denen man einfach gerne zuhört, die einen regelrecht in ihren Bann ziehen.

Sicher haben auch Sie schon einmal einen Vortrag von jemandem verfolgt und sich gedacht „Das war richtig, richtig gut.“

Mannequin zeigt auf Staffelei

verwendete Bilder: © Clemens Schüßler – Fotolia.com

Man muss keiner dieser Ausnahmetalente sein.

Aber richtig gut präsentieren kann man lernen. Und es ist gar nicht schwer. In dieser zweiteiligen Blogpost-Serie zeige ich Ihnen wie es gelingt, eine wirklich erfolgreiche Präsentation zu halten.

In diesem ersten Artikel dreht sich alles rund um die Körpersprache und um den Grundstein jeder guten Präsentation: die Vorbereitung.

Die Vorbereitung

Die Vorbereitung ist das A und das O einer Präsentation. Richtig gute Redner wirken so, als ob Sie sich überhaupt nicht auf ihren Vortrag vorbereitet hätten. Die Worte kommen locker, die Scherze spontan. Dieser Eindruck täuscht.

Die meisten Redner bereiten sich sehr wohl (und meist akribisch) auf eine Präsentation vor (es sei denn, Sie haben den selben Vortrag bereits häufig gehalten – und selbst dann gilt: Jedes Publikum ist unterschiedlich und verlangt ein gewisses Maß an Vorbereitung).

Auch wenn Ihnen das Thema Ihres Vortrags sehr vertraut ist, verspreche ich Ihnen, dass Sie für Ihr Publikum mit einer gründlichen Vorbereitung deutlich mehr aus Ihrer Präsentation herausholen können.

Wer ist Ihr Publikum?

Überlegen Sie genau, für WEN Sie die Präsentation halten.

  • Hat das Publikum bereits Vorwissen?
  • Oder geht es völlig “blank” in Ihren Vortrag?
  • Handelt es sich um altgediente Aufsichtsratsmitglieder oder um eine Gruppe junger Berufseinsteiger?
  • Behandelt Ihre Präsentation eher ein nüchternes Thema oder geht es um eher “leichtere Kost”?

Fragen wie diese sollten Sie möglichst eindeutig beantworten können, um Ihre Sprache und das Design Ihrer Präsentation darauf aufbauen zu können. Referieren Sie beispielsweise zum Thema Guerilla Marketing können Sie sicher beim Design auch ein wenig in den Farbtopf greifen, das ein oder andere schrille Bild einbauen und mal einen lockeren Spruch ins Publikum werfen.

Geht es aber darum, vor Ihren Vorgesetzen Unternehmenszahlen zu präsentieren und diese zu rechtfertigen, sollten Sprache, Stilelemente und Design eher gemäßigter ausfallen.

Die Technik nicht vergessen

Zur Vorbereitung gehört auch, sich zeitig zu vergewissern, dass alle technischen Voraussetzungen für Ihren Vortrag erfüllt sind (Ist ein Beamer vorhanden? Gibt es dort einen Laptop oder bringen Sie Ihren eigenen mit? Ist es möglich, ins Internet zu gehen?)

Ich habe schon die ein oder andere Präsentation erlebt, die einen wirklich schlechten Start hingelegt hat, weil im Vorfeld nicht abgeklärt wurde, was für technische Gegebenheiten am Vortragsort herrschen. Das ist zum einen nervenzehrend für die Zuhörer und zum anderen auch für Sie als Redner äußerst unangenehm.

Gönnen Sie sich einen Probelauf

Einen letzten Tipp zur Vorbereitung habe ich noch für Sie.

Diesen können Sie aber erst umsetzen, wenn Sie Ihre Präsentation bereits fertig verfasst haben: “Gönnen” Sie sich einen Probelauf! Es mag Ihnen vielleicht komisch vorkommen, aber ich verspreche Ihnen, dass Sie davon profitieren werden.

Halten Sie die Präsentation vor jemandem, dem Sie vertrauen, der Ihnen ein ehrliches Feedback gibt. Und wenn Sie niemanden haben, halten Sie die Präsentation vor sich selbst. Vielleicht haben Sie ja ein Aufnahmegerät oder Sie können sich selbst filmen?

Aber selbst wenn nicht: Wichtig ist, dass Sie Ihre Präsentation zumindest einmal laut vortragen. Sie werden sehen, wieviel Sicherheit Ihnen das gibt.

Die Körpersprache

Eingesunkene Schultern, nervöses Zupfen am Sakko oder Jäckchen, eine rückwärtsgewandte Körperhaltung… Diese Liste ließe sich fast endlos erweitern und Sie wissen sicher schon genau, dass dies eine Negativ-Aufzählung ist: So sollte man es nicht machen.

Jeder weiß wie wichtig die richtige Körperhaltung für das Gelingen einer Präsentation ist.

Überlegen Sie doch mal: Was erwarten Sie von jemandem, der Ihnen etwas Neues beibringen/erzählen soll? Jemandem, dem Sie gerne zuhören und zusehen? Er sollte nicht zu steif sein, aber auch keinen Hampelmann mimen. Er sollte offen sein, unverkrampft und authentisch.Und wie gelingt das?Hier gibt es den ein oder anderen Trick, der Ihnen dabei hilft, Ihren Körper sinnvoll für Ihre Präsentation einzusetzen:

Die Hände

Viele Vortragende wissen nicht wohin mit ihnen und stecken sie in die Hosentaschen oder verschränken sie hinter dem Rücken. Das wirkt oft verkrampft oder übertrieben lässig.

Nutzen Sie Ihre Hände, um Gesagtes zu verdeutlichen (Zeigen Sie beispielsweise auf Details Ihrer Präsentation, schreiben Sie etwas an den Flipchart,unterstreichen Sie Ihre Worte mit passender Gestik.).

Die Augen

Für viele Menschen ist es schwer, Ihrem Publikum in die Augen zu sehen, sie fühlen sich dadurch verletzlich. Es ist aber sehr wichtig, zu seinen Zuhörern Blickkontakt zu halten. Lassen Sie Ihren Blick bewusst über die Anwesenden schweifen und suchen Sie immer wieder den festen Blickkontakt mit Einzelnen.

Sie werden merken, dass die Aufmerksamkeit Ihres Publikums rapide zunimmt, wenn Ihnen suggeriert wird, dass sie direkt gemeint sind.

Der Mund

Viele unerfahrene Redner denken, Sie würden besonders seriös wirken, wenn Sie ernst dreinschauen.

Das ist eine Fehleinschätzung. Wieso sollten Fachkompetenz und ein freundlicher, zugewandter Gesichtausdruck sich ausschließen? Lächeln Sie ruhig. Selbst Lachen ist keineswegs verpönt. Sie werden sicher am besten einschätzen können, wann ein herzliches Lachen angebracht ist oder besser vermieden werden sollte.

Bewegung oder Stillstand:

Hier gilt es das richtige Mittelmaß zu finden. Ein Redner, der über die gesamte Präsentationsdauer auf einem Platz verweilt, wirkt recht statisch. Ständiges Hin- und Hergelaufe allerdings erscheint nervös und macht das Publikum hibbelig.

Wichtig ist: Wenn Sie stehen, sollten Sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, das wirkt souverän und gefestigt. Wenn Sie sich bewegen, bewegen Sie dem Inhalt Ihrer Worte angemessen: Seien Sie ruhig dynamisch, wenn Sie Dynamisches erzählen.  Aber übertreiben Sie es nicht, ständiges Hin- und Herlaufen macht Ihr Publikum nur unruhig und lenkt vom Inhalt ab.

Die häufigsten Fehler in Gestik und Mimik:

Gerade beim Präsentieren vor größerem Publikum gibt es typische “Fehler”, die sehr viele Redner begehen. Wenn man sich diese einmal bewusst macht, ist es leichter, sie zu vermeiden:

  • Verarmte oder übersteigerte Gestik
  • Mit dem Körper die Präsentationsfolien verdecken
  • Hände in den Hosentaschen vergraben
  • Blickkontakt mit Publikum vermeiden
  • Festgefahrener Gesichtsausdruck
  • Nervöses Hin- und HerlaufenAbwehrende Körperhaltung (z.B. verschränkte Arme)
  • Kaugummikauen

Man kann nicht nicht kommunizieren

“Man kann nicht nicht kommunizieren”.

Man hat es schon so oft gehört, dass man manchmal versucht ist, mit den Augen zu rollen, wenn jemand dieses Zitat von Paul Watzlawik ins Spiel bringt. Trotzdem verliert es nichts an seiner Gültigkeit.

Gerade wenn (wie während eines Vortrags) alle Augen auf einen gerichtet sind (oder zumindest sein sollten) ist es wichtig, diesen Satz im Hinterkopf zu behalten.

Die Körpersprache ist also ein immens wichtiger Baustein für das Gelingen einer Präsentation.

Von genauso großer Bedeutung ist aber auch der Inhalt Ihres Vortrags, dessen logischer Aufbau und die Art und Weise der visuellen und verbalen Präsentation dieser Inhalte.

Wie Sie all diese Anforderungen optimal erfüllen, erfahren Sie im zweiten Teil dieser Serie.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-10T15:11:02+00:00 27. März 2015|Management|0 Kommentare

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