Viele Führungskräfte haben damit bereits Erfahrung: Sie führen ihre Mitarbeiter – oder zumindest einen Teil von Ihnen – aus der Ferne.

Die räumliche (und manchmal auch kulturelle) Distanz birgt neue Herausforderungen, die es zu überwinden gilt.

Zwei Funkgeräte nebeneinander

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Welche das sind und wie Sie als Führungskraft dieser Aufgabe begegnen können, erfahren Sie in diesem Blogpost.

Gründe für Distance Leadership

Die zunehmende Digitalisierung hat weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen. Das ist hinlänglich bekannt. Auch die Arbeitswirklichkeiten in vielen Berufsbereichen haben sich verändert.

Das Home Office wird immer alltäglicher. Auch die Globalisierung spielt hier kräftig mit hinein, denn in vielen Branchen herrscht ein weltweiter Wettbewerb.

Mittels neuer Technologien ist es mittlerweile sehr gut machbar, von verschiedenen Firmenstandorten aus an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.

Ein weiterer häufiger Grund für die Praktizierung von Distance Leadership sind häufige und lange Geschäftsreisen von Führungskräften. Für sie ist es nun nicht länger ein Problem, auch bei längerer Abwesenheit adäquaten Kontakt zu ihren Mitarbeitern zu halten.

Home Office und Co. funktioniert

Das traditionelle Büro ist weder überholt noch antiquar. Dennoch: Vernetzte Unternehmen machen es schon seit einiger Zeit vor – sie agieren in überwiegend digitalen Arbeitswelten, in denen die räumliche Zusammenarbeit nicht mehr zwingend notwendig ist.

Den Mitarbeitern auf diese Weise mehr Flexibilität zu gewähren und zusätzliche Freiheiten einzuräumen, kommt nicht nur den Angestellten zugute, sondern auch die Unternehmen können von der gestiegenen Mitarbeiterzufriedenheit profitieren. Und die Modelle “Home Office und Co. funktionieren überwiegend erstaunlich gut.

Immer mehr Unternehmen ziehen deshalb nach – auch wenn keine unmittelbare Notwendigkeit dafür besteht.

Das Home Office hat sich längst etabliert, es gehört immer mehr zum “gängigen” Angebot eines Unternehmens – und wird von Mitarbeitern auch immer häufiger nachgefragt.

In technischer Hinsicht hat man heute alles, was man braucht, um auch über größere Distanz hinweg zu kommunizieren: Ein schnelles Internet, Smartphones, Skype, Projektmanagement-Tools, die Möglichkeiten größere Datenmengen in Clouds zu verwalten…

Ein Team zu führen verlangt einer Führungskraft aber deutlich mehr ab, als nur das technische Equipment bereitzustellen.

Kommunikation

Alles steht und fällt mit der Kommunikation. Das war schon immer so. Früher gab es jedoch maximal ein paar Stockwerke im selben Gebäudekomplex zu überwinden, um sich direkt auszutauschen.

Die Mitarbeiterführung aus der Ferne verlangt ein genaueres Strukturieren der Kommunikation und die Bereitschaft, wirklich regelmäßig mit allen Mitarbeitern in Kontakt zu treten. Sich dies als Führungskraft ganz explizit auf die Fahne zu schreiben, aber auch die übrigen Teammitglieder zur intensivierten Kommunikation untereinander anzuleiten, kommt eine ganz besondere Rolle zu.

Ziele klar definieren

Ziele exakt zu definieren und seinen Mitarbeitern klare Vorgaben zu geben, ist grundsätzlich ein Basisinstrumentarium, wenn es um erfolgreiches Führen geht.

Wer über die Ferne hinweg mit seinen Mitarbeitern kommuniziert, ist noch stärker auf eine genaue Planung angewiesen – und darauf, dass sich alle Beteiligten an etwaige Workflows und Fristen halten.

Teamgeist stärken

Jedes Teammitglied ist wichtig. Dieses Gefühl gilt es zu vermitteln.

Wenn nur einzelne Personen permanent von Zuhause aus oder einem anderen Standort aus arbeiten, ist es besonders wichtig, deren Zugehörigkeitsgefühl zum Team immer wieder gezielt zu stärken.

Diese gezielt in Lob und Kritik einzubinden und auch über Projekte am Laufenden zu halten, bei denen sie nicht unmittelbar selbst eingebunden sind, ist ungeheuer wichtig, um die gemeinsame Vision und den Teamgeist aufrecht zu erhalten.

Auf Technikaffinität achten

Wer mit seinen Mitarbeitern über die Distanz hinweg kommuniziert, ist darauf angewiesen, dass diese zumindest bis zu einem gewissen Grad technikaffin sind.

Wenn ein Mitarbeiter ständig Probleme mit der Technik hat bzw. nicht in der Lage ist, etwaige auftretende Schwierigkeiten selbst zu lösen, macht das Arbeiten auf Distanz keinen Sinn.

Lösungen können hier Workshops und Seminare/Webinare bieten, die Mitarbeiter, die nicht zur Generation der Digital Natives gehören bzw. technisch nicht versiert sind, fit für das Home Office machen.

Regelmäßig Feedback geben

Als Führungskraft sind Sie immer darin gefordert, ein möglichst gutes, umfassendes Feedback zu geben. Sich hierfür klare feste Termine zu setzen, wird umso wichtiger je seltener Führungskraft und Mitarbeiter sich von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten können.

Während im normalen Büroalltag auch mal ein kurzes Feedback-Gespräch zwischen Tür und Angel möglich ist und effzient sein kann bzw. man seinen Mitarbeiter auch einmal kurz für einige Minuten zu sich ins Büro rufen kann, ist dies über weite Entfernungen nicht möglich.

Umso wichtiger ist es, sich hierfür ganz gesondert und auch regelmäßig Zeit zu nehmen.

Distance Leadership bewusst leben

Distance Leadership stellt eigene Ansprüche an Führungskräfte: Die veränderten Arbeitssituationen bedingen ein Intensivieren von bisherig gelebten Führungsinstrumentarien und zum Teil auch ein Umdenken. Macht man sich dies bewusst und lebt diese neue Form des Miteinanders aus Überzeugung, kann das “Führen auf Distanz” für alle Seiten eine Bereicherung sein.

Britta Sippel

Von Britta Sippel

Arbeitet als Verkaufs- und Marketingleitung bei der Westfunk GmbH & Co. KG in Essen.