, MarketingDie wichtigsten Online Zahlungssysteme – Teil 2: PayPal, Click&Buy und die Direktüberweisung

Die wichtigsten Online Zahlungssysteme – Teil 2: PayPal, Click&Buy und die Direktüberweisung

Ein Laptop aus dem Geld fliegt

Bild: koya979 – Fotolia.com

Bezahlen im Internet: Ein Thema, das für Online-Kunden kaufentscheidend ist und damit für Betreiber von Online-Shops zum Dauerbrenner wird.

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns mit den klassischen Bezahlmethoden im Internet beschäftigt: Rechnung, Vorkasse, Lastschrift und Nachnahme.

Heute legen wir den Fokus auf einige moderne Zahlungsoptionen: Wir nehmen PayPal und Click&Buy unter die Lupe und werfen einen Blick auf Direktüberweisungssysteme wie giropay und sofortueberweisung.de.



Einmal eintragen, immer nutzen

Die Menge der elektronischen Zahlungsmöglichkeiten wächst langsam, aber sicher zu einem Dschungel heran.

Umso wichtiger ist es, sich ein genaues Bild der einzelnen Varianten zu machen. Den modernen Bezahloptionen ist im Grunde eines gemein: Der Kunde muss seine Daten nur ein einziges Mal beim Anbieter eintragen.

Im Anschluss daran kann er den Dienst dann in jedem beliebigen Online-Shop nutzen – vorausgesetzt dieser bietet den betreffenden Service an.

Mikro-Payment

Auch das Mikro-Payment, also die Bezahlung sehr kleiner Geldbeträge, ist mit den modernen Bezahlverfahren kein Problem.

Für Online-Händler, die Produkte verkaufen, die lediglich Cent-Beträge oder kleinere Eurobeträge kosten, sind diese Zahlungsmöglichkeiten besonders interessant.

PayPal und Click&Buy

PayPal ist ein Produkt des eBay-Konzerns und Anbieter eines Komplettsystems zur Bezahlung im Online-Handel. Etwa 20.000 Online-Shops in Deutschland stellen ihren Kunden PayPal zur Verfügung.

Der Dienst funktioniert simpel: Der Kunde, der im Besitz eines PayPal-Kontos ist, wird auf die Seite von PayPal geleitet und kann dort seine Transaktion tätigen. Als Online-Händler argumentieren Sie mit PayPal für eine diskrete Abwicklung der Transaktionen, denn Sie erhalten weder Bank- noch Kreditkartendaten des Kunden.

Die 100prozentige Telekom-Tochter Click & Buy wird von ca. 16000 Shops angeboten. Click & Buy funktioniert im Prinzip genauso wie PayPal: Der Kunde lässt einmalig seine Daten bei dem Anbieter verifizieren und kann dann bequem auf der Seite des Dienstanbieters seine Überweisung tätigen.

Ein großer Vorteil für den Händler ist, dass die Zahlung unmittelbar nach der Bestellung eingeht und der Kunde somit auch zügig bearbeitet werden kann.

Nachteilig hingegen sind die Gebühren, die pro Transaktion für den Händler bei beiden Anbietern anfallen und die vor allem für Online-Shops mit geringeren Umsätzen recht knackig sind:

PayPal: Neben einer fixen Gebühr pro Transaktion fällt noch eine je nach Umsatzvolumen und durchschnittlicher Warenkorbgröße variable Gebühr an. Je mehr Umsatz ein Händler über PayPal abwickelt, desto günstiger seine Konditionen.

Click & Buy: Hier zahlt der Kunde eine monatliche Grundgebühr plus Kosten pro erfolgter Transaktion.

Direktüberweisung

Direktüberweisungsverfahren haben ihre Grundlage auf dem klassischen Online-Banking.

Der Unterschied hierzu ist fein, aber wichtig: Der Händler erhält unmittelbar nach Bezahlung eine Bestätigung über den Geldeingang. Somit kann er die bestellte Ware völlig gefahrlos direkt nach Kauf durch den Kunden versenden.

giropay

Giropay gibt es seit 2006 und ist ein Baby von Teilen der deutschen Kreditwirtschaft (Postbank, Star Finanz, Fiducia IT und GAD). Es ist ein Direktüberweisungssystem, das es dem Kunden möglich macht, direkt von seinem eigenen Online-Konto aus zu bezahlen.

Die Bezahlung gelingt, indem der Anbieter eine direkte und sichere Verbindung zum Kreditinstitut des Kunden schafft. Vorausgesetzt das Finanzinstitut nimmt an giropay teil.

Dort loggt sich der Kunde dann mit seinen üblichen Bankdaten ein und kann dann direkt die Überweisung tätigen. Im Anschluss wird der Kunde wieder zum Online-Shop geleitet.

Bei Händlern ist giropay überwiegend gern gesehen: Sie bekommen von der Bank eine sofortige Zahlungsgarantie. Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist praktisch nicht vorhanden.

Auf giropay.de können sich Händler direkt einen Akzeptanzvertrag mit einem persönlichen Angebot erstellen lassen. Darüber hinaus können sie aber auch bei Acquirern Akzeptanzverträge abschließen.

sofortueberweisung.de

sofortueberweisung.de funktioniert im Gegensatz zu giropay bankenunabhängig.

Dies bedeutet, dem Kunden steht der Dienst offen – unabhängig davon, bei welcher Bank er sein Konto hat.

Im Übrigen funktioniert sofortueberweisung genauso wie giropay: der Dienst verbindet den Kunden direkt mit seinem Online-Konto und dieser überweist den fälligen Betrag. Das Gebührensystem ist hier – wie auch bei giropay – sehr individuell und muss einzeln verhandelt werden.

Gebühren aufschlagen

Viele Online-Händler schlagen die Gebühren für die Bezahlsysteme auf den Warenpreis auf.

Das ist durchaus legitim, aber: Als Extra-Gebühr sollte man sie nicht deklarieren – nur die wenigsten Kunden wären wohl bereit, für das Bezahlen selbst Geld zu lassen.

Fazit

Trotz der zum Teil nicht unerheblichen Kosten sind Bezahlsysteme wie PayPal und Click & Buy auch für kleinere Online-Shops ein Muss – allein schon aufgrund der hohen Bekanntheit und Akzeptanz unter den Kunden.

Ähnlich verhält es sich mit Direktüberweisungssystemen. Sie werden von Kunden gerne genutzt und sind zudem für den Händler komplett risikolos.

Für welchen Anbieter Sie sich im jeweiligen Segment nun aber entscheiden, ist wohl eher nebensächlich. Wichtig ist hier eher der Ansatz: Von allem etwas, also PayPal ODER Click&Buy bzw. giropay ODER sofortueberweisung. Auf diese Weise dürften Sie nur wenige Probleme haben, hinsichtlich der Bezahlung den „Geschmack“ Ihrer Kunden zu treffen.

Im dritten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit Prepaid-Systemen und Prepaid-Karten sowie mit Ratenkauf im Internet.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-11T11:00:51+00:00 21. Januar 2015|Digital, Marketing|0 Kommentare

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