, MarketingDie wichtigsten Online Zahlungssysteme – Teil 1: Die Klassiker

Die wichtigsten Online Zahlungssysteme – Teil 1: Die Klassiker

Ein Laptop aus dem Geld fliegt

Bild: koya979 – Fotolia.com

Wenn es ums Geld geht, wird es heikel: das gilt erst recht für den Online-Einkauf.

Zahlungsarten im Netz sind ein Thema, das Online-Kunden umtreibt. Grund genug für Betreiber von Internet-Shops, sich eingehend mit den verschiedenen Online-Zahlungssystemen im Internet zu beschäftigen.

Damit aus den Kaufvorhaben Ihrer Kunden keine Nullrunden für Sie als Online-Händler werden, stelle ich Ihnen in drei Teilen die wichtigsten Online-Zahlvarianten vor und erzähle Ihnen, was Sie sonst noch zum Thema „Zahlen im Internet“ wissen müssen.

In diesem ersten Teil zeige ich Ihnen die Vor- und Nachteile der klassischen Bezahlvarianten wie Rechnung und Vorkasse etc. auf.



Beinahe-Einkäufe vermeiden

Ein Online-Kunde hat sich für ein Produkt entschieden, legt den Artikel in seinen Warenkorb und dann kauft er doch nicht.

Jeden Tag passiert dies tausendfach und der Grund liegt häufig in der mangelnden Auswahl an Bezahlsystemen bzw. der unzureichenden Kommunikation über die Sicherheit des Zahlungsverkehrs.

Die Top2: Rechnung und Bezahlsystem

Es gibt grundsätzlich einmal verschiedene Möglichkeiten im Netz zu bezahlen: per Überweisung, Lastschrift, Rechnung, Nachnahme, Kreditkarte, Prepaidkarte und mit Hilfe von Bezahlsystemen.

Die bei Kunden beliebtesten Bezahlmethoden sind ganz klar der Kauf per Rechnung sowie über (bekannte und bewährte) Bezahlsysteme.

Ein Trend zeichnet sich allerdings deutlich ab: Während sich 2012 noch 40 Prozent der Online-Käufer für einen Kauf per Rechnung entschieden haben und nur 26 Prozent via Bezahlsystem ihren Einkauf getätigt haben, hat sich das Verhältnis 2014 fast umgekehrt: nur noch 29 Prozent kauften auf Rechnung ein und ganze 40 Prozent setzten auf das Shopping per PayPal und Co.

Statistik die den Anteil der Befragten anzeigt die folgende Bezahlverfahren im Internet bereits genutzt haben

Quelle: (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/29461/umfrage/genutzte-bezahlverfahren-im-internet-in-deutschland/)

Die klassischen Zahlungsarten

Im Versandhandel haben die klassischen Zahlungsvarianten, insbesondere der Kauf auf offene Rechnung Tradition.

Vielen Online-Händlern ist aber gerade die Rechnung ein Dorn im Auge, aufgrund ihrer Risiken.

Wer in seinem Online-Shop aber nur Vorkasse als Zahlungsmöglichkeit bereitstellt, kann seinen Laden eigentlich gleich dichtmachen: 88 Prozent brechen in diesem Fall den Kauf ab und suchen nach anderen Alternativen, das belegen Studien eindrucksvoll (Quelle: ibi research, Erfolgsfaktor Payment aus : E-Commerce Leitfaden 2. Auflage 2013).

Rechnung

Im Sympathie-Ranking belegt sie Platz eins und auch sonst spielt die Rechnung in allen Statistiken weit oben eine Rolle.

Somit ist sie für Online-Händler fast unverzichtbar – auch wenn sie ein nicht zu unterschätzendes Risiko birgt: Manche Kunden zahlen ihre Rechnung erst verspätet oder im schlechtesten Fall gar nicht.

Gegen drohenden Zahlungsausfall können sich Händler aber schützen: durch ein geeignetes Risikomanagement, mit Hilfe von Dienstleistern (z.B. Klarna oder RatePAY– mehr darüber im 3. Teil dieses Blogposts) die gegen Gebühr das Risiko des Zahlungsausfalls übernehmen und dem Händler auf diese Weise einen sicheren Zahlungsverkehr garantieren.

Lastschrift

Die Zahlung per Lastschrift ist sowohl für die Händlerseite als auch für die Kunden an sich unkompliziert: Über ein Formularfeld gibt der Kunde seine Bankverbindung an, der Händler veranlasst dann über seine Bank den Einzug des Kaufbetrags.

Bei Kunden bleibt hierbei aber häufig ein mulmiges Gefühl, weil er seine Bankdaten im Internet preisgeben muss.

Auch für den Händler ist das Lastschriftverfahren nicht ganz risikolos: da ihm gewöhnlich die schriftliche Einverständniserklärung des Kunden fehlt, zieht er im Fall einer Rückbuchung den Kürzeren und muss für die Rücklastschriftskosten aufkommen.

Vorkasse

Bei den Händlern gehört sie zu den beliebtesten Zahlungsvarianten, bei den Kunden ist sie aber unbeliebt: die Ware wird erst verschickt, sobald der Kunde bezahlt hat.

Was, wenn die Ware nicht oder unvollständig geliefert wird? Die Zahlungsart Vorkasse stellt für den Kunden ein Risiko dar und wird deshalb nur ungern genutzt. Vor allem Neukunden, die noch keine Erfahrung mit dem betreffenden Online-Shop gemacht haben, schrecken davor zurück.

Ganz im Gegenteil: wer nur Vorkasse anbietet, muss damit rechnen, dass die Mehrheit der Kunden den bereits laufenden Kaufvorgang abbricht und nach Alternativen im Netz sucht.

Einen kleinen Anreiz, die Ware per Vorkasse zu bezahlen, können Händler dem Kunden dennoch geben, indem sie ihm eine Art Skonto (Nachlass auf den Warenpreis) gewähren.

Nachnahme

Der Stern der Nachnahme ist am Sinken.

Diese Bezahlart spielt im Online-Handel eine immer geringer werdende Rolle. Während es früher durchaus gängig war, den Warenpreis beim Erhalt der Ware direkt an den übergebenden Postboten zu entrichten, mutet diese Bezahlungsart heute fast schon altmodisch an.

Das Bezahlen per Nachnahme ist umständlich: Nicht immer ist der Kunde zuhause, um sein Paket entgegennehmen zu können und manchmal scheitert der Vorgang daran, dass der Kunde nicht genügend Geld zur Hand hat.

Ist der Kunde nicht zuhause und kann das Paket nicht an eine bevollmächtigte Person ausgehändigt werden, wandert es in ein Lager des Zustelldienst. Wird es dort nicht vom Empfänger abgeholt, geht es an den Händler zurück, der dann sowohl für die Versandkosten als auch für die Nachnahmegebühren aufkommen muss.

Auch wenn das alles nicht gerade berauschend klingt, spricht doch auch ein Argument dafür, diese Bezahlmethode anzubieten: Auch wenn der Kunde kaum per Nachnahme bestellt, signalisiert ihm die Möglichkeit dieser Bezahlvariante Sicherheit.

Bei den gängigen Shopsystemen ist Nachnahme meist mühelos zu integrieren.

Fazit

Die klassischen Bezahlmöglichkeiten im Internet haben Sie nun genauer kennengelernt. Jede Zahlart hat ihre Vor- und Nachteile.

Und eines wird klar: man muss nicht um jeden Preis alle möglichen klassischen Bezahlvarianten anbieten. Aber um die Rechnung scheint man als Online-Händler kaum umhinzukommen.

Bedeutet das, dass man als Händler in den sauren Apfel beißen muss, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen.

Meine Antwort darauf: Als Online-Händler sollte man seinen Kunden die Rechnung als Option nicht vorenthalten. Sie stellt zwar ein gewisses Risiko dar (das man durch ein geeignetes Risikomanagement umgehen bzw. eindämmen kann), aber sie ist auch ein Kundenmagnet.

Sie ist also alles andere als ein „saurer Apfel“, sondern vielmehr ein gutes Mittel, die Kaufabbruchquote im Online-Shop zu senken.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-11T11:05:49+00:00 15. Januar 2015|Management, Marketing|0 Kommentare

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