Der richtige Sprecher für Ihren Radiospot

Der richtige Sprecher für Ihren Radiospot

Verschiedene Mikrofone

Bild: sveta – Fotolia.com

Radio ist für die meisten von uns ein tägliches Begleitmedium, d. h. es ist allzeit nah an uns dran. Trotz wachsender Möglichkeiten der Online-Werbung und alteingesessener Printwerbung, ist es demnach kein Wunder, dass Radiowerbung für viele Unternehmen zum festen Bestandteil ihrer Marketingplanung gehört – Tendenz steigend, denn Radiowerbung liegt im Trend.

Radiospots schaffen Emotionen, Sie wissen schon: „Geht ins Ohr, bleibt im Kopf!“ Aber das gelingt nur mit einer auffälligen Story im Spot und ganz wichtig – mit dem richtigen Sprecher, der uns berührt, animiert, aufrüttelt, nachdenklich stimmt, unterhält, zum Lachen bringt oder noch vieles mehr.

In der Regel werden Sie bei Ihrer Radiowerbung bezüglich der Sprecherwahl Ihres Spots von einem Produktionsstudio beraten. Doch wie findet sich eigentlich der richtige Sprecher für Ihren Radiospot?

Interviewpartner: Alex Jacobi

Interviewpartner: Alex Jacobi

Mein Interviewpartner Alex Jacobi hat mir ein paar essentielle Fragen hinsichtlich der richtigen Sprecherwahl für Ihren Radiospot beantwortet. Herr Jacobi ist Geschäftsführer von Alex Jacobi I Reklameton und Gründer von sprechersprecher.de. Er arbeitet bereits seit 1995 als Tonmeister und führt ein Team aus 15 Spezialisten für akustische Kommunikation, Sprecher und Sprachaufnahmen und arbeitete bereits für Kunden wie Coca Cola, Nivea, Jägermeister uvm. Profitieren Sie von seinem Know-How bei Ihrer nächsten Spotkreation.

Wie wird der richtige Sprecher für einen Radiospot bestimmt?

Wer ist die Zielgruppe?

Alex Jacobi: „Junge Studenten fühlen sich von anderen Stimmen angesprochen als beispielsweise Senioren. Das heißt nicht zwingend, dass Senioren auch immer mit alten Stimmen angesprochen werden. Aber eine lockere Stimme, die von der Generation Y auf Augenhöhe wahrgenommen wird, klingt für die Zielgruppe 60+ möglicherweise „flapsig“ und „unseriös“.“

Was für eine Botschaft soll vermittelt werden?

Alex Jacobi: „Wichtige Unterscheidung hier ist, ob eher sachliche Fakten oder emotionale Botschaften kommuniziert werden sollen. Ein Sprecher, der im Stil eines Nachrichtensprechers komplexe Sachverhalte gut darstellen kann, muss nicht zwingend gut darin sein, sehr einfühlsam emotionale Themen zu verbreiten.“

Wie soll die Botschaft vermittelt werden?

Alex Jacobi: „Hier gibt es zwei Extreme:

„Der Marlboro Man“: Eine Marke oder ein Konzern sendet mit Autorität eine Botschaft. Hier werden gerne beeindruckende tiefe Stimmen gewählt, die mit viel Energie die Werbebotschaft sprechen. Solche Stimmen können Sicherheit, Kompetenz und Größe vermitteln. Allerdings muss man in heutigen Zeiten als Marke aufpassen, nicht als „arrogant“ wahrgenommen zu werden, wenn man zu sehr „von oben herab“ kommuniziert.

„Auf einer Ebene“: In Zeiten von Social Media gehen viele Marken dazu über, mit Konsumenten auf Augenhöhe zu sprechen und wählen gerne Stimmen aus, die freundlich, unaufgeregt und „normal“ klingen. Der Hörer soll hier gar nicht merken, dass ein Profi mit ihm spricht.

Spannenderweise ist nichts so schwierig, wie “auf Kommando” authentisch zu klingen, so daß gerade hier sehr gut ausgebildete Sprecher gefragt sind. Sonst kann es schnell nach „Seitenbacher“ klingen. Und das muss nicht mehr sein!“

In welchem Preisbereich liegen Spotproduktionen mit einem Profisprecher?

Alex Jacobi: „Das ist ungefähr so leicht zu beantworten, wie die Frage “Was kostet ein Auto?”. Es gibt aber natürlich verschiedene Szenarien, die immer wieder auftreten. Sprecher werden nicht nach Zeit bezahlt, sondern danach, wie ihre Stimme später eingesetzt wird und wie hoch die Wertschöpfung für den Kunden ist.

So kann derselbe Sprecher in einem 20 Sekünder für ein einzelnes Autohaus bei Aussendung im Lokalradio einen Bruchteil dessen kosten, was er für einen internationalen Automobilkonzern bei nationaler Aussendung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kosten würde.

Eine Spotproduktion für KMU’s bei nicht nationaler Ausstrahlung fängt schon bei wenigen hundert Euro an.

Wichtiger als der einzelne Spotpreis selbst, ist das Verhältnis zwischen Brutto-Mediabudget und Produktionskosten. Bei einem sechsstelligen Mediabudget wegen hundert Euro auf eine Stimme zu verzichten, welche die Botschaft perfekt kommunizieren würde, wäre völlig unklug. Genauso sinnlos ist es natürlich einen Hollywood-Promi mit einer vierstelligen Gage eine kleine lokale Kampagne sprechen zu lassen.

Letztendlich versuchen wir immer für jeden Spot die ideale Kombi aus Budget und Stimme zu finden. Eine Einführung in die Thematik, bietet diese PDF: http://l.sprechersprecher.de/sprecher-preise-ebook

Gibt es die Möglichkeit bekannte Stimmen zu buchen?

Alex Jacobi: „Ja, natürlich. Wir bieten prominente Stimmen in vielen verschiedenen Sprachen an, u.a. nahezu jede bekannte deutsche Synchronstimme.“

Was sollte bei der Konzeptionierung eines Radiospots beachtet werden, wenn eine bekannte Synchronstimme eingesetzt wird?

Alex Jacobi: „Die Frage würde ich gerne umdrehen… Man sollte nicht ein Konzept auf eine bestimmte Stimme schreiben, es sei denn die Synchronstimme ist als feste Brandvoice gesetzt.

Die besten Umsetzungen entstehen, wenn ein in sich perfektes Konzept steht und wir dann die passende Stimme dafür casten. Eine bekannte Stimme bringt immer die Assoziation zu den synchronisierten Hollywood Schauspielern. Man kauft eben mit Manfred Lehmann die Stimme von Bruce Willis ein, und damit auch das gesamte “Wertepaket”, das mit Willis verbunden wird. Für eine Damenpflegeserie wäre das sicher sehr unpassend, für Praktiker war Lehmann fantastisch.“

Gibt es eine Erfolgsstory eines Spots, der durch einen Synchronsprecher besonderen Erfolg hatte?

Alex Jacobi: „Die alten Praktiker Spots mit Manfred Lehmann waren schon ein super Hit. Die finde ich immer noch sehr gut.“

Gibt es auch Negativbeispiele einer schlechten Sprecherwahl?

Alex Jacobi: „Man sollte schauen, dass die Liga der Stimme zur Marke und Story passt. Eine kleine lokale Firma wird nicht automatisch glaubwürdiger, indem sie eine prominente Stimme einsetzt. Wenn aber die Story stimmt, kann die passende Hollywoodstimme ideal sein.“

Vielen Dank für das Interview!

Mein Tipp:  Sprecher ist nicht gleich Sprecher. Lassen Sie sich unverbindlich von einem Produktionsstudio hinsichtlich Ihrer akustischen Möglichkeiten für Ihre geplante Radiowerbung beraten. Ob die Synchronstimme von „Sex and the City“-Hauptdarstellerin Sarah Jessica Parker für einen Schuhladen oder die Stimme von Spongebob für ein Kinderspielparadies – alles ist möglich und schafft mit der richtigen Story oftmals mehr Aufmerksamkeit als ein normaler Radiospot.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-15T10:53:08+00:00 21. Mai 2015|Werbung|0 Kommentare

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