Vier Farben laufen aus vier Eimern aus

Bild: frank peters – Fotolia.com

„Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.“

Dieses allseits bekannte Zitat, man schreibt es Schoppenhauer zu, gilt auch für Ihre Printanzeige. Eine Anzeige gibt Ihrem Unternehmen ein Gesicht und dieses sollte gut überlegt sein.

Klingt nach einer Aufgabe für die Werbeagentur und nach hohen Kosten. Doch mit ein paar einfachen Mitteln und Grundregeln gelingt es jedem, eine vorzeigbare und wirkungsvolle Anzeige zu gestalten.

1. Machen Sie sich Gedanken

Dieser erste Schritt erscheint logisch, dennoch wird er so manches Mal unterschätzt. Zu diesem Block zählt eine Vielzahl von Aspekten. Die Wichtigsten schlüssele ich Ihnen im Folgenden auf.

Diese Fragen sollten Sie sich selbst stellen und beantworten:

  • Was möchten Sie bewerben? (z.B. Räumungsverkauf, neues Produkt, neue Räumlichkeiten, verkaufsoffener Sonntag)
  • Wo möchten Sie werben? (z.B. Tageszeitung, Zeitschrift, Stadtanzeiger)
  • Welche Zielgruppe sprechen Sie an?
  • Wann soll die Anzeige erscheinen?
  • Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Anzeige? (z.B. Imagesteigerung, Abverkauf, Sonderangebot, neues Produkt im Markt etablieren)
  • Wie können Sie sich von der Konkurrenz abheben? (USP)
  • Passt dies zu Ihren weiteren Werbemaßnahmen? (Abgleich Corporate Design)
  • Möchte Sie regional oder überregional werben?
  • Welche Emotionen wollen Sie wecken?

Haben Sie diese Eckdaten für sich festgelegt, können Sie mit der Gestaltung beginnen.

2. Stilmittel – Überschrift und Logo

Konzentrieren Sie sich auf die vier wichtigsten Elemente:

  • Überschrift
  • Logo
  • Bild und
  • Text

Bei der Gestaltung Ihrer Anzeige sollten Sie diese 4er-Regel keinesfalls aus den Augen verlieren. Der Leser betrachtet die Anzeige meist nur kurz und muss direkt erfassen, ob der Inhalt für ihn relevant ist oder nicht.

Die Überschrift sollte ins Auge springen, gut lesbar sein und Interesse wecken, weiter zu schauen. Gleiches gilt für das Logo. Achten Sie darauf, dass Sie ein und dasselbe Logo bei allen Werbemaßnahmen verwenden (s. Corporate Design) und sich auch an Ihre festgelegten Schriften halten.

3. Stilmittel – Bildauswahl: Welches Bild passt?

Blickverlaufsmessungen der Werbewirkungsforschung zeigen genau, wie der Leser die Inhalte einer Anzeige aufnimmt. Bei der Bildauswahl ist es wichtig, dass Sie sich auf ein einziges Motiv konzentrieren. Bilder werden am schnellsten wahrgenommen und am häufigsten erinnert.

Achten Sie darauf, dass das Bild zu Ihrer Überschrift passt, die gewollte Botschaft vermittelt, zu Ihrem Unternehmen passt und auch zur Welt des Kunden. Haben Sie selbst kein geeignetes Bildmaterial, gibt es online einige Portale, die für kleines Geld professionelles Material zur Verfügung stellen (z.B. Fotolia).

Vorsicht ist geboten, wenn Sie Gesichter in Ihren Anzeigen platzieren. Der Mensch reagiert sehr stark auf Gesichter und dessen Bewegungsrichtung. Sollte das abgebildete Gesicht in eine bestimmte Richtung blicken, dann ist es ratsam, in dieser Blickrichtung wichtige Elemente anzusiedeln. Der Rezipient wird diese weitaus bewusster aufnehmen.

4. Keep it smart and simple – Text

Setzen Sie Bild und Text so in Verbindung, dass die Leserichtung eingehalten wird (von links nach rechts oder von oben nach unten). Text, der direkt unterhalb eines Bildes steht, hat die größte Wirkung.

Achten Sie darauf, dass der Text kurz, prägnant und leicht verständlich geschrieben ist. Bloße Werbebehauptungen sollten vermieden werden. Aussagen sollten durch Fakten untermauert sein. Wecken Sie Emotionen und liefern Sie Kaufgründe.

5. Hilfsmittel – das AIDA-Modell

Ein bekanntes Mittel aus der Werbewirkungsforschung ist das AIDA-Modell. Dies soll die Kommunikationswirkung einer Werbestrategie in vier Stufen zusammenfassen: A = Attention (Aufmerksamkeit); I = Interest (Interesse), D = Desire (Wunsch); A = Action (Aktion).

Doch was bedeutet das in der Praxis und in diesem Fall bei der Anzeigenerstellung?

A = Attention: Achten Sie bei der Erstellung der Anzeige darauf, dass Sie den Konsumenten aus seinem Alltags-Modus holen. Fallen Sie auf und wählen Sie eine Gestaltung (oder einen Inhalt), die (der) den Leser überraschen wird.

I = Interest: Wecken Sie das Interesse indem Sie dem Leser eine Lösung für sein Problem anbieten. Wecken Sie Emotionen.

D = Desire: Wecken Sie beim Leser das Bedürfnis, genau Ihr Produkt, Ihr Unternehmen oder Ihre Dienstleitung in Anspruch nehmen zu wollen. Lösen Sie Verlangen aus.

A = Action: Sagen Sie dem Leser, was er tun muss, um in den Genuss Ihres Unternehmens zu kommen. Wo findet man Sie? Wie kann man Kontakt zu Ihnen aufnehmen. Erst dann ist die Sache rund.

Warum ist dieses Modell wichtig?

Ganz einfach: Anhand dessen kann man selber die Wirkung seiner Anzeige überprüfen. Es kann als Hilfsmittel dienen. Sehen Sie alle Aspekte des Modells in Ihrer Anzeige erfüllt, sind Sie auf dem besten Weg, von sich reden zu machen. Viel Erfolg!

Ramona Niggemann

Von Ramona Niggemann

Ramona Niggemann arbeitet seit 2012 als Mediaberaterin beim Lokalradiosender Radio Sauerland. Die Medienwissenschaftlerin ist zudem zertifizierte Online Marketing Managerin und stellv. Verkaufsleiterin Radio.