, Marketing, Werben im PottDas gewisse Extra: Wenn der Servicegedanke im Vordergrund steht

Das gewisse Extra: Wenn der Servicegedanke im Vordergrund steht

  • View Larger Image Zwei Frauen stehen mit Einkaufstaschen vor einem Schaufenster

    Beim Stadtmarketing können die Orte vor allem mit individuellen Services punkten. Foto: Kikovic/Fotolia.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber für mich ist ein guter Kundenservice oft das entscheidende Kriterium, ob ich ein Restaurant an Freunde weiterempfehle, die Elektrogeräte immer im gleichen Fachgeschäft kaufe oder mein Auto in der gleichen Werkstatt reparieren lassen.

Bereits vor einem Jahr habe ich auf unserem Blog über die 10 größten Fehler im Kundenservice berichtet. Aber muss es sich dabei immer um die klassische Kunde-Verkäufer-Beziehung handeln? Ich denke, dass ein guter Service auch in anderen Bereichen eine große Rolle spielt.

Auch ein Stadtmarketing kann seinen Bürgern oder den Besuchern der Stadt einen guten Service bieten. Die Stadt Hattingen ist dafür ein gutes Beispiel – hier werden den Besuchern der Innenstadt einige nette Annehmlichkeiten geboten: Ein Regenschirmverleih, die Teilübernahme der Parkgebühren durch einigen Geschäften oder auch “Die nette Toilette”.

Auf diese Weise können natürlich auch mehr Besucher in die Innenstadt gelockt werden. Über die genauen Beweggründe der Stadt habe ich mit Herrn Georg Hartmann vom HATTINGEN Marketing gesprochen.

Herr Hartmann, in Ihrer Stadt spielt der Servicegedanke eine große Rolle. Hier stehen die Bedürfnisse der Bürger und Besucher Ihrer Stadt im Vordergrund. Wie kam es zum Beispiel zu der Idee, einen Regenschirmverleih anzubieten?

Interviewpartner: Georg Hartmann

Interviewpartner: Georg Hartmann. Foto: HATTINGEN Marketing

Georg Hartmann: „Es gab schon lange den Gedanken, einen Regenschirm mit dem Aufdruck „Hattingen“ zu produzieren. Mit der Sparkasse Hattingen haben wir dann noch den richtigen Sponsorpartner gefunden, sodass wir den Schirm den beteiligten Händlern zu einem Preis von 10 Euro anbieten konnten. Das machte das Angebot auch für den Einzelhandel attraktiv. Wir starteten damals mit 26 Partnerbetrieben. In Kürze geht der Flyer als Neuauflage in Druck und viele Geschäfte und Gastronomiebetriebe sind wieder dabei.“

An dem von mir bereits erwähnten System „Parken & Sparen“ beteiligen sich einige Geschäfte aus der Innenstadt von Hattingen. Wie wurde das System bei den Inhabern angenommen und wodurch konnten Sie sie überzeugen, sich daran zu beteiligen?

Georg Hartmann: „Hier haben wir auf die kostenlosen Parkplätze der großen Einkaufszentren im Umfeld reagiert. Wir können keine kostenlosen Parkplätze zur Verfügung stellen, wollten das Einkaufen in der Hattinger Innenstadt aber attraktiver machen und für die Kunden mit Auto einen Anreiz schaffen. Die Idee wurde von den Händlern selbst entwickelt. Wir haben diese dann realisiert.“

Warum hat das Stadtmarketing Hattingen sich dazu entschieden, diese zum Teil doch etwas außergewöhnlichen Serviceangebote umzusetzen?

Georg Hartmann: „Der Konkurrenzdruck der Mitbewerber steigt stetig. Der Handel im Internet wächst täglich. Also muss der stationäre Handel auf seine Stärken setzen: Service, Qualität und persönliche Beratung.“

Wie ist das bisherige Feedback von den Bürgern und Besuchern ausgefallen?

Georg Hartmann: „Die Hattinger und die Besucher Hattingens sind begeistert von dem Angebot. Sie schätzen unseren Service sehr und nehmen ihn gerne an.“

Faltblatt der Stadt Hattingen: Eine Frau hält einen Regenschirm und schaut in den Himmel in die Kamera. Falltblatt hat aufschrifft Hattingen hat Regen... ... Schirme

Abbildung: HATTINGEN Marketing

Sind in Zukunft noch weitere solcher Angebote in Hattingen geplant?

Georg Hartmann: „Ja. Wir wollen den Bereich „Service“ gemeinsam mit dem stationären Handel immer wieder auf den Prüfstand stellen und neue Ideen entwickeln. Die neueste Entwicklung ist die Hattingen-App. Als Inhalte werden neben den Neuigkeiten und touristischen Inhalten auch verschiedene Branchen aufgeführt, mit Informationen über Adressen, Öffnungszeiten und Angeboten.“

Vielen Dank für das nette Gespräch.

Die Stadt Hattingen versucht, dem stetig größer werdenden Konkurrenzdruck einen tollen Service entgegenzustellen. So wird der Einkauf in der Innstadt direkt attraktiver. Ich glaube, dass die Städte und Händler der Innenstädte auch in Zukunft weiterhin auf ein solches Qualitätsmerkmal setzen sollten, um es schlussendlich auch zu ihrem USP zu machen.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.

2018-11-15T14:28:47+00:001. Februar 2017|

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