Kennen Sie “Logo Quiz”? In dieser App geht es darum, anhand verfremdeter Logos die dahinterstehende Marke zu erraten.

Es ist manchmal verblüffend, wie sich diese Symbole zum Teil unbewusst in unser Gehirn einbrennen und wir diese automatisch mit einem Unternehmen in Verbindung setzen können, selbst wenn wir nur einen kleinen Ausschnitt davon sehen.

Diese Unverwechselbarkeit kann man aber nicht nur mit einem Firmenschriftzug erzeugen.

Der Weihnachtsmann winkt und hat einen vollen Sack über seiner rechten Schulter.

Foto: Kirill Kedrinski – Fotolia.com

Das wird mit dieser kleinen Übung deutlich: Schließen Sie die Augen und denken sie an die Werbeauftritte von Coca Cola.

Sie werden jetzt vielleicht Bilder vom Coca Cola-Weihnachtstruck vor sich sehen, der durch eine verschneite Landschaft fährt; weihnachtliche Musik spielt im Hintergrund und Kinder laufen durch den Schnee.

Oder, damit spreche ich wohl eher die weiblichen Leser an: Sie denken an den nicht ganz unattraktiven Mann aus der Cola light-Werbung, der nach getaner Arbeit einen kräftigen Schluck aus der Cola-Dose trinkt.

Vielleicht fallen Ihnen auch diverse Anzeigenmotive und die Produktgestaltung des Unternehmens ein.

Alle diese Elemente haben dieselbe Anmutung, die Sie schon ohne das Logo wissen lässt: Hier haben Sie es mit der Markenwelt von Coca Cola zu tun.

Diese Anmutung nennt sich Corporate Design.

Auch wenn der Begriff oft im Zusammenhang mit großen Unternehmen und aufwendigen Markenkonzepten verwendet wird, ist der Grundgedanke meiner Meinung nach für Firmen jeder Größe und Branche interessant: Die Vereinheitlichung des Unternehmensauftritts in der Darstellung nach innen und nach außen.

Alles wie aus einem Guss

Wie wird diese einheitliche Darstellung erreicht?

Idealerweise erstellt man zunächst einen Leitfaden, der Vorgaben für alle wichtigen Kommunikationsmaßnahmen einer Firma enthält.

Ob Printanzeige, Prospekt oder Onlineshop: Welche Schriftarten und -größen, welche Farben, Bilder und welche sprachlichen Ausdrücke verwendet werden, ist in diesem Leitfaden festgelegt. So ziehen sich diese Elemente wie ein roter Faden durch alle Auftritte Ihres Unternehmens.

Der Vorteil eines solchen Design Manuals besteht auch darin, dass Dritte (z.B. Agenturen) mit dessen Hilfe ohne großen Briefing-Aufwand die Gestaltung von Unternehmensmaterialien übernehmen können. Natürlich kann das Design Manual unterschiedlich umfangreich gestaltet werden.

Während es in manchen Firmen vielleicht nur Werbemaßnahmen, Briefpapier und Onlineauftritt erfasst, regeln andere Unternehmen darin auch Komponenten wie Warenpräsentation, Ladeneinrichtung, Kundenansprache oder die Uniform des Personals.

Was bringt mir Corporate Design eigentlich?

Klare Frage, klare Antwort: Es schärft das Unternehmensprofil und sorgt für eine hohe Wiedererkennbarkeit Ihres Unternehmens. Je stärker Sie auf die Wiederholung bekannter Motive und Stilelemente setzen, umso vertrauter wird die Öffentlichkeit damit.

Diese Kontinuität in Ihrem Werbeauftritt schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie sorgen für Glaubwürdigkeit und einen professionellen Eindruck und gleichzeitig für eine bessere Durchsetzung im Markt. Auch erreichen Sie, dass Mitarbeiter und potenzielle neue Mitarbeiter sich mit Ihrem Unternehmen besser identifizieren können.

Der einheitliche Auftritt macht das Selbstbild Ihres Unternehmens und seine Ziele sichtbar. Und wie kann man einen Mitarbeiter mehr für sich begeistern, als mit einer gemeinsamen Zielsetzung?

Wie setze ich dies für mein Unternehmen um?

Natürlich braucht nicht jede Firma eine eigene Mitarbeiteruniform. Wenn Sie aber feststellen, dass wichtige Teile Ihres Unternehmensauftritts nicht richtig zusammenpassen, empfiehlt sich eine gezielte Optimierung.

Konzentrieren Sie sich am Besten zunächst auf die wichtigsten Kommunikationsformen und bauen Sie Ihre Strategie dann nach und nach auf alle Kanäle aus.

Ein guter Eindruck für jedes Budget

Variante a) Ein Designwettbewerb im Netz.

Corporate Design in Form von graphischen Vorlagen für Briefpapier, Websites und Prospekten muss nicht teuer sein.

Auf speziellen Internet-Plattformen kann man beispielsweise für kleines Geld eine Art Designwettbewerb ins Leben rufen. Dazu müssen Sie nur einen kurzen Online-Fragebogen zur Art Ihres Unternehmens und der gewünschten Stilrichtung ausfüllen.

Diverse Designer können dieses Briefing dann abrufen und bearbeiten. Sie bekommen von der Plattform eine Auswahl der Kreationen zugeschickt und bezahlen nur die, die Ihnen am Besten gefällt. Anbieter solcher Services ist beispielsweise www.99designs.de.

Dabei ist natürlich zu bedenken, dass Sie die entsprechenden Designs dann intern an die jeweiligen Kanäle anpassen müssen.

Variante b) – Einsatz freier Mitarbeiter

Eine zweite Möglichkeit wäre es, einen freien Grafikdesigner mit der Erstellung und Umsetzung des Corporate Designs zu betrauen. So können Sie sich punktuell gezielt die Unterstützung suchen, die Sie brauchen, schaffen aber keinen langfristigen Kostenfaktor.

Wenn sie Ihr CD allerdings ständig weiterentwickeln wollen, kann es sein, dass es mit freien Mitarbeitern je nach Auftragslage längere Wartezeiten gibt.

Variante c) – Zusammenarbeit mit einer Agentur

Natürlich besteht immer auch die Option, eine Agentur mit der Betreuung des unternehmenseigenen Corporate Designs zu beauftragen. Diese Option kann für KMU aber schnell zu kostenintensiv sein.

In der Praxis zeigt sich daher auch häufig eine Vermischung der genannten drei Möglichkeiten.

Ramona Niggemann

Von Ramona Niggemann

Ramona Niggemann arbeitet seit 2012 als Mediaberaterin beim Lokalradiosender Radio Sauerland. Die Medienwissenschaftlerin ist zudem zertifizierte Online Marketing Managerin und stellv. Verkaufsleiterin Radio.