Alles steht Kopf! So fühlen sich in Corona-Zeiten Inhaber und Mitarbeiter vieler Firmen. Damit aber nicht kopflos gehandelt wird, haben wir einige generelle Tipps für Firmen zusammengestellt.

1. Wie schaffe ich Überblick in verworrenen Zeiten?

Erstellung eines Planes

In Sachen Corona unterstützen öffentliche Stellen. So hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Handbuch verfasst. Dieses soll helfen, wesentliche notwendige Schritte festzulegen und einen Pandemieplan aufzustellen.

Grundlage jeglicher strukturierter Reaktion auf einen Ernstfall ist ein Notfallplan.

Es behandelt im Wesentlichen medizinische und betriebsorganisatorische Fragen. Für die aktuelle Phase – während der Pandemie – sind dies u.a. Folgende:

  • Wie sehen die Maßnahmen zur Sicherstellung relevanter Hygiene-Maßnahmen innerbetrieblich aus?
  • Was sind wesentliche Punkte zur Aufrechterhaltung des Kernbetriebs, also welche Aufgaben werden durch wen sichergestellt und wer kann im Krankheitsfall vertreten?
  • Wie ist die Kommunikation innerhalb des Betriebs und nach außen geregelt?
  • Welche innerbetrieblichen Vereinbarungen bestehen mit dem Betriebsrat?
  • Es wird empfohlen, ein betriebsinternes Handbuch zu erstellen und dies an die Mitarbeiter weiterzugeben.

>>> Hier können Sie das Handbuch einsehen <<<

2. Wie vermeide ich eine Räumung des Betriebs?

Der absolute Super-Gau ist ein Mitarbeiter, der bereits erkrankt oder als Verdachtsfall den Betrieb betritt. Dann drohen vorübergehende Schließung der Räumlichkeiten und eine 14-tägige Quarantäne für alle Anwesenden. Eckpunkte, wie Hygiene und anderes betriebsintern zu gewährleisten sind, haben wir bereits erläutert.

Dazu haben sich viele Betriebe entschlossen die Kollegen ins Homeoffice oder ins Mobileoffice zu schicken. Dies kann jedoch nicht ohne Einverständnis des Mitarbeiters geschehen.

Darüber hinaus muss die Anbindung des mobil arbeitenden Mitarbeiters, in den Kommunikations- und/oder Produktionsprozess gegeben sein.

Meetings werden digital per Telefon- oder Videokonferenz durchgeführt.

3. Wie kann ich die geänderten Rahmenbedingungen für das Marketing nutzen?

Welche Zielgruppe spreche ich an?

Viele Unternehmen setzen nun verstärkt auf eine Intensivierung der Beziehungen zum bewährten Kundenstamm. Hier besteht ein Vertrauensverhältnis, und Kontaktpflege während einer für alle schwierigen Zeit wird selbiges sicherlich noch stärken.

Die kommunizierten Inhalte sollten darauf abzielen, was das eigene Unternehmen mit seinen Dienstleistungen und Produkten gerade in dieser Zeit an Nutzen generieren kann.

Ansprache an den Kunden und Organisation im Vertriebsprozess

Da Messen, Kongresse und Produktpräsentationen, an denen körperlich teilgenommen wird, derzeit ausfallen, setzt die Branche auf Online-Lösungen zur Stärkung des digitalen Vertriebs. Um dies zu finanzieren, müssen Budgets umstrukturiert werden.

Denn um die nun geforderten Inhalte umzusetzen und den notwendigen Traffic zu organisieren, ist Manpower – und natürlich auch Frauenpower – gefragt. Darüber hinaus sind nun die passenden Lösungen in der Marketing Automation notwendig.

Welche Präsentationsform ist die richtige?

Auch die Organisatoren von Messen und Events müssen in Corona-Zeiten Alternativen entwickeln. So bieten viele Anbieter derzeit digitale Events an, die im Grunde nichts anderes als Webinare sind. So können sich Kunden oder potenzielle Kunden ohne Ansteckungsgefahr informieren.

Die aufgezeichneten Webinare können auch in anderen Kommunikationsprozessen, so auch als Online-Angebot, weiterverwendet werden.

4. Wie können Kosten eingedämmt werden?

Wie helfe ich mir selbst?

Betriebe sollten genau prüfen, welche Ausgaben bei den derzeit zurückgefahrenen Aktivitäten wirklich nötig sind.

Bei avisierten Dienstreisen kann man u.a. ansetzen.

  • Die Deutsche Bahn hat sogenannte Kulanzregelungen aufgelegt, die allerdings eher die Umbuchung erleichtern, als Geld zurück in die Kasse zu spülen.
  • Bei den Airlines sieht die Sachlage unterschiedlich aus, zumeist gibt es hier zumindest das Angebot einer gebührenfreien Umbuchung.
  • Fortbildungen für die Mitarbeiter sind digital sowieso sicherer und auch günstiger.

Wie hilft der Staat?

Vom Bundesfinanzministerium und vom Bundeswirtschaftsministerium wurde ein Bündel von Maßnahmen in Aussicht gestellt. Den „Milliarden-Schutzschild“ nennt das die Regierung. Milch und Honig fließen damit allerdings beileibe nicht.

  • Die Kurzarbeiter-Regel wird bis Anfang April angepasst.
  • Um für den Notfall Kredite oder Bürgschaften bei der staatlichen KfW-Bank zu erhalten, können sich kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler wie auch Konzerne an ihre Hausbank wenden.
  • Bereits bestehende Programme für Liquiditätshilfen werden stark erweitert, um das in Anspruch nehmen von günstigen Krediten zu erleichtern.
  • Außerdem werden bestehende Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet und Sonderprogramm neu aufgelegt.

FAZIT

Verlieren Sie nicht den Kopf und behalten Sie den Überblick – die Zeiten ändern sich auch wieder. Die Zeit der Corona-Epidemie ist für alle Betriebe eine große Herausforderung. Da hilft weder, den Kopf in den Sand zu stecken, noch ihn zu verlieren. Ein klarer Plan hilft, den Überblick nicht zu verlieren und die Krise zu meistern. Marketing, Produktausrichtung, Finanzen: Die anstehenden Themen drohen zu erdrücken.

Aber: Alle stehen vor Problemen und das hat sein Gutes. Es gibt viele Hilfsangebote, technisch, finanziell und auch moralisch. Nutzen Sie sie und agieren Sie mit Bedacht. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.

Markus Grenz

Von Markus Grenz

Als Journalist ein Exot bei der Funke Media Sales. Hat sich in der Serviceredaktion das große Herz für die oftmals gar nicht so „kleinen Dinge“ vor der eigenen Haustür erhalten.