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  • View Larger Image Mit Lieferservice und Sonderprodukten stellt sich der stationäre Einzelhandel digital auf. Foto: Gerhard Seybert/Fotolia

    Mit Lieferservice und Sonderprodukten stellt sich der stationäre Einzelhandel digital auf. Foto: Gerhard Seybert/Fotolia

Come on, buy off: So profitieren Einzelhändler von der Digitalisierung

Frische Lebensmittel kommen vom Hofladen, Getränke liefert der Supermarkt, über das Sortiment des Schreibwarenlädchens informiert die Website. Einzelhändler im Ruhrgebiet denken digital – und erzielen damit beachtliche Erfolge.

Dem Kunden begegnen – daheim, im Geschäft oder in der Straßenbahn

Dabei muss es nicht unbedingt ein Onlineshop sein, durch den kleine und mittlere Unternehmen ihr Ladengeschäft ergänzen. Wichtig ist, dass Sie zunächst die sogenannte Customer Journey ins Auge fassen und berücksichtigen. Darunter versteht man alle mit dem Kauf im Zusammenhang stehenden Handlungen, die Ihre (potenziellen) Kunden ausführen, bevor Sie einkaufen oder bestellen. Und alle Berührungspunkte (Touchpoints), die sie dazu bewegen könnten, genau dies in Ihrem Geschäft zu tun.

Wo beginnt das Einkaufserlebnis Ihrer Kunden? Zu Hause am PC, unterwegs am Smartphone oder vor Ihrer Ladentür? Und was können Sie tun, um Ihr Angebot möglichst vielen Interessenten schmackhaft und vor allem bekannt zu machen?

Sich als Einzelhändler digital aufstellen – erste Schritte

Ihre Offline- und Onlinegeschäfte zu verbinden, heißt letztlich, dem Bedürfnis vieler Kunden nachzukommen, bequem und ohne Ladenschluss an benötigte Informationen zu kommen. Dazu können Sie beispielsweise

  • eine eigene Website oder ein Content-Management-System (wie WordPress oder Joomla) nutzen (mit oder ohne Bestellfunktion).
  • Bannerwerbung, Facebook- und AdWords-Anzeigen schalten, die einer ausgewählten Zielgruppe angezeigt werden.
  • eine ausführliche Beratung online wie offline anbieten.
  • eine ausgeklügelte Crossmedia-Kampagne (on air und online kombiniert) mit dem Berater Ihres Lokalradiosenders planen.
  • eine App entwickeln (lassen), mit der Kunden und Interessenten wichtige Informationen jederzeit zur Hand haben oder auch Reservierungen und Vorbestellungen tätigen können.

Sie beraten und der Onlinehändler freut sich über die Bestellung? Jetzt nicht mehr!

Geht ein stationärer Einzelhandel den digitalen Weg, also online, gewinnt er generell an Möglichkeiten, in den Herzen und Hirnen seiner Kunden präsent zu sein: Auf dem häuslichen Sofa oder beim Shopping-Bummel im Zentrum. Beginnt der Erstkontakt zu neuen Kunden online, finden Sie Argumente und Alleinstellungsmerkmale, die den Wunsch in ihm wecken, in Ihrem Ladengeschäft einzukaufen.

Lassen sich Kunden in Ihrem Laden gern beraten, um dann online bei einem Mitbewerber zu bestellen? Dann nutzen Sie das Beratungsgespräch in Zukunft, um sich die E-Mail-Adresse Ihres Kunden zu notieren. Geben Sie ihm eine Visitenkarte mit der Internetadresse Ihres Unternehmens mit, über die er eine Bestellung tätigen oder bestätigen kann. Oder erinnern Sie ihn per E-Mail sanft, aber nachdrücklich an Ihr Beratungsgespräch und seinen Kaufwunsch. Haken Sie nach, ob das Angebot passend war oder ob es weitere Fragen gibt.

Sie müssen für die Bestellabwicklung auch nicht zwingend einen eigenen Vertriebsweg aufbauen. Bieten Sie dem Kunden an, sich die gewünschte Ware vor Ort abzuholen. Vorteile dieser Vorgehensweise liegen zudem darin, dass

  • Sie bereits persönlichen Kontakt zum Interessenten aufbauen konnten.
  • der Kunde die Möglichkeit hat, sich über ein Produkt zu informieren und es haptisch, visuell oder über eine weitere Sinneserfahrung zu erleben.
  • Sie den Kunden von Ihrer Erfahrung und Ihrem Sachverstand bereits überzeugen konnten.

Best Practice vom digitalen Einzelhandel – Sind Sie schon dabei?

Beispiele, wie sich Online- und Offlinehandel verbinden lassen, gibt es bei uns im Ruhrgebiet bereits viele. Sei es der Rewe-Markt, der seinen Kunden nun eine (gewinnende und bindende) Bestellflatrate anbietet. Oder der Fliegen- und Krawattenhändler, der aus einer Not eine Tugend machte und einen Onlineversand für qualitätsbewusste Herrenmode auf die Beine stellte.

Was die Beispiele zeigen und lehren, ist, dass sowohl Einzelhändler mit breit gestreutem Sortiment als auch solche, die eine Nische bedienen, davon profitieren können, digitales Geschäft und Filialhandel zu verbinden. Vorbereitend jedoch bestimmen die Interessen und Anliegen Ihrer (potenziellen) Kunden den Fahrplan der erforderlichen Digitalisierung:

  • Wer gehört zu Ihrer Zielgruppe, die Sie online erreichen wollen?
  • Wie und mit welchen Dienstleistungen oder Services kommen Sie dieser Zielgruppe entgegen?
  • Welche Pfade führen von Ihrer Website oder einem Social Media-Auftritt zu Ihrem Geschäft und zurück?

Dass und wie sich ein stationärer Einzelhandel digital am besten aufstellt, ist übrigens auch Schwerpunktthema des dritten eCommerce-Tages NRW, der am 30. Mai 2018 in Dortmund stattfindet. Wir sind schon sehr gespannt, was die Gäste aus Politik und Wirtschaft zu diesem Thema zu sagen haben. Zudem interessiert uns auch, welche Erfahrungen Sie bereits gemacht haben.

Wie ist Ihre Meinung zur Situation im Ruhrgebiet? Haben Sie den Schritt in die digitale Geschäftswelt bereits gewagt? Oder zögern Sie noch aus einem bestimmten Grund? Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Tipps und Hinweise.

Hendrik Weyers

Von Hendrik Weyers

Journalismus, Mediendesign und Tech Enthusiast. Arbeitet als Mediengestalter für das Portal Marketing im Pott.

2018-05-02T09:44:50+00:00

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