Marketing im Pott – der Marketing-Blog für das Ruhrgebiet

Business Knigge Teil 2 - darauf sollten Sie achten!

Veröffentlicht am 29.09.2016 in Marketing & Management

Der Ranghöchste wird immer als Erster begrüßt? Marketing im Pott klärt auf. Foto: Robert Kneschke/Fotolia.

Das Erscheinungsbild einer Person, das Auftreten innerhalb einer Gruppe, das Präsentieren von sich und seinem Unternehmen und das Verhalten anderen gegenüber, ist abhängig von so vielen Faktoren.

Ist man männlich oder weiblich? In welchem Kulturkreis ist man aufgewachsen? Welche Erziehung hat man genießen dürfen? Welche Erfahrungen hat man in seinem bisherigen Leben gemacht? In welchem Alter ist man? In welcher Branche ist man tätig und bei welchem Unternehmen arbeitet man?

Da stellt sich die Frage, wie können Menschen untereinander eine vernünftige Kommunikation führen? Da sind Streitereien doch wohl vorprogrammiert, oder nicht!?

Für das vernünftige Miteinander bedarf es einer gesunden Basis, um gute Kommunikation erlebbar zu machen. Um die Orientierung zu behalten, benötigt man einen Rahmen, in dem man sich sicher fühlt und weiß, dass man mit seinem Verhalten nicht aneckt. Oder besser noch: Mit dem man mit Sympathie punkten kann.

Die wichtigsten Regeln

Ich möchte mich nicht bei einem wichtigen Geschäftstermin verunsichern lassen und mir Gedanken machen müssen, ob ich bezüglich meines Verhaltens „negativ“ auffalle, weil ich z. B. nicht weiß, in welcher Reihenfolge ich meine Geschäftspartner begrüßen muss. Ich möchte mich gezielt bei diesen Terminen auf meine Aufgabe konzentrieren z. B. meinen Gesprächspartnern die passenden Leistungen und Produkte aus meinem Unternehmen zu präsentieren. Mit dem Ergebnis am Ende meines Gespräches neue Kunden gewonnen zu haben, die langjährige Geschäftspartner bleiben.

Denn je sicherer und souveräner mein Auftreten ist, desto authentischer komme ich bei meinem Gegenüber an. Das ist ein elementar wichtiger Baustein, um erfolgreich zu sein. Es gibt viele Ratgeber, unzählige Literatur, Etiketten-Workshops, Coaches und vieles mehr, die dieses Thema ausführlich behandeln.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die für mich wichtigsten Regeln festzuhalten, die die absolute Basis bilden. Je nachdem in welcher Branche bzw. in welchem Umfeld man tätig ist, sollte man sich mit den Benimmregeln im Beruf auskennen.

Achten Sie auf Ihr Äußeres!

Auch wenn es sich sehr oberflächlich anhört, aber es stimmt: „Nicht nur die inneren Werte zählen“. Die Körperpflege und der Kleidungsstil sagen sehr viel über die Person aus. Und ich meine damit nicht, dass man am besten Anzug und Krawatte und als weibliches Pendant ein Kostüm tragen sollte. Das ist für viele Branchen sicherlich nicht die beste Berufsbekleidung. Sondern es kommt oft auf das wie an. Sie können als Frau ruhig viel Schminke verwenden, es muss nur stilvoll aufgetragen sein.

Auch der Handwerker mit seiner Latzhose repräsentiert das Unternehmen, genauso wie der Verkäufer. Daher sollten alle darauf achtgeben, wie man nach außen wirkt. Auch wenn man es als selbstverständlich ansehen sollte, ist es aber nicht: Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nicht zu sehr abgetragen und fleckenfrei ist.

Bei vielen Unternehmen ist die einheitliche Kleidung der Ausdruck der Corporate Identity. Wenn Ihr Arbeitgeber keinen Dresscode vorgibt, orientieren Sie sich an Ihrem Umfeld und schauen Sie, wie sich Ihre Kollegen präsentieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was zu Ihrem Typ passt: Stilberater helfen Ihnen hier sicherlich weiter.

Das Gesamtbild muss einfach stimmen.

Kann man Sie gut riechen?

Business_Knigge.jpg

Jeder weiß mittlerweile, dass evolutionsbedingt Körpergerüche individuell von jedem unterschiedlich – sprich entweder als angenehm oder unangenehm – wahrgenommen werden. Wie Ihr Gegenüber Sie wahrnimmt und ob er Sie „riechen“ kann, bleibt in den meisten Fällen sein Geheimnis.

Parfums wecken bei jedem andere Assoziationen und Emotionen. Vielleicht tragen Sie gerade das Parfum, was der „Ex“ immer getragen hat. Das könnte unschön für Sie werden…

Auch wenn es nun heißen könnte, nicht immer auf die „armen Raucher“…Ich glaube fast jeder kann verstehen, dass kalter Rauch, der an Kleidung oder Haaren hängt, nicht unbedingt angenehm ist. Wer will denn schon mit einem kalten Aschenbecher sprechen? Hier hilft es meistens das Rauchen nach draußen zu verlegen, zwischendurch sich etwas frischzumachen, und das Rauchen in kleinen Räumlichkeiten z. B. im Auto vor einem Kundentermin zu vermeiden.

Der Geruchssinn ist sehr fein. Wie wichtig dieser Sinn ist, haben bereits einige Unternehmen erkannt. Mit Duftmarketing versuchen sie Ihre Kunden „einzufangen“ und diese bewusst bzw. unbewusst über diesen Sinn zu erreichen und positiv zu beeinflussen.

Ein Beispiel: Um die Leute von der Straße in die Backstube zu locken, werden appetitanregende Gerüche „der Duft von frisch gebackenen Brötchen“ auf die Straße geleitet.

Daher achten Sie auch im kleinen Rahmen auf Körperhygiene und tragen Sie das Parfum oder Aftershave eher dezent auf.

Kurz gesagt, je weniger Sie hier bewusst „auffallen“ desto besser.

Seien Sie immer pünktlich

Zu einem Geschäftstermin muss man immer pünktlich erscheinen. Pünktlichkeit wird von Ihrem Gesprächspartner absolut erwartet. Es ehrt Sie nicht, wenn Sie pünktlich kommen. Doch wenn Sie unpünktlich sind, fällt dies sofort negativ auf. Es lässt Ihren Gesprächspartner vermuten, dass Sie unzuverlässig sind, es womöglich mit vielem nicht so genau nehmen und wirkt absolut unseriös. Das ist für eine vertrauensvolle Partnerschaft, die Sie womöglich aufbauen oder pflegen wollen, keine gute Basis, sondern der absolute Fehlstart.

Sollten Sie trotzdem mal bemerken, dass Sie es zum vereinbarten Termin nicht rechtzeitig schaffen werden, melden Sie sich telefonisch bei Ihrem Gesprächspartner und kündigen Sie Ihre Verspätung an. Eine Entschuldigung muss hier ausgesprochen werden.

Begrüßung

Was vielseitig gefordert wird, wird im Businessalltag gelebt: Ob Mann oder Frau spielt hier keine Rolle, was einzig zählt ist die Rangfolge im Unternehmen. Denn der Ranghöchste wird als Erster begrüßt. Neben den „Chefs“ stehen Kunden und wichtige Geschäftspartner immer ganz oben in der Hierarchie.

Begrüßen Sie Ihre Gesprächspartner am besten per Handschlag. Dieser sollte nicht zu fest sein, aber auch nicht zu lasch. Ein Lächeln auf Ihren Lippen strahlt Offenheit aus.

Sprechen Sie Ihr Gegenüber mit Namen an. Sollten Sie diesen nicht kennen, ist es üblich, dass man sich kurz vorstellt bzw. dass man von Dritten vorgestellt wird. Hier gilt es, dass der Rangniedere dem Ranghöheren vorgestellt wird, sodass dieser sofort zuordnen kann, wen er hier vor sich hat.

Wenn Visitenkarten ausgetauscht werden, stecken Sie diese nicht sofort in Ihre Tasche, sondern schauen Sie sich diese kurz an. Auch hier gilt, der Ranghöchste gibt die Karte zuerst.

Bleiben Sie immer höflich

Von einem Meeting ins andere hetzen, zwischendurch noch schnell Telefonate und Kundengespräche führen. Der Arbeitsalltag kann schon mal ganz schön stressig sein.

Schenken Sie trotzdem jedem Gesprächspartner die absolute Aufmerksamkeit. Wenn dieser merkt, dass Sie sich für ihn und seine Belange wirklich interessieren, kann Großes dabei entstehen. Sie müssen nicht immer einer Meinung sein, aber vertreten Sie Ihren Standpunkt immer sachlich.

Zeigen Sie mit Ihrer Körpersprache, dass Sie offen für einen kommunikativen Austausch sind. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner ruhig kurz in die Augen, das unterstreicht, dass Sie sich auf das Gespräch konzentrieren. Versuchen Sie Ihre Arme nicht zu verschränken. Stehen oder sitzen Sie Ihrem Gegenüber in aufrechter Haltung entgegen.

Trotzdem bewahren Sie eine gewisse Distanzzone und versuchen Sie Berührungen zu vermeiden.

Lassen Sie das Telefon während Ihres Gespräches klingeln. Gehen Sie nur dran, wenn es äußerst wichtig ist. Auch das Lesen von eingehenden E-Mails ist unpassend. Konzentrieren Sie sich auf das, was gerade vor Ihren Augen passiert.

Es wird nicht nur von Ihrem Gesprächspartner vis-a-vis als störend empfunden, wenn Sie Telefongespräche während eines Termins annehmen, sondern auch Ihr Gesprächspartner in der Leitung möchte Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit haben. Daher lassen Sie das Telefon klingeln und rufen Sie lieber zurück.

Fazit

„Business Knigge“ ist ein sehr umfangreiches Thema und es lohnt sich tiefer in diese Materie einzutauchen. Die heute genannten Punkte sind absolute Basics und sollten von allen angewandt werden können.

Mein Tipp: Wenn Sie mit unterschiedlichen Branchen arbeiten, würde ich vorab prüfen, ob es gewisse Geflogenheiten in dieser Branche gibt, auf die man in jedem Fall achten sollte.

Lehrgang: Online Marketing Manager – Infos & Anmeldung

verwendete Bilder: © Robert Kneschke - Fotolia.com

  • Kommentare zu diesem Artikel öffnen