, MarketingAus Liebe zum Hersteller – Kundenbindung durch Markentreue

Aus Liebe zum Hersteller – Kundenbindung durch Markentreue

Herzform aus zwei Händen

Foto: Thaut Images – Fotolia.com

Aus Liebe tut man manchmal verrückte Dinge. Sie lässt kaum einen rationalen Gedanken zu, Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen und obwohl wir es manchmal logisch nicht erklären können, würden wir den Empfänger unserer Liebe gegen alle Einwände verteidigen.

Ich glaube, dass jeder – manch einer zögerlicher als der andere – mit dem Kopf nicken wird, wenn ich behaupte: Emotionen, allen voran die Liebe, beeinflussen unser Leben jeden Tag.

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, was das alles mit Kundenbindung zu tun hat. Ich möchte Ihnen in meinem heutigen Blogpost erklären, warum die Liebe Ihrer Kunden zu Ihren Produkten und Ihren Marken von enormer Bedeutung ist.

Viele Marken – Keine Übersicht

Die Anzahl der Anmeldungen Nationaler Marken im Jahr 2014 lag laut Deutschem Patent- und Markenamt bei 66.613. Dies ist ein Anstieg zum Vorjahr um rund 10,7 %. Diese Zahl verdeutlicht nur zu genau, warum der Verbraucher im übertragenden Sinne den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann.

Es ist nachgewiesen, dass jeder Verbraucher nur eine gewisse Anzahl von Marken akzeptiert. Daher lautet die Devise: Differenzierung vom Wettbewerb! Damit erzähle ich Ihnen natürlich nichts Neues. Die Dringlichkeit dieser Strategie hat in den letzten Jahren aber eher zu- als abgenommen.

Aufgrund einer durchgehend höheren Qualität der Produkte – die schon fast zum Standard geworden ist – müssen Unternehmen mehr denn je ein anderes Alleinstellungsmerkmal finden, um sich aus der Menge der Anbieter hervorzuheben.

Markenidentität aufbauen

Der erste Schritt in die richtige Richtung: Eine Markenidentität aufbauen! Ohne eine solche Identität können Sie keine Beziehung zu Ihren Kunden aufbauen. Sie geben Ihrer Marke damit eine Persönlichkeit. Diese legen Sie am besten vorher anhand von ausgewählten Merkmalen fest, die Ihrer Ansicht nach mit Ihrer Marke in Verbindung gebracht werden sollen.

Diese Markenidentität sollte Ihre Unternehmenskommunikation und Ihre Werbebotschaften beeinflussen, damit sie sich im Bewusstsein der Verbraucher verankern kann. Die Wahrnehmung der Verbraucher bezeichnet man wiederum als Markenimage. Ideal ist es, wenn die ausgewählte Markenidentität und das entstandene Markenimage übereinstimmen.

Emotionale Wirkung von Marken

Und jetzt kommt die Liebe ins Spiel. Wenn Sie es schaffen, dass die Marken-Kunden-Beziehung so stabil wird, dass sich eine emotionale Wechselbarriere aufbaut, dann können Sie Kunden wirklich langfristig an Ihr Unternehmen binden. Eine emotionale Bindung ist gleichzeitig auch eine freiwillige Bindung. Der Kunde kann sich gar nicht vorstellen, seine Produkte bei einem anderen Hersteller zu kaufen.

Durch die Begeisterung für eine Marke oder deren Produkte nehmen Kunden sogar eine teilweise „gezwungene“ Bindung durch Produktspezifizierungen wie z. B. spezielle Kapseln für eine Kaffeemaschine oder die Nutzung einer bestimmten Software für ein Smartphone in Kauf.

Gebundenheit vs. Verbundenheit

Bei solch einer „gezwungenen“ Bindung redet man in der Fachliteratur von Gebundenheit an eine Marke. Das kann vertragliche, technische oder ökonomische Gründe haben. Verbraucher nehmen diese Gebundenheit meistens jedoch nur in Kauf, wenn es auch eine Verbundenheit gibt. Diese ist von psychologischer Natur und kommt daher, dass der Kunde die Beziehung zur Marke aufrechterhalten möchte.

Nutzen Sie also Ihre Markenidentität, schaffen Sie Emotionen und nutzen Sie diese, um die Kaufentscheidungen Ihrer Kunden zu beeinflussen. Sind Sie besonders erfolgreich, können Ihre Marken sogar den sozialen Status der Verbraucher beeinflussen. Egal ob Mode, Kommunikationstechnik oder Autos: Marken können zum Statussymbol werden.

Relationship Management

Wenn Sie es geschafft haben, eine Bindung zwischen Ihren Kunden und Ihrer Marke aufzubauen, sollten Sie diese Beziehung auch pflegen. Dabei geht es hauptsächlich darum, die Kundenzufriedenheit zu stärken und beizubehalten. Denn nur zufriedene Kunden sind auch liebende Kunden.

Aus Marketingsicht kommt hier das Relationship Management zum Einsatz. Dahinter verbergen sich sämtliche Aktivitäten, die die Beziehung zwischen Kunde und Marke pflegen sollen. An erster Stelle sollten dort immer die Bedürfnisse der Kunden stehen. Diese sollten Sie kennen und befriedigen.

Oft nutzen Unternehmen CRM-Systeme, um die Interaktion mit ihren Kunden dokumentieren zu können. Fast genauso wichtig ist die Interaktion mit den Verbrauchern. Sowohl ein professionelles Beschwerdemanagement sowie die ständige Pflege und Nutzung der Social Media Kanäle sollte daher zum Standard gehören.

Fazit

Ich gebe es zu: Auch ich bin verliebt – in ein Telefon mit Apfel. Auch wenn es hin und wieder stark kritisiert wird, hat das Produkt und damit auch die Marke mich irgendwie überzeugt. Ich fühle mich wohl damit, kenne mich mit der Technik und der Software aus. Somit greift hier noch ein zweiter Mechanismus, der sich in jeder guten Liebesbeziehung irgendwann einschleicht – die Gewohnheit.

Auch wenn Sie Zweifel haben, ob Sie in der Lage sind, so eine Marke zu erschaffen, möchte ich Ihnen heute Mut zusprechen. Es kann sich wirklich lohnen, denn die Verbraucher sind mehr denn je auf der Suche nach Markenerlebnissen und nach Orientierung in einem stark gesättigten Markt.

Kati Blumenrath

Von Kati Blumenrath

Arbeitet seit 2014 als Projektmanagerin und Bloggerin für Marketing im Pott.

Von | 2017-08-10T17:10:02+00:00 10. Februar 2016|Management, Marketing|0 Kommentare

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