, MarketingAus Gelsenkirchen in die Welt: Eine Stadt arbeitet an ihrem Image

Aus Gelsenkirchen in die Welt: Eine Stadt arbeitet an ihrem Image

Keine Flugreisen, keine Eiswaffeln oder kein Brandschutz – würde es Gelsenkirchen und seine Unternehmen nicht geben, wären das nur einige der daraus entstehenden Konsequenzen. Denn die Stadt muss sich nicht verstecken, sie hat einiges zu bieten!

Ein Mann arbeitet an einem Geflecht aus Rohren

Abbildung: Stadt Gelsenkirchen

Um dies ganz Deutschland mitzuteilen und das Image des Wirtschaftsstandortes Gelsenkirchen in der öffentlichen Wahrnehmung zu optimieren, wurde jüngst eine groß angelegte Standortkampagne mit dem Titel „Gelsenkirchen. Mit uns wird´s was“ durchgeführt.

Ich habe mich mit Markus Schwardtmann, Leiter Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit Gelsenkirchen, getroffen, um mehr über diese Imagekampagne zu erfahren.

Herr Schwardtmann, wie ist die Idee zur Standortkampagne „Mit uns wird’s was“ entstanden?

Markus Schwardtmann: „Die Idee hierfür spukte schon eine ganze Weile in unseren Köpfen herum. Gelsenkirchen ist eine Stadt mitten im Ruhrgebiet und damit mit allen Vorurteilen behaftet,

die auch für’s übrige Revier gelten.

Wir wollen etwas dagegensetzen: Gelsenkirchen ist eine tolle Stadt, in der es sich gut leben, arbeiten und Geld verdienen lässt.

Eine Stadt, in der wichtige, innovative oder schlicht überraschende Produkte hergestellt werden. Ohne uns in Gelsenkirchen gibt‘s weltweit weniger Flugreisen, kaum noch Eiswaffeln in Mitteleuropa und schon gar keine Datensicherheit in Afrika. Erst mit uns wird’s was.“

Was ist das Ziel der Kampagne?

Markus Schwardtmann: „Der Kampagne liegt die Idee zugrunde, mit starken Marken und den „Hidden Champions“ unter den Unternehmen Werbung für den Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen zu machen. Zielgruppe der Kampagne ist die überregionale Öffentlichkeit.

Ganz besonders sind die Entscheider in Unternehmen (Inhaber, Vorstände, Geschäftsführer) von uns angesprochen worden. Langfristig zielt die Kampagne darauf ab, das Image des Wirtschaftsstandortes und der Stadt Gelsenkirchen in der öffentlichen Wahrnehmung zu optimieren.

Image des Wirtschaftsstandortes verbessern

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Interviewpartner: Markus Schwardtmann

Interviewpartner: Markus Schwardtmann

räsentiert werden letztlich über die Stärke der Unternehmen die Stärken des Standortes wie z. B. das attraktive Flächenangebot, die heimischen Fachkräfte oder die vorhandene Infrastruktur. Die Kampagne ist Grundlage für die weitere Positionierung des Wirtschaftsstandortes Gelsenkirchen in den kommenden Jahren.

Sie ist der Startpunkt und keineswegs der Abschluss der Aktivitäten zur Imageverbesserung und Gewinnung von potenziell neuen Unternehmen für die Stadt Gelsenkirchen. Und schließlich und ganz simple: Wir wollen die Erkennbarkeit des Wirtschaftsstandortes bundesweit erhöhen.“

Wie genau ist der Slogan entstanden?

Markus Schwardtmann: „Kaum zu glauben, aber tatsächlich wahr: Bei einem nachmittäglichen Brainstorming mit einem Kollegen in meinem Büro. Da haben wir die grobe Richtung einschließlich des Claims und der Ohne-uns-mit-uns-Mechanik weitgehend konzipiert.“

Wie und wo wurde die Kampagne beworben?

Mann hebt Glasscheibe mit schwerem Gerät

Abbildung: Stadt Gelsenkirchen

Markus Schwardtmann: „Die Kampagne wurde als integrierte Aktion crossmedial über Print, Plakate, Anzeigen, Internet mit viralen Elementen und Direktmailing zielgenau auf die Wirtschaftsentscheider in der Republik zugeschnitten.

Ausgangspunkt der Kampagnenplanung waren 13 Anzeigen im Handelsblatt, die zunächst einmal für ein „Grundrauschen“ sorgen sollen – hier wurde Aufmerksamkeit und Relevanz für den Wirtschaftsstandort Gelsenkirchen geschaffen.

Zum Abschluss der Anzeigenkampagne hat das Handelsblatt eine bis zu 20 Seiten starke Beilage veröffentlicht, in der für die sogenannten harten und weichen Standortfaktoren Gelsenkirchens geworben wurde. Die Auflage lag bei 140.000 Exemplaren.

Bewerbung über verschiedene Kanäle

Die Beilage hat dabei einen doppelten Nutzwert: Sie wird auch auf Messen (ExpoReal) und zu weiteren Gelegenheiten von der Wirtschaftsförderung werblich eingesetzt werden können. Geworben wurde außerdem in den 14 größten Städten Deutschlands auf insgesamt 519 Megalights (Großflächen), d. h. jede sechste Fläche in Deutschland war in der ersten Oktoberwoche 2015 durch die Kampagne belegt.

Pro Fläche werden wöchentlich 40.000 Kontakte generiert. Zusätzlich wurde im Rahmen der ExpoReal in München auf den Großflächen geworben. Mit Display-Werbung im Internet und Anzeigen auf hochrelevanten Entscheider-Websites (Spiegel online, Wirtschaftswoche) und auf Google Adwords wurde während des Kampagnenzeitraums von Anfang September bis Mitte November mit Bannern kontinuierlich geworben.

Zum Abschluss, in der Hochphase der Kampagne, wurde außerdem ein personalisiertes Print-Mailing an 10.000 Entscheider (Geschäftsführer, Inhaber, Vorstände) verschickt, das über die Stärken des Standortes informierte.“

Wann wird die Kampagne beworben und wie lange?

Markus Schwardtmann: „Das waren gut zehn Wochen, von Anfang September bis Mitte November.“

Wie waren die Resonanzen auf die Kampagne?

Markus Schwardtmann: „Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor. Nach einer ersten Auswertung haben wir aber über 45 Millionen Kontakte generieren können. Die weitaus meisten natürlich über unsere Online-Kampagne und der deutschlandweiten Out-of-Home-Belegung. Außerdem wurden unsere Kollegen von der Wirtschaftsförderung auf der ExpoReal – der weltweiten Gewerbeimmobilienmesse – sehr häufig auf die Kampagne angesprochen.

Auch die Zugriffszahlen der Landingpage passen ins Bild. Insgesamt wurde die Kampagne sehr stark wahrgenommen. Aber für ein endgültiges Resumèe ist es noch zu früh.

Man darf aber auch nicht die Binnenwirkung einer solchen Kampagne auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter vergessen. Die Resonanz war durchweg positiv. Die Unternehmen haben relativ schnell ihre Teilnahme zugesagt. Und das hat immerhin auch bedeutet, dass sie mit einem fünfstelligen Euroanteil mit dabei waren.“

Wie geht es nach der aktiven Bewerbung weiter?

Markus Schwardtmann: „Es muss einen zweiten Schritt geben. Darüber steigen wir stadtintern gerade in die Beratung ein. Sicher ist schon jetzt: Auf den erzielten Erfolg, das heißt die nun erreichte Wahrnehmbarkeit, müssen wir weiter aufsatteln.“

Vielen Dank, Herr Schwardtmann, für das informative Interview.

Gelsenkirchen hat also eine ganze Menge zu bieten und muss sich nicht verstecken. Die Stadt mit ihrer Unternehmerlandschaft steht, wie das ganze Ruhrgebiet, für Vielfalt und Produktivität. Und genau das bringt die Standortkampagne perfekt zum Vorschein.

Agierten die „Hidden Champions“ bisher doch zumeist eher im Verborgenen, so kann nun ganz Deutschland sehen, dass Gelsenkirchen als Wirtschaftsstandort bestens geeignet ist.

So wie die Kampagne das Image der ganzen Stadt aufwertet, sollte auch jedes einzelne Unternehmen das positive Standortgefühl nach außen tragen. Denn: „mit Gelsenkirchen wird’s was“! 

Stephanie Reger

Von Stephanie Reger

Stephanie Reger arbeitet seit 2010 als Mediaberaterin beim Lokalradiosender Radio Emscher Lippe.

Von | 2017-08-10T17:08:21+00:00 17. Februar 2016|Best Practice, Marketing|0 Kommentare

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