, MarketingAudio Branding – Eine Marke hörbar machen

Audio Branding – Eine Marke hörbar machen

Zu den ältesten Kulturtechniken unserer Zivilisation gehört – neben der Malerei – das Kombinieren von Tönen und Klängen zu Musik.

Soundwellen

Yurok Aleksandrovich/Fotolia

Schon früh, so vermuten Archäologen, wurden zu verschiedenen Anlässen fest definierte, rituelle Lieder gesungen und Melodien gespielt.

Denken Sie beispielsweise an das Glockengeläut von Kirchen, das Menschen seit Jahrhunderten in den Gottesdienst ruft; an Fanfaren, welche die Ankunft des Königs ankündigen; oder an die aggressiven Sirenen der amerikanischen Polizei.

All das sind Beispiele für Audio Branding. Wir verbinden einen Klang mit einer Institution.

Wie sieht Audio Branding heute aus und welche Rolle spielt es im Marketing?

Audio Branding definiert

Audio Branding (vom englischen to brand: „brandmarken“) bezeichnet das sprichwörtliche Einbrennen auditiver Sinneseindrücke. Dazu gehören ganze Musikstücke, einfache Klänge, markante Stimmen und einfache Geräusche.

Wesentlich ist die Wiedererkennbarkeit des Gehörten. Durch das wiederholte Hören einer Melodie, Klang oder Stimme wird sie unterbewusst einem bestimmten Produkt oder einer Marke zugeordnet.

Urinstinkt und Emotionsvermittler

Dass Audio Branding so einprägsam und effizient funktioniert, hat evolutionsbiologische Ursachen. Stellen Sie sich den Menschen als Jäger in der Wildnis vor; gleichzeitig ist er Beute für Raubtiere.

Seine Augen fokussieren sich stets auf einen ganz bestimmten Punkt, vielleicht das Gebüsch, in dem sich die potentielle Beute versteckt.

Lediglich im peripheren Blickwinkel registriert er Bilder unbewusst. Alle anderen Informationen liefern ihm seine Ohren. Bewegt sich hinter ihm was? Schleicht sich ein Räuber an? Wo befinden sich die anderen Jäger?

Menschen können ihre Augen vor Dingen verschließen, die sie nicht sehen wollen. Die Ohren verschließen, geht nicht.

Unsere Geräuschumgebung nehmen wir immer vollständig wahr. Zwar nur einen kleinen Teil bewusst – allerdings verarbeitet unser Gehirn jeden einzelnen Ton, den unsere Ohren auffangen. Dabei war es für das Überleben des frühen Menschen wichtig, wiederkehrende Töne abzuspeichern und identifizieren zu können.

Ein Reh, das sich durch das Unterholz bewegt klingt anders als ein Bär. Deshalb fällt es unserem auditiven Gedächtnis so leicht, Töne bestimmten Ereignissen, aber auch Marken oder Produkten zuzuordnen.

Gleichzeitig transportieren Klänge Emotionen. Ein Moll-Klang stimmt uns traurig, ein Dur-Ton kann ein Hochgefühl vermitteln. Aus diesem Grund ist Audio Branding so erfolgreich darin, alle Emotionen zu übertragen, die ein Kunde mit Ihrer Marke verbinden soll.

Eine Flut neuer Kanäle

In der Werbung wird Audio Branding schon seit über hundert Jahren eingesetzt. Vor allem mit der Verbreitung des Radios in den frühen 1920ern wurde die Technik immer populärer.

In der Gegenwart bieten sich dem Audio Branding inzwischen zahlreiche neue Vertriebskanäle an.

Radio hören wir schließlich nicht mehr nur im Auto oder über große Funkwellenempfänger. Fast jeder Mensch trägt mit seinem Smartphone ein kleines, mobiles Radio bei sich. Podcasts und Internetvideos bieten völlig neue Wege, Werbung zu schalten; selbst die Warteschleife einer Firmenhotline kann einen guten Platz für Audio Branding darstellen.

Akustisches Markenelement

Audio Branding ist ein extrem effizienter Weg, Ihre Marke im Gedächtnis des Kunden zu verankern und gleichzeitig all diejenigen Gefühle zu vermitteln, die Sie mit Ihrem Produkt verbunden sehen möchten.

Für den eigentlichen Einsatz von Audio Branding existieren verschiedene Möglichkeiten, die sich in Aufwand und Einsatzgebiet deutlich voneinander unterscheiden können.

  • Sound Logo: Auch als Audiologo bekannt – ist immer kurz, prägnant und einprägsam. Ein Sound Logo kann alles sein, von einer einfachen Tonfolge wie dem berühmten Dingelingeling von T-Mobile bis hin zu einer kleinen Gesangseinlage, wie Hornbach sie verwendet.
  • Jingle: Ein Jingle bezeichnet ein etwas aufwändigeres Sound Logo, in dem Melodie und Sprache kombiniert werden. Meistens wird der Werbeslogan oder die Markenbotschaft gesungen. Ein sehr bekanntes Beispiel ist McDonald’s I’m loving it.
  • Markenlied: Sie lassen für Ihre Firma oder Ihr Produkt ein eigenes Lied komponieren. Alternativ verwenden Sie eine bekannte Melodie mit einem eigenen Text. Viele kennen sicher noch Bonduelles Radetzky-Marsch.
  • Markenstimme: Stimmen mit hoher Wiedererkennung, vielleicht von Prominenten oder bekannten Synchronsprechern bieten sich ebenfalls für Audio Branding an. Selbst Menschen, die wenig mit Computerspielen am Hut haben, werden EAs Werbespots für Sportspiele wiedererhören können.

Audiologo: perfekt für KMU

Jede Form von Audio Branding hat ihre Daseinsberechtigung. Das Audiologo allerdings besticht durch seine Schlichtheit und ist gerade deshalb einprägsam und vor allem vielseitig verwendbar.

Niemand möchte vor seinem YouTube-Video einen halbminütigen Werbespot sehen. Ein wenige Sekunden langer Spot, mit einem markanten Audio Logo, etwa der Herzschlag von BMW, hat eine viel sympathischere Wirkung auf den Kunden.

Man muss kein Weltkonzern sein, um von einem Audiologo zu profitieren. Vor allem für KMU bietet sich diese Form des Audio Branding an.

Ein Audiologo ist in der Entwicklung weniger aufwändig als andere Formen und daher recht kostengünstig.

Durch die kurze Laufzeit genügen meist kurze Spots, um Aufmerksamkeit für die Marke zu schaffen. Auch das spart Geld und ermöglicht häufige Platzierungen.

Durch Audiologos differenzieren sich Kleine wie Große von Mitbewerbern, verbessern ihre Wiedererkennbarkeit, triggern die gewünschten Emotionen und steigern ihren Return on Investment (RoI) im Marketing.

Vanessa Lehmkuhl

Von Vanessa Lehmkuhl

Seit 2008 ist die Marketing- und Kommunikationswirtin im B2B-Vertrieb eines regionalen Medienunternehmens gegenüber Werbetreibenden beratend tätig.

Von | 2017-08-10T11:42:24+00:00 30. Mai 2016|Digital, Marketing|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar